IFA Flache Schirme bringen Aufschwung

Auf der IFA in Berlin werden die neuen Trends am Fernsehmarkt vorgestellt. Die Händler dürfen hoffen, dass sich die Neuheiten gut verkaufen

Flache Fernseher und neue Technik sorgen für einen lange vermissten Aufschwung im TV-Markt. Auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin feiern die Hersteller überraschende Erfolge. Der Markt entwickelt sich dynamischer als je zuvor und die Nachfrage der Konsumenten ist auch in Deutschland ungebrochen. Nach einer aktuellen IFA-Studie der Zeitschrift Stern wollen sich knapp sechs Millionen Deutsche in den kommenden zwölf Monaten einen neuen Fernseher zulegen, rund die Hälfte davon (3,2 Millionen) einen flachen LCD- oder Plasma-Fernseher.

Neben immer besseren Fernsehbildern und größeren Bildschirmen freuen sich die Verbraucher auch über rapide fallenden Preise. Trotz des starken Preisdrucks haben aber auch die Markenhersteller Grund zur Freude: Für dieses Jahr wird der Branche ein Gesamtumsatz von mehr als 3,5 Milliarden Euro prognostiziert, ein Plus von überproportionalen 16 Prozent. Die flachen Fernseher der neuen Generation sind daran mit 2,2 Milliarden Euro beteiligt.

Erst vor rund sechs Jahren, im Jahr 1999, hatte Sharp seinen ersten flachen Fernseher mit Flüssigkristall-Bildschirm (LCD) auf den Markt gebracht, in diesem Jahr setzte das japanische Unternehmen bereits sein fünfmillionstes Gerät ab. Heute hätten die neuen Geräte längst den Weg aus den Hochglanz-Zeitschriften in die realen Wohnzimmer beschritten, sagte Sharp-Geschäftsführer Frank Bolten. Und bei der Attraktivität der neuen Geräte zähle längst nicht mehr nur das flache Design allein. Inzwischen gebe es Fernseher in allen Variationen, Größen und Formen für jeden Bedarf. "Die Auswahl segmentiert sich mittlerweile wie die Zweige eines Astes."

Der deutsche Hersteller Loewe sieht bei den Kunden einen Trend zur Individualität. Mit exklusiven Modellen, die auf den persönlichen Geschmack zugeschnitten sind, will sich das Unternehmen aus Kronach seinen Marktanteil sichern. Auf der IFA in Berlin präsentiert Loewe seine neue Modellreihe "Individual", deren Geräte nach den Kundenwünschen angepasst werden sollen. Der Konsument bestimmt selbst die integrierte Technologie, das Material und die Farbe.

Eine der großen Herausforderungen bei der Herstellung der flachen Schirme war bislang ihre Größe. Inzwischen scheint es auch in diesem Punkt kaum noch Limits zu geben: Das südkoreanische Unternehmen Samsung zeigt auf der IFA einen Plasma-Bildschirm mit einer Diagonale von 102 Zoll (rund 2,5 Meter). Zudem will Samsung die Reaktionszeiten der Bildschirme noch einmal deutlich verkürzen.

Einen nächsten Boom erwartet die Branche bereits im kommenden Jahr durch das neue hochauflösende Fernsehsignal HDTV. Der Fernsehsender Premiere hatte den Start von drei Spartenkanälen für November angekündigt. ProSiebenSat.1 will Ende Oktober starten. Doch ob der von vielen vorhergesagte Durchbruch für HDTV bereits im kommenden Jahr stattfinden wird, bleibt angesichts der Haltung der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten ungewiss. Es sei offenkundig, dass Ankündigungen wie die von Premiere die Lust der Konsumenten wecken, sagte Bolten. "Ich würde mir wirklich wünschen, dass die Sendeanstalten ihre extreme Zurückhaltung gegenüber HDTV aufgeben und einen konkreten Zeitpunkt nennen, wann sie den neuen Standard unterstützen wollen."

 
Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

    • Serie cvd
    • Quelle (c) ZEIT online / dpa, 2.9.2005
    • Versenden E-Mail verschicken
    • Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
    • Artikel Drucken Druckversion | PDF
    • Schlagworte Samsung | Medien | Loewe | Ifa | Unternehmen | Euro | Berlin | Design | Zoll | Technologie
    • Artikel-Tools präsentiert von:

    Service