Das ist nun schon Jahre her, 1996 war es, und wir trafen uns in einem heruntergekommenen, rattengeplagten Kaufhaus am Stadtrand von Ashville, wo Bob Moog das leitete, was von seiner Firma für Musikinstrumente übrig geblieben war. Ich war gekommen, ihn zu interviewen. Bob wollte für das Gespräch einen ruhigen, einen sehr ruhigen Ort ausfindig machen und führte mich eine Straße entlang, in einen Park voller welker Blätter. Wir nahmen Platz auf einer Bank. "Willkommen in der Chefetage", sagte er. "Ich warte auf Fragen."

Bob war ein witziger Mensch. Das musste er auch sein, denn damals sahen die Dinge nicht gut aus für ihn. Er hatte das Recht an dem legendären Markennamen "Moog Music" verloren. "The Moog", das war der von ihm erfundene, erste kommerziell erfolgreiche elektronische Synthesizer, und für eine kurze Zeitspanne vom Ende der 60er bis zum Beginn der 70er Jahre beherrschte Moogs Firma die Welt der elektronischen Musikinstrumente.

Alles fuhr damals auf psychedelische Musik ab. Die Beatles, die Byrds, die Rolling Stones, die Doors und ELP (Emerson, Lake and Palmer) und viele andere mehr spielten mit Moogs Synthesizern spacige Sounds ein.

Die Schallplattenindustrie, damals stets auf der Suche nach bahnbrechend Neuem, feierte die sensationelle Hit-LP Switch on Bach , für die Wendy Carlos mehrere Bach-Kompisitionen mit dem elektronischen Klangkörper aufgenommen hatte. Carlos holte noch mehr aus dem Instrument heraus, als sie die Soundtracks für Stanley Kubricks Film Clockwork Orange produzierte.

Das hatte Bob damals mächtig gefallen, und mehr noch gefielen ihm die Musiker. Er fragte sie um Rat, wie seine Instrumente zu verbessern seien, und manche Interpreten wie zum Beispiel Keith Emerson riefen ihn zu jeder Tages- und Nachtzeit an, wenn sie Hilfe benötigten. Bob Moog war zum Ingenieur der Rock `n Roll Generation geworden.

Dann kamen die Japaner. Roland, Korg, Casio, die digitalen Riesen verbannten den Moog mit all´ seinen komplizierten Schaltern und Verdrahtungen zu Beginn der 80er Jahre in die Rumpelkammer.