Der Regierungschef der abtrünnigen südserbischen Provinz Kosovo, Agim Ceku, hat den 28. November als Tag für die Unabhängigkeitserklärung vorgeschlagen. An diesem Tag, der von allen Albanern weltweit als so genannter Flaggentag gefeiert wird, könne das Kosovo-Parlament einseitig die Souveränität des neuen europäischen Staates verkünden, sagte Ceku. Zuvor könne noch 120 Tage mit Serbien verhandelt werden, wie es von den USA und der EU geplant ist.Der von ihm angeregte Zeitpunkt werde jedoch noch nicht von allen albanischen Spitzenpolitikern unterstützt, sagte Ceku weiter. "Wir wollen eine koordinierte Unabhängigkeit erreichen, gemeinsam mit unseren Partnern, den USA und der EU. Daher ist mein Vorschlag ein Schritt vorwärts und ein Versuch, diesen Prozess zu unterstützen."Verfahrene Situation im UN-SicherheitsratWegen der Ablehnung durch Russland sieht Ceku keine Chance mehr, im UN-Sicherheitsrat die Billigung für die Unabhängigkeit zu erhalten. "Dieser Prozess ist fehlgeschlagen", sagte der Regierungschef. Er appellierte an die USA und die EU, ihre Resolution wegen des drohenden russischen Vetos nicht im Sicherheitsrat zur Abstimmung vorzulegen, wie es eigentlich geplant ist. Kosovo rechne nach der einseitigen Unabhängigkeitserklärung mit der völkerrechtlichen Anerkennung der USA und einiger großer EU-Länder, hatte Ceku vor einigen Tagen das Szenario beschrieben.Kosovo wird seit Juni 1999 von den Vereinten Nationen verwaltet, nachdem Nato-Bomben die Vertreibung von rund 800.000 Albanern durch serbisches Militär und Paramilitär beendet hatten. Während die zwei Millionen Albaner die Unabhängigkeit verlangen, wollen die 100.000 Kosovo-Serben sowie die Republik Serbien den Verbleib der Region im Staatsverband erreichen. Belgrad bietet statt der Abspaltung weitgehende Autonomie an. UN-Vermittler Martti Ahtisaari hatte ein Jahr lang vergeblich versucht, beide Seiten zu einem Kompromiss zu bewegen. Er hatte die eingeschränkte Souveränität Kosovos unter Aufsicht der EU vorgeschlagen. (mit dpa)

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