Mehr als ein Dutzend Notunterkünfte hat die Stadt New Orleans eingerichtet. Denn etwa 120.000 Bewohner, ein Zehntel der Bevölkerung der Region, besitzen kein Auto und kommen nicht weg. Rund 30.000 Menschen haben sich seit Sonntagnachmittag in der großen Salatschüssel der Stadt gesammelt. Das Stadion, der "Super Dome", heißt jetzt "Super Home". Der Bürgermeister nennt des "Hotel der letzten Hoffnung". Mit großen, wasserdichten Plastiksäcken sind die Menschen eingezogen. Drin sind Verpflegung, Wasser und Schlafsack. Zwei Nächte werden sie auf den Tribünen verbringen müssen. Das Spielfeld dürfte unter Wasser stehen. Verlassen werden sie das Stadion nicht. Das wird die Nationalgarde zu verhindern wissen. Wer das Stadion betreten wollte, musste eine Kontrolle wie am Flughafen über sich ergehen lassen. Waffen und Alkohol wurden einbehalten. Denn die Behörden fürchten, dass die anfänglich entspannte Stimmung umschlagen wird, wenn der Pegel steigt.

Die ersten Opfer hat Katrina schon gefordert. Drei Bewohner eines Altersheimes kamen bei der Evakuierung um. Es bleibt jetzt nur noch die vage Hoffnung, dass die Katastrophenmeldungen sich, wie so oft, im letzten Moment als Übertreibung herausstellen.