pop Dies ist ernste Musik!
Jason Forrest, Amerikaner in Berlin, zersägt schweren Rock und Disco-Kitsch in kleine Stücke – und fügt sie zu rasenden Songs zusammen
Jason Forrests Plattenschrank stellt empfindsame Gemüter auf die Probe: Foreigner, Styx, Reo Speedwagon, Van Halen, Yes und das Electric Light Orchester hier, Elektro, Breakbeat und Disco da. Vieles davon möchte man nicht haben, geschweige denn hören.
Der New Yorker Clubterrorist, der seit einiger Zeit am Prenzlauer Berg in Berlin wohnt, kann darüber nur lächeln. Das, was alle immer gehört haben, gefällt auch ihm: ob nun Progressive Rock oder Softrock.
„Meine Musik ist eine Mischung vor allem aus achtziger Jahre Metal und siebziger Jahre Disco – aber bei 78 Umdrehungen“, sagt er und reicht noch etwas Tee. Geschmack ist für ihn keine Frage; ihm geht es – wenn schon – um Kunst. Seine Auftritte in Clubs machen aus der guten, alten Rockshow Happenings für laszive Großstädter, denen nichts, aber auch gar nichts heilig ist. Gestern Ars Electronica in Linz, morgen Maria am Ostbahnhof in Berlin und kommende Woche ein Gastspiel in Barcelona: Jason Forrest wechselt sein Publikum wie seine Samples.
Die meisten seiner schrecklichen Platten stehen noch in New Jersey. Der kleinere Teil lagert im Schlafzimmer in Berlin, das er mit seiner Frau Jen teilt. Im Wohnzimmer hängt ein Mercedes-Stern an der Wand. „Den hat mir eine ältere Frau auf der Ars Electronica geschenkt“, sagt er, „die ist ausgeflippt bei meinem Auftritt, ich meine wirklich ausgeflippt!“
Jason Forrest wuchs auf in South Carolina, später lebte er in Atlanta, der Hauptstadt von Georgia. Erst im Jahr 2000 zog er nach New York. „Ich wollte in die Kunstwelt, mit Skulpturen, Installationen, Fotografien.“ Aber die große Stadt interessierte sich nicht für ihn. Eher zufällig kam er zur Musik, nachdem er sich einen Plattenspieler und Platten gekauft hatte. „Als DJ, glaubte ich, würde ich ein besserer Künstler werden. So ist es dann ja auch gekommen“.
Jason Forrest gründete ein Label: Cock Rock Disco . Acht Veröffentlichungen gibt es bislang. Projekte mit Namen wie Duran Duran Duran oder Vorpal oder das norwegisch-vietnamesische Duo Next Life, das Death-Metal-Hymnen mit Gameboy-Klängen kombiniert. Das Spektrum ist weit: Electronica, Breakcore, auch Pop. Es erinnert an seine Radioshow Advanced D&D , die in den vergangenen Jahren einen festen Platz beim New Yorker Radiosender WFMUfm innehatte. Da gab es mehrstündige Sendungen zu so essentiellen Themen wie The return of old school Gabber Rave . Oder es ging um Folk Funk, um Softrock, um ELO…
Alles Ironie? „Ich habe noch nie ein Stück mit Samples gefüttert, die ich hasse", sagt Forrest. "Ich denke immer: Wow, dieser Riff, dieser Soundschnipsel ist großartig!“
- Datum 12.10.2005 - 13:24 Uhr
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- Quelle (c) ZEIT online 7.10.2005
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.. schlecht gesampelt, ist der Anfänger? Ein bisschen hochgejubelt der Junge. US-Erfolge machen es hier einfach nicht.
Nach welchem Kriterium werden hier Künstler ausgesucht? Die Idee allein ist schon bekackt: man nehme jeweils einen Takt von Mozart, Schubert, Haydn und co. und reihe sie einfach ohne Veränderung aneinander - das hat mit Kreativität oder Musikalität nichts zu tun. Herauskommen wird jedenfalls bullshit. Die vorgestellten Lieder sind zum Kotzen schlecht! Dass diese Kakophonie hier einen eigenen Artikel kriegt offenbart die Weltfremdheit des zuständigen Journalisten (80 Jahre alt und taub?)
Die "Zeit" macht sich selbst lächerlich!!
Das Schöne an Musik ist ja, den Lesern RAPTUS und BARBEIDOS sei's gesagt, daß niemand sie hören muß. Warum dann aber Dinge in Grund und Boden treten, die vielleicht einfach nur dem persönlichen Geschmack nicht entsprechen? Und die Pauschalverurteilung des Sampling deutet eher auf gewisse Weltferne: schließlich wird seit 20 Jahren damit Popmusik gemacht, mit mal guten, mal schlechten Ergebnissen
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