Erdbeben Dörfer von der Landkarte verschwunden
Die Ausmaße der Katastrophe in Pakistan und Indien werden immer erschreckender. Pakistan geht davon aus, dass mehr als 41.000 Menschen gestorben sind
Islamabad - Das verheerende Erdbeben in Südasien fordert inzwischen mehr als 41.000 Tote. Etwa ebenso viele Menschen seien verletzt worden. Dies berichteten pakistanische Medien am Montag und beriefen sich dabei auf Generalmajor Schaukat Sultan, den Sprecher des pakistanischen Präsidenten Pervez Musharraf. Am schlimmsten betroffen ist Kaschmir, wo nach offiziellen Angaben etwa 70 Prozent aller Häuser zerstört wurden. Alleine im von Pakistan kontrollierten Teil seien mehr als 17.000 Menschen getötet worden, sagte Sultan am Sonntag.
Hilfsorganisationen schätzen unterdessen, dass rund 2,5 Millionen Menschen durch das Beben obdachlos wurden. Mindestens 200.000 winterfeste Zelte würden gebraucht. Die Überlebenden seien nun dringend auf Lebensmittel, Trinkwasser, Medikamente, Decken und Zelte angewiesen, hieß es. Präsidentensprecher Sultan sagte dem US-Fernsehsender CNN, dass bis zum Abend alle betroffenen Regionen von Hilfsmannschaften erreicht werden sollten. Es seien inzwischen schon viele Erdrutsche beseitigt worden, die Straßen ins Katastrophengebiet blockiert hatten.
Inzwischen sind weltweite Hilfsaktionen angelaufen, darunter auch aus Deutschland. Den internationalen Teams - auch aus Frankreich, Spanien, Türkei, Japan, China und anderen Ländern - habe die Regierung jeweils ein Operationsgebiet zugewiesen, sagte Sultan. Dass die Hilfe die Betroffenen nicht noch schneller erreicht habe, liege an den massiven Zerstörungen und der Größe des Gebiets.
Doch um die Hilfe in die Katastrophenregion zu bringen, braucht es Transporthubschrauber, da Flugzeuge in den Gebirgen der Himalaya-Ausläufer nicht landen können. Musharraf appellierte daher an die Weltgemeinschaft, seinem Land Helikopter zur Verfügung zu stellen. Inzwischen schickten die USA acht Hubschrauber und kündigten weitere Unterstützung an. Auch Indien, mit dem Pakistan zwei Kriege um Kaschmir führte, habe Hilfe angeboten.
Von Frankfurt am Main aus starteten 15 Spezialisten des Technischen Hilfswerks (THW) nach Pakistan. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) plant am heutigen Montag einen ersten Hilfsflug. Auch zahlreiche weitere Organisationen wollen Helfer entsenden oder haben zu Spenden aufgerufen. Die Weltbank kündigte einen 20-Millionen-Dollar-Kredit zur Wiederaufbauhilfe an. Die Europäische Union sicherte 3,6 Millionen Euro als Soforthilfe zu.
Am Samstag war es zum schwersten Erdbeben seit 100 Jahren in dieser Region gekommen. Das Epizentrum lag nur rund 95 Kilometer von Pakistans Hauptstadt Islamabad entfernt. Das Beben hatte die Stärke von 7,6 und zerstörte weite Landstriche im Norden Pakistans und Indiens. In den ersten 24 Stunden nach dem Hauptbeben hätten mindestens 20 Nachbeben der Stärke 5 bis 6 die pakistanische Katastrophenregion heimgesucht.
Viele Dörfer und selbst kleine Städte seien regelrecht von der Landkarte verschwunden. Die meisten Tote soll es in der Stadt Muzafarabad, der Hauptstadt des von Pakistan kontrollierten Teils von Kaschmir, gegeben haben. Dort starben auch rund 500 Kinder, als sie unter dem Dach ihrer Schule begraben wurden. In der pakistanischen Hauptstadt Islamabad liefen unterdessen unter Hochdruck die Bemühungen weiter, Überlebende unter den Trümmern eines zehnstöckigen Wohnhauses zu finden.
Sultan sprach von »beispielloser Zerstörung« durch das Beben. Das gesamte Land stehe vor einer »riesigen Herausforderung«. Inzwischen sei der größte Katastropheneinsatz der pakistanischen Streitkräfte seit Gründung des Staates im Jahr 1947 angelaufen.
Auch Indien hat Hunderte Tote zu beklagen. Im indischen Teil Kaschmirs stieg die Zahl der Todesopfer am Sonntag auf mindestens 325. Nach Angaben der Behörden wurden im nördlichen Bundesstaat Jammu und Kaschmir außerdem rund 2.000 Menschen verletzt. Am schwersten betroffen wurde die Stadt Uri nahe der indisch-pakistanischen Grenze, wo mindestens 227 Menschen starben.
Angesichts unzähliger Vermisster befürchten die Hilfsorganisationen und Behörden in den betroffenen Regionen jedoch ein noch größeres Ausmaß der Katastrophe.
- Datum 12.10.2005 - 13:24 Uhr
- Serie cvd
- Quelle (c) ZEIT online, dpa, 9.10.2005
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Im Grunde sind all die Katastrophen Hausgemacht.Da kaum eine
Nation auf den Fortschritt verzichten Möchte,dennt sich die Erdkugel eben wie ein Luftballon auf.
Denn mehr Wärme braucht infolge der Gesteinserwärmung mehr
Platz.Weitere Katastrophale Beben sind unvermeintlich.
K.Stanelle
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