Terror in London: Fahndung nach Attentätern
Nachdem die Ermittler einen zweiten Sprengsatz in einem Auto gefunden haben, läuft die Suche nach den Drahtziehern auf Hochtouren. Die Absichten der Bombenbauer sind weiter unklar.
Einen Tag nachdem im Zentrum von London zwei Autobomben unschädlich gemacht wurden, haben Ermittler die Fahndung nach mutmaßlichen terroristischen Attentätern ausgeweitet. Dabei gebe es inzwischen eine internationale Kooperation, berichtete der Sender BBC. In London wurden Polizeistreifen verstärkt. Über bisherige Erkenntnisse der Polizei wollte am frühen Nachmittag das Notfall-Kabinett der britischen Regierung beraten.
Dem Gremium gehören neben den Ministern für Inneres und Justiz die Chefs von Scotland Yard sowie der Geheimdienste und der für Katastrophenschutz zuständigen Behörden und Organisationen an. Nach Medienangaben hatten islamistische Kreise nur Stunden vor der Entdeckung einer ersten Autobombe am Freitagmorgen im Internet einen Anschlag in London angekündigt. Dabei sei auf das Terrornetzwerk Al Qaida als Auftraggeber verwiesen worden. Zudem sei als ein Motiv die Empörung unter Muslimen über die kürzliche Bekanntgabe der Erhebung des islamkritischen Autors Salman Rushdie in den Ritterstand hingewiesen worden, hieß es heute in der "Times".
Derweil berichtete der US-Fernsehsender ABC, Attentäter hätten vergeblich versucht, die beiden Autobomben aus Benzin, Nägeln und Gaskanistern durch Mobiltelefonzünder zur Explosion zu bringen. In den Autos zurückgelassene Handys seien zwei Mal angerufen worden. Nach Angaben der BBC haben Ermittler aus Aufzeichnungen von Beobachtungskameras Bilder mutmaßlicher Täter herausgefiltert. Scotland Yard wollte die Medienangaben nicht bestätigen und verwies auf laufende Ermittlungen. Londons Bürgermeister Ken Livingstone warnte vor einer "Verteufelung" der in Großbritannien lebenden Muslime. Nur eine "winzige Minderheit" von ihnen neige dem Terrorismus zu, während die große Mehrheit überdurchschnittlich gesetzestreu sei. Die Straßen Londons seien nach der Entdeckung der Autobomben wieder "völlig sicher", sagte er. Großveranstaltungen wie eine Parade von Schwulen und Lesben sowie ein Konzert zum Gedenken an die Prinzessin Diana mit zehntausenden Teilnehmern würden wie geplant stattfinden. (mit AFP)
- Datum 30.06.2007 - 10:10 Uhr
- Quelle dpa
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