Musik Bob Moog, Rock-IngenieurSeite 2/2
Moog, das Genie mit dem Lötkolben, war ein miserabler Geschäftsmann. Aber nie gab er auf. Er bastelte und verkaufte seine Maschinen weiter an einen kleinen Kundenkreis. Im vergangenen Jahrzehnt erst gewann er wieder ein wenig von der Anerkennung und dem Erfolg, wie sie ihm zustanden. Nicht nur, dass dieser Mann ein neues Instrument erfunden hatte (das letzte bedeutende neue Instrument, sieht man von der Elektrifizierung der Gitarre ab, hatte Adolphe Sax im Jahr 1842 ersonnen), nein, er stieß damit auch eine Revolution elektronischer Klänge an, die bis heute nicht zuende gekommen ist. Die nervigen Klingeltöne der Handys, das dumpfe Pochen und Stampfen in Hip-Hop und Techno, File-Sharing, MP3, iPod, sie alle zählen zu seinem Erbe. Heute haben Synthesizer die Abmessungen eines Chips und sind allgegenwärtig.
Vor vier Jahren wurde ihm der bedeutende Polar-Preis für Musik verliehen. Man ehrte damit in ihm den Erfinder des "Minimoogs" von 1970, des ersten tragbaren Synthesizers. Ein Jahr später gewann er den Technical Grammy, zusammen mit Steve Jobs, der ihn für den Apple Macintosh erhielt. Doch erst ein weiteres Jahr darauf, 2003, bekam Bob das, was er sich am meisten gewünscht hatte: Das Recht, seinen Markennamen wieder zu benutzen. Sein neuer Synthie, der Minimoog Voyager, gebaut von der wiedergeborenen Firma Moog Music, brachte das klassische Design mit heutiger Digitaltechnik zusammen. Im vergangenen Jahr schließlich feierten ihm zu Ehren die Rock-Pioniere Rick Wakeman und Keith Emerson zusammen mit DJ Logic vor vollem Haus ein MoogFest in B.B.Kings Club in New York.
Moog ist wieder cool. Radiohead, Moby, Beck, sie alle benutzen Moogs Klänge. Diese haben die elektronische Musik für immer verändert. Bob selbst hatte freilich ein zwiespältiges Verhältnis zu dem, was er erreicht hatte. Einer seiner Ingenieure hat mir erzählt, dass Moog sich mehr als einmal im Restaurant über die grässliche Synthesizer-Musik beschwert hatte. Er war ein Mann, der eigentlich die Stille liebte.
Robert Moog ist am vergangenen Sonntag im Alter von 71 Jahren an einem Gehirntumor gestorben.
Der Autor lehrt Wissenschafts- und Techniktheorie an der Cornell University. Zusammen mit Frank Trocco veröffentlichte er 2002 das Buch Analog Days: the Invention and Impact of the Moog Synthesizer (Harvard University Press).
Übersetzung aus dem Englischen:
Gero von Randow
- Datum 24.08.2005 - 13:25 Uhr
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- Serie cvd
- Quelle (c) ZEIT online, 23.8.2005
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Ich nehme wohlwollend an, dass es sich dabei um einen Überstzungsfehler handelt, denn Robert Moog ist mitnichten der Erfinder des bedeutensden Musikistruments seit dem Saxophon. Die (nicht zu unterschätzende!) Höhe seiner Erfindung war die Reduktion der Funktionen wandschrankgroßer Maschinen auf ein wesentliches, tragbares und auch leistbares Maß.
Aber zu behaupten, dass zB das Theremin oder die Hammondorgel keine wichtigen Instrumente gewesen wären, ist in meine Augen nicht korrekt.
Eine Geschichte der Synthesizer:
http://www.obsolete.com/1... (English)
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