Rettungsaktionen
Soforthilfe für Ölfirmen
Räumfahrzeuge, Pumpen, Generatoren, alles lag bereit. Und alles hat geklappt, anders als in New Orleans. Aus Port Fourchon berichtet
Die Welt wundert sich, und der amerikanische Präsident Bush ist ebenfalls erstaunt: Über die Langsamkeit, mit der die Hilfe für New Orleans herbeikam. Vor allem, weil eine andere Art von Hilfe offenbar sofort bereitstand, nämlich die für den Wiederaufbau der Öl-Infrastruktur.
"Schon am Montagnachmittag waren wir in der Luft", sagt George Dodge, dessen Firma Western Airways sich auf Transporte für Ölfirmen spezialisiert hat. Es regnete noch, aber der stärkste Sturm hatte sich gelegt. Dodges Piloten zogen Kreise über dem Golf und suchten nach versprengten Ölbohrplattformen.
"Der Hurrikan war ja vorausgesagt gewesen. Da haben etliche Ölfirmen bereits vorher Kontingente von Fliegern gebucht, sagt Dodge. Jetzt hat der Wiederaufbau der Öl-Infrastruktur mit Hilfe von Schiffen begonnen, und den ganzen Fortschritt kann man sich sogar online anschauen. Das Innenministerium unterhält einen täglich aktualisierten Informationsdienst über die Folgen des Hurrikans für das Öl, über geschlossene und wieder geöffnete Ölbohrplattformen, Pipelines und so weiter.
Ist das alles nur eine Frage der richtigen Organisation? Hätte die humanitäre Hilfe nicht auch entsprechend gut vorbereitet sein können? "Stürme gehören hier zum Leben; man weiß, was kommt", sagt Clark Cheramie von der Hafenverwaltung von Port Fourchon, nicht weit südwestlich von New Orleans an der Küste gelegen. Er sagt es, auf seinem Schreibtischstuhl im Gebäude der Hafenverwaltung sitzend, und die ist ein Bau auf Stelzen, unter dem die Flutwelle einfach hergeschwappt ist. Andere Teile des Hafens hat es schlimmer getroffen. Riesige Metallteile, weit geflogene Stücke Sumpf, umgerissene Masten, zerstörte Holzgebäude überall. "Doch das Wichtigste war, dass wir vorbereitet waren", sagt Fourchon.
Bevor der Sturm kam, brachten seine Leute Räumfahrzeuge weit ins Landesinnere und verschanzten sich mitsamt den Hafenarbeitern. Als der Sturm dann zu Ende war, begannen sie mit der Räumung der Straße und der Brücken.
"Es hat uns 24 Stunden gekostet, dann waren wir wieder im Hafen", sagt Cheramie. Gut, der Strom ist ausgefallen, meilenweit in dieser Region, aber "für uns sind hier in den letzten Tagen Generatoren angeliefert worden, als sei es Weihnachten". Der Zugang zum nahen Ufer ist noch verbarrikadiert, aber die Techniker der Ölfirmen haben es schon geschafft, die große Förderpumpe wieder in Betrieb zu nehmen - ein System aus Pipelines und Pumpanlagen, das in guten Zeiten 17 Prozent der amerikanischen Ölversorgung von Tankern und Bohrinseln ins Landesinnere befördert. Und auch das funktioniert schon wieder. "Die Anlage ist seit Mittwoch in Betrieb", sagt der Hafenverwalter Cheramie. Was wohl die ehemaligen Einwohner von New Orleans sagen, wenn sie davon erfahren?
- Datum 7.9.2005 - 12:26 Uhr
- Quelle (c) ZEIT online, 4.9.2005
- Kommentare 4
- Empfehlen E-Mail verschicken | Bookmarks
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:






Was soll man dazu sagen? Sarkastisch vielleicht: die Amerikaner müssen noch mehr fernsehen. Dann wüßßten sie vielleicht was ein Hurrikan ist.
Im Ernst:
Jeder an der Küste weiß, was ein Hurrikan ist und kann.
Jeder in New Orleans wußte wie tief die Stadt unter NN liegt.
Und alle wurden rechtzeitig gewarnt und es wurde begründet empfohlen die Stadt zu verlassen.
Sich jetzt zu beschweren ist einfach unredlich, denen sollte man die durch ihr Verhalten entstandenen Kosten aufrechnen und bezahlen lassen.
Nachdem Bagdad erobert war, wurde auch nur gerade das Ölministerium gegen Marodeure geschützt
Charles-Louis Joris,
Ch 3930 Visp
ja, ich bin stolz dass die privat wirtscaft in america immer noch ruck-zuck arbeitet. die faulen und schwer dummen finden arbeit bei der regierung (beamter) oder 'pane et circenses' beim sozialamt.
hier in america jeder kann president werden, (und ich meine JEDER), keine qualificationen erforderlich. so bitte: keine kritik an unserer regierung. die wissen NIChT was tuen,die denken immer noch: sie tuen nichts.
gruesse hans.
Direkt zum Artikel:
Sie werden vielleicht meckern, dass für sie wieder niemand vorgesorgt habe und die böse Ölindustrie wie immer nur an sich selbst denkt.
Wenn sie dann ihre Blechhütten wieder aufgebaut haben, wenn sie dann wieder in ihren Schrottkisten durch ihre dreckigen Strassen cruisen, dann werden sie vergessen haben, dass sie das Öl zum Heizen und Fahren nur deshalb haben, weil kluge Sicherheitsingenieure vorgesorgt hatten.
Sicherlich bleibt die Frage, ob Infrastruktur und Firmen nicht hintanstehen sollten, wenn es um die Rettung von Menschenleben geht. Doch kommen Menschenleben auch in Gefahr, wenn man Infrastruktur und Ölfirmen nicht schnell wieder aufbaut bzw. ans Netz holt. Gerade in armen Ländern - wie den USA.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren