Im letzten Testspiel vor der kontinentalen Meisterschaft vom 26. Juni bis 15. Juli in Venezuela kam die brasilianische Nationalmannschaft unter Trainer Carlos Dunga in Dortmund nicht über ein 0:0 gegen die Türkei hinaus. In der Neuauflage des WM-Halbfinales von 2002 vor der enttäuschenden Kulisse von nur 26.700 Zuschauern im Signal Iduna Park konnten die Südamerikaner wie schon beim glücklichen 1:1 vier Tage zuvor gegen England keinen Ballzauber verbreiten.

Trainer Dunga probte bereits den Ernstfall für die Copa América. Er begann die Partie ohne die Superstars Kaka (Mailand) und Ronaldinho (Barcelona), auf die er auch in Venezuela verzichten muss. Stattdessen führte der Bremer Diego Regie, der sich am Samstag beim 1:1 in England mit seinem Last-Minute-Treffer und guten Trainingsleistungen für einen Platz in der Startelf empfohlen hatte. Kurz vor der Benennung des Copa-América-Kaders erhielt auch dessen Bremer Mannschaftskollege Naldo von Beginn an die Chance, auf sich aufmerksam zu machen.

Türken mit aufsteigender Form

Die anstehende Nominierung beflügelte nicht. Nach einer langen Saison sehnten die Brasilianer bereits während der Partie den Urlaub herbei. Vom viel gerühmten Offensivspiel der Ballkünstler war deshalb wenig zu sehen. Die Türken um Hamit Altintop (Schalke 04/Bayern München) und den in der 11. Minute eingewechselten Yildiray Bastürk (Hertha BSC/VfB Stuttgart) erwischten den besseren Start. Mehmet Aurelio (17.), Altintop (26.) und Emre Asik (40.) waren der Führung nahe. Vier Tage nach der bitteren 2:3-Niederlage in der EM-Qualifikation gegen Bosnien-Herzegowina präsentierte sich der WM-Dritte von 2002 in aufsteigender Form.

Auch nach der Einwechslung von Ronaldinho (46.) und Kaka (60.) blieb der Auftritt der Brasilianer freudlos. Nur bei einem Kopfball von Maicon (46.) und einem Fernschuss von Ronaldinho (72.) war Torgefahr erkennbar. Die Türken blieben die bessere Mannschaft, schlugen aus ihrer Überlegenheit aber zu wenig Kapital. So traf der starke Altintop mit einem Freistoß (75.) aus 20 Metern nur das Außennetz.

Der fünfmalige Weltmeister konnte in den beiden Testspielen in Europa wenig Selbstvertrauen für die Copa América tanken. Dabei will er sich für das Viertelfinal-Aus bei der WM vor einem Jahr rehabilitieren. Für die Türken, bei denen Tugay Kerimoglu sein 94. und letztes Länderspiel bestritt, steht das nächste EM-Qualifikationsspiel am 8. September in Malta an. Die Türken rangieren in der Gruppe C hinter den von Otto Rehhagel trainierten Griechen auf Rang zwei. (Von Heinz Büse, dpa)

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