Irans Streben nach der Atombombe "droht eine ohnehin schon für Instabilität und Gewalt bekannte Region in den Schatten eines nuklearen Holocausts zu stellen", sagte Bush vor Veteranen in Reno im US-Bundesstaat Nevada. "Wir werden gegen diese Gefahr angehen, bevor es zu spät ist." Bush rief alle Verbündeten auf, "Irans Regime zu isolieren und Wirtschaftssanktionen zu verhängen". Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte mehrfach mit der Vernichtung Israels gedroht.Die USA verdächtigen den Iran, mit seinem Atomprogramm an der Entwicklung von Nuklearwaffen zu forschen, was Teheran aber bestreitet. Die Vereinten Nationen fordern vom Iran einen Stopp der Urananreicherung und haben bereits mehrfach Sanktionen verhängt. In der vergangenen Woche hatten sich der Iran und die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) auf einen Zeitplan für die Überprüfung des umstrittenen Atomprogramms Teherans geeinigt. Die IAEA will klären, ob die Atomanlagen im Iran ausschließlich zur zivilen Nutzung der Atomenergie dienen, wie es die Regierung in Teheran erklärt. Die USA bezeichneten die Vereinbarung als nicht ausreichend.Kritiker werfen Bush Geschichtsverfälschung vorWenige Tage vor seinen Holocaust-Äußerungen hatte Bush mit einem historischen Vergleich zwischen dem Irak- und dem Vietnamkrieg in den USA für Kritik gesorgt. Bush hatte die Parallelen gezogen, um eine Verlängerung des Einsatzes am Golf zu begründen. Ein Rückzug hätte die gleichen verheerenden Auswirkungen wie damals in Vietnam, sagte er. Kritiker warfen ihm Geschichtsverfälschung vor: Die USA seien aus Vietnam abgezogen, weil sie dort den Krieg verloren hätten.Bush warf dem Iran in seiner Rede in Reno erneut vor, die Gewalt im Nachbarland Irak zu schüren. Der Iran könne "nicht seiner Verantwortung für die Unterstützung von Anschlägen gegen die Koalitionstruppen und unschuldige Iraker entkommen", sagte der US-Präsident. Das Land sei "weltweit der führende staatliche Unterstützer des Terrorismus".Ahmadinedschad will "Machtvakuum" im Irak füllenKurz vor Bushs Rede hatte Irans Präsident Ahmadinedschad ein Eingreifen seines Landes im Irak nach einem Abzug der US-Streitkräfte angedeutet. "Es wird ein Machtvakuum in der Region geben", sagte er in Teheran. "Wir sind bereit, gemeinsam mit anderen regionalen Mächten wie etwa Saudi-Arabien dieses Vakuum zu füllen."Bush wollte mit seiner Rede vor den Veteranen um Unterstützung für den US-Einsatz im Irak werben. In den USA und sogar in Bushs eigener republikanischer Partei wächst der Druck auf den Präsidenten, die US-Truppen aus dem Irak abzuziehen. Mitte September steht der mit Spannung erwartete Fortschrittsbericht des US-Oberbefehlshabers im Irak, General David Petraeus, und des US-Botschafters in Bagdad, Ryan Crocker, zum Vorgehen im Irak an. (mit AFP)

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