Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will beim G-8-Gipfel in Heiligendamm eine handlungsfähige Allianz im Kampf gegen den Klimawandel und die Armut in der Welt schmieden. Vor der bedrohlichen Kulisse eines neuen Wettrüstens zwischen Russland und den USA empfängt die Kanzlerin an diesem Mittwoch die Staats- und Regierungschefs der führenden Wirtschaftsmächte (G8) am Ostseestrand. Rund 16.000 Polizisten sind aufgeboten, die bis Freitag tagende Gipfelrunde zu schützen. Enttäuscht reagierten tausende Globalisierungsgegner auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes, das Einschränkungen des Demonstrationsrechtes bestätigte.

Merkel zeigte sich von einem Erfolg des Treffens fest überzeugt. "Ich bin optimistisch, dass wir einen guten Gipfel erleben können", sagte sie. Über Ziele beim Klimaschutz müsse zwar noch gerungen werden. "Aber wir haben international bereits viel Bewegung bewirkt durch diese bewusste Schwerpunktsetzung für Heiligendamm", sagte die Kanzlerin.

Volle Unterstützung erhielt Merkel von Bundespräsident Horst Köhler, der sagte: "Ganz klar ist, dass die richtige Ebene die ganze Staatengemeinschaft ist, und sie wird von der UN repräsentiert."

Merkel sieht "viel neue Hoffnung für Afrika"

Zuversichtlich ist Merkel auch, spürbare Solidarität der G8 mit den Armen vor allem in Afrika zu mobilisieren. "Positiv ist, dass in Afrika ein Prozess in Gang gekommen ist, in dem Länder sich selbst zu dieser guten Regierungsführung verpflichten", sagte sie. "Ich sehe insgesamt viel neue Hoffnung für Afrika, von mehr Schulen und Krankenhäusern bis zu guten Wachstumsraten in einer Reihe von Staaten."

Auf der Tagesordnung der "Chefs" aus den USA, Kanada, Japan, Russland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Deutschland stehen auch die festgefahrene Welthandelsrunde, der Schutz von Erfindungen und die sozialen Folgen der Globalisierung, gegen die Zehntausende protestierten. Auch am Dienstag kam es in Rostock und Umgebung wieder zu Protesten. G-8-Kritiker wollen am Abend die Ankunft von US-Präsident George W. Bush mit Straßenblockaden erschweren. Wasserwerfer und Räumfahrzeuge stehen bereit.

Bundesverfassungsgericht erlaubt nur eingeschränkten Protest