Bundeskanzlerin Merkel (CDU) verwies in einer Rede im westjapanischen Kyoto darauf, dass die EU und auch Japan noch "alle Hände voll" zu tun hätten, um ihre Verpflichtungen aus dem 1997 unterzeichneten Kyoto-Klimaprotokoll zu erfüllen. Die Erfüllung des Protokolls wertete Merkel als Maßstab für die Glaubwürdigkeit der Industrieländer in den Augen der Schwellenländer. Die EU hatte sich verpflichtet, bis 2012 bezogen auf 1990 acht Prozent weniger CO2 auszustoßen. Erreicht sind erst zwei Prozent. In Japan sind die Emissionen sogar um 18 Prozent gestiegen, obwohl das Land sechs Prozent weniger emittieren wollte als 1990.

Preiswerter Klimaschutz Merkel hielt die Rede an jenem Ort, wo 1997 das Kyoto-Protokoll unterzeichnet worden war. Als deutsche Umweltministerin hatte Merkel vor zehn Jahren im Internationalen Kongresszentrum von Kyoto fast eine Woche lang über das nach der Stadt benannte Protokoll mitverhandelt. Sie erinnere sich noch gut an die "zähen Diskussionen" damals, sagte die Kanzlerin. Es sei aber ein Text entstanden, der einen "wichtigen Meilenstein in der internationalen Klimapolitik" darstelle.Die Bundeskanzlerin verwies auf die Hinweise der Wissenschaft, wonach bis 2050 die Hälfte der Emissionen eingespart werden müssen, um die Erderwärmung nicht über zwei Grad anwachsen zu lassen. "Das ist ein großes Ziel", betonte Merkel. Wenn die Staatengemeinschaft dies nicht schaffe, werde es sie teuer zu stehen kommen. Merkel warnte, die Kosten von Untätigkeit seien weit höher als die Anstrengungen, die jetzt unternommen werden müssten. Klimaschutz und Sicherung des Wohlstands hingegen zusammen.Für Exportnationen wie Deutschland und Japan lägen in der CO2-Einsparung auch "unglaubliche" Chancen, hob Merkel hervor. Die Bundesregierung werde dem Thema Umwelt und Arbeit eine "ganz beachtliche Bedeutung zumessen". (mit ddp)

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