Zum zweiten Mal haben dreiste Diebe die beiden als Dänemarks "Nationalheiligtümer" geltenden Goldhörner geraubt. Nachdem 1802 ein verschuldeter Goldschmied die Blasinstrumente aus dem 5. Jahrhundert stahl, einschmolz und zu Schmuck sowie Falschgeld umarbeitete, wurden die danach gefertigten Kopien heute Morgen aus dem Nationalmuseum in Jelling bei Vejle gestohlen.Die Polizei teilte mit, dass die Täter sich "mit roher Gewalt" über eine Leiter Zugang zu dem menschenleeren Museum verschafft hatten. Neben den mit altgermanischen Inschriften versehenen Goldhörnern ließen sie weitere wertvolle Stücke aus der Sammlung des Nationalmuseums mitgehen. Dazu gehörten ausgerechnet auch Schmuckstücke, die der als "Frevler" in allen dänischen Geschichtsbüchern erwähnte Goldschmied Niels Heidenreich aus dem Gold der von ihm eingeschmolzenen Original-Hörner gefertigt hatte. Die "Hörner von Gallehus" sind nach ihrem Fundort nahe der heutigen dänisch-deutschen Grenze benannt. Seit ihrem Auftauchen 1639 und 1734 gelten sie als Symbol für die lange, eigenständige Nationalgeschichte Dänemarks. Die normalerweise in Kopenhagen ausgestellten Kopien wurden nicht wie die Originale aus hochkarätigem, massiven Gold, sondern nur aus Blattgold auf Silber gefertigt. Der materielle Wert sei deshalb auch begrenzt, verlautete aus dem Nationalmuseum.

Experten: Diebe wollen Lösegeld Polizei- und Museumsexperten meinten übereinstimmend, dass die Diebe vermutlich auf ein Lösegeld für die als völlig unverkäuflich geltenden Hörner aus seien. Der Filmproduzent Rasmus Thorsen beteuerte im Rundfunk mit Blick auf die im Oktober anstehende Premiere des Spielfilms "Guldhornene" über die Goldhörner: "Wir waren es wirklich nicht." Er hoffe sehr, dass die Hörner schnell wieder auftauchen, damit die Filmverantwortlichen nicht mehr verdächtigt würden."Da haben vielleicht die nordischen Götter ihre Finger mit im Spiel gehabt", sagte Thorsen auf die Frage nach seinen persönlichen Vermutungen. Fahndungschef Peter Thygsen von der Kripo sah es etwas nüchterner: "Es sieht ganz nach einer Bestellung aus." Man müsse nun wohl mit einem Erpressungsversuch rechnen.

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