pop Dies ist ernste Musik!Seite 2/2
Stück um Stück sampelt sich der 33-Jährige durch seine musikalische Sozialisation, reiht Heavy-Riffs an Punk, Disco und Bluesrock. Seine neue Platte, eben beim deutschen Label sonig erschienen, heißt treffend Shamelessly Exciting und der Titel
My 36 Favourite Punk Songs
hält, was er verspricht: Des Künstlers 36 liebste Punkrock-Nummern, verdichtet auf 2 Minuten und 22 Sekunden.
Auf dem Album finden sich allerdings auch Songs mit klassischem Aufbau, die ihre Referenzen nur noch indirekt preisgeben, zum Beispiel
Nightclothes and Headphones
mit dem Gesang von Laura Cantrell. Es ist der Zwiespalt, in dem sich die Arbeiten von Jason Forrest von Anfang an bewegen, zwischen Hit und Experiment, Aufbruch und Rückbesinnung. Eine Weile lang nannte er sich
Donna Summer
nach der legendären Disco-Königin und mischte unter einer Langhaar-Perücke und im weißen Anzug die Erinnerungen an die New Yorker Disco-Kultur neu ab. Unkundige hielten ihn prompt für einen schwulen House-DJ. Einem Rockpublikum brüllt er hingegen ein
"Rock, Motherfucker, Rock!"
zu und zerhackt die musikalische Historie mit einem Mausklick.
„Ich habe immer versucht, ein Teil zu nehmen und es in einem neuen Zusammenhang etwas anderes werden zu lassen. Ein Sample repräsentiert so viele Dinge – es selbst, seine Entstehungs- und Produktionsgeschichte, den Künstler und die Frage, wann es aufgenommen worden ist, auf was es eine Reaktion war, welche Instrumente benutzt wurden. Und mich fragt es: Wo habe ich es zum ersten Mal gehört? Jedes einzelne Teil steht für so viel!"
Also gut, überzeugt. Jason Forrest lässt ja auch keinen Widerspruch zu: Dies, bitte, ist ernste Musik!
www.cockrockdisco.com
www.sonig.de
„Shamelessly Exciting“ ist im Oktober bei Sonig/Rough Trade erschienen.
- Datum 12.10.2005 - 13:24 Uhr
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- Quelle (c) ZEIT online 7.10.2005
- Kommentare 3
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.. schlecht gesampelt, ist der Anfänger? Ein bisschen hochgejubelt der Junge. US-Erfolge machen es hier einfach nicht.
Nach welchem Kriterium werden hier Künstler ausgesucht? Die Idee allein ist schon bekackt: man nehme jeweils einen Takt von Mozart, Schubert, Haydn und co. und reihe sie einfach ohne Veränderung aneinander - das hat mit Kreativität oder Musikalität nichts zu tun. Herauskommen wird jedenfalls bullshit. Die vorgestellten Lieder sind zum Kotzen schlecht! Dass diese Kakophonie hier einen eigenen Artikel kriegt offenbart die Weltfremdheit des zuständigen Journalisten (80 Jahre alt und taub?)
Die "Zeit" macht sich selbst lächerlich!!
Das Schöne an Musik ist ja, den Lesern RAPTUS und BARBEIDOS sei's gesagt, daß niemand sie hören muß. Warum dann aber Dinge in Grund und Boden treten, die vielleicht einfach nur dem persönlichen Geschmack nicht entsprechen? Und die Pauschalverurteilung des Sampling deutet eher auf gewisse Weltferne: schließlich wird seit 20 Jahren damit Popmusik gemacht, mit mal guten, mal schlechten Ergebnissen
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