Der Streit um die Finanzierung hält den Münchner Transrapid weiter in der Schwebe. In der SPD regt sich Widerstand gegen eine mögliche Aufstockung der Bundesmittel für das Bahnprojekt zwischen Flughafen und Hauptbahnhof. "Der Bundesanteil muss bei 550 Millionen Euro bleiben", sagte der SPD-Wirtschaftsexperte Rainer Wend. Für eine darüber hinaus gehende Summe sehe er keine Mehrheit in seiner Fraktion. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos und Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber (beide CSU) halten dagegen eine baldige Einigung für möglich.Zuletzt war spekuliert worden, der Bund könnte die Hälfte der Gesamtkosten in Höhe von 1,85 Milliarden Euro, also 925 Millionen Euro, übernehmen. Der Sprecher der Parlamentarischen Linken in der SPD, Ernst Dieter Rossmann, äußerte sich skeptisch. Wenn Bayern nicht bereit sei, seinen Anteil deutlich zu erhöhen, müsse es von Bundesseite heißen: "Dann verabschieden wir uns von diesem Projekt." Glos kritisierte, es sei nicht "zielgerichtet" darüber zu spekulieren, "ob das jetzt ein paar Millionen mehr oder weniger für den Bund oder fürs Land sind". Glos stellte in Aussicht, dass sich der Bund bei seiner Finanzierungszusage noch einmal bewegen werde. "Die Bundeskanzlerin steht fest hinter dem Projekt", sagte er und fügte hinzu: "Ich bin optimistisch, dass es in nicht allzu ferner Zeit zu einer Lösung kommt."

Hälfte der Kosten für den Bund Auch Huber hält das "Finanzierungsproblem" für lösbar. Allerdings machte er zur Voraussetzung, dass der Bund die Hälfte der Kosten übernimmt. "Das ist eine ganz normale Quote für solche Projekte" sagte er.Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hatte über die von Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) in Aussicht gestellten 470 Millionen Euro eine deutliche Erhöhung des bayerischen Beitrags gefordert. Diese Summe sei jedoch für den Freistaat bereits ein "gewaltiger Brocken", sagte Huber. Darüber hinaus gebe es keine Möglichkeiten.Beide CSU-Politiker zeigten sich überzeugt, dass Tiefensee das Projekt nicht gefährden werde. Glos sagte, sein SPD-Ministerkollege habe ihm mit "leuchtenden Augen" von seiner Fahrt mit dem Transrapid berichtet. Auch Huber will bei Tiefensee eine "wachsende Begeisterung" für den Transrapid bemerkt haben.Der Bund Naturschutz (BN) in Bayern erneuerte seine Kritik. Der Münchner Transrapid sei ein "Dinosaurierprojekt" und verkehrstechnisch überflüssig, sagte der BN-Landesbeauftragte Richard Mergner. (mit ddp)

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