zuwanderung Weg mit den Barrieren!
Der sechs Meter hohe Zaun um die spanische Enklave Melilla in Marokko wird den Flüchtlingsstrom nicht aufhalten können. Um etwas gegen Armut und Verzweiflung zu tun, sollte die EU zuerst die Handelsbarrieren gegenüber Afrika beseitigen – und sich auf eine europäisch einheitliche Immigrationspolitik einigen
Es steht zu erwarten, dass der Sturm auf Europa in den kommenden Jahren noch zunimmt, dass sich die Szenen des Elends wiederholen. Millionen von Menschen südlich der Sahara leben in Armut. Immer wieder werden die Staaten Schwarzafrikas von Bürgerkriegen heimgesucht. In Nigeria prallen die Kulturen zusammen. Im Kongo tobt seit Jahren ein Krieg aller gegen alle, der zurecht Afrikas erster Weltkrieg genannt wurde. Zugleich verhindern Europas Handelsbarrieren landwirtschaftlichen Aufschwung. Die Amerikaner führen gar Baumwolle zu Schleuderpreisen aus, so dass die Afrikaner nicht die geringste Chance auf einen eigenen Export haben.
Genau dies aber wäre die Voraussetzung für eine erfolgreiche Hilfe nach dem Vorbild des Marshall-Plans: Dass die ärmsten der Armen ihre Produkte auf dem Weltmarkt verkaufen können. Da sich aber Europa bisher weder auf eine gemeinsame Immigrationspolitik noch auf eine einheitliche Abwehr der afrikanischen Migranten einigen konnte, steht einem Marshall-Plan und der Öffnung der eigenen Märkte alles entgegen.
Kleinere Ziele scheinen realistischer. Allmählich setzt Brüssel die Erkenntnis mehr auf lokale Hilfsprogramme, um die Hungersnöte mildern zu können. Und der Gedanke, den Durchgangsländern wie Libyen oder Marokko beim Aufbau und der Organisation eigener Flüchtlingslager zu helfen, ist sogar vom Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen gelobt worden.
Bis ein Land wie Niger, ebenfalls ein Transitstaat und das ärmste der Herkunftsländer, auf ein erträgliches wirtschaftliches Niveau gelangt, werden noch Jahrzehnte vergehen. Aber beherztes Handeln könnte die schlimmste Not etwas lindern.
- Datum 12.10.2005 - 13:24 Uhr
- Serie cvd
- Quelle (c) ZEIT online, 6.10.2005
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Die Situation sieht Hoffnungslos aus und die Hoffnung das irgendein Plan hieran was ändern soll halte ich für unwarscheinlich. Man kann zwar versuchen die Rahmenbedingungen für den Handel zu ändern aber ich denke nicht das dies die Lösung darstellt. Fakt ist das die meisten Staaten dieses Kontinentes immer noch in Stammeskulturen leben und der Macht den Boss der zum einen am Brutalsten ist, und/oder das größte Mundwerk hat. Dies wird unterstützt durch Abgötterrei und eine Religion in der Frauen nur als Sexobjekt, Gebärmachine und diejenige ist welche die meiste Arbeit tut. Es gibt dort vor allem ein moraliches Problem, aber gut..... wir sind hier trauf und dran wenigstens in der Beziehung zu Afrikanern zu werden.
Was sollen wir mit einer offenen Einwanderungspolitik? mehr nigerianer die hier als Dealer auftrehten, mit Frauen hier aus sozialen Problemschichten verheitratet sind und diese zu Drogenkurieren einsetzen?
Wenn wir wirklich etwas machen wollen müssen wir Fragen ob wir Afrika nach Europa holen wollen?
Ulrich K.
lesen Ihre Schreiber auch mal die Diskussionsforen zu diesem Themenkreis? Da wird mit einer Menge solcher grün-link-böser Westen,gute arme "Flüchtlinge"-Behauptungen aufgeräumt. Empfehlenswert; aber die "Menschenrechtler" wirds nicht anfechten.
Der Ansatz, das dramatische Problem der afrikanischen Flüchtlingsströme in einen generelleren Kontext zu stellen halte ich für richtig. Allerdings geht der Artikel nicht weit genug, denn es werden keine konkreten Vorschläge gemacht. Die Forderung nach einer Öffnung des Weltmarktes besteht schon seit langem, doch selten wurde dabei erwähnt wie diese in Zeiten der praktischen Ohnmacht der Nationalstaaten und damit auch der EU in der Wirtschaftspolitik umgesetzt werden sollte. Das Problem ist für einen solch kurzen Artikel zu komplex, ich hätte mir mehr Tiefgang gewünscht
Der Kommentar "Hoffnungslos" ist nicht nur zynisch und unkonstruktiv, sondern vor allem falsch und leider typisch.
Auswanderung und Flucht aus Afrika erklären sich nicht durch die beträchtlichen politischen und wirtschaftlichen Missstände oder vermeintlich moralische Probleme. Mit Schwierigkeiten haben die meisten Menschen in Afrika längst umzugehen gelernt und zwar in einer Weise, die Bewunderung und Hoffnung wecken müsste, wäre sie etwas spektakulärer, um ins Scheinwerferlicht der Medien zu gelangen.
Emigration ist für viele junge Menschen und ihre Familien trotz grossen Risiken der sinnvollste und manchmal einzige Ausweg aus einer Situation, die sich in weiten Teilen des Kontinents seit 20 Jahren verschlimmert hat und kaum Perspektiven auf eine baldige Verbesserung eröffnet. Für diese Lage tragen lokale Eliten, aber auch - für den Norden profitable - Handelsbedingungen und internationale Restrukturierer mit Verantwortung.
Um den Emigrationsdruck zu lindern, ist aber kein Wunder notwendig, sondern eine Trendwende, die jungen Menschen zumindest bescheidene Perspektiven auf eine bessere Zukunft in Afrika eröffnet. Dies ist erst möglich, wenn AUCH die internationale Gemeinschaft hinschaut und ihre Verantwortung nicht durch bequeme kulturalistische oder gar rassistische Erklärungen à la Stephen Smith verschleiert.
Meiner Meinung nach, verliert die Presse aus Eigeninteresse, immer mehr den Bezug zur Realität. Es steht wohl ausser Frage (auch nicht wünschenswert), dass Europa nicht mal mit Waffengewalt und viel Geld an den Verhältnissen in Afrika entscheidend etwas ändern kann. Klar ist auch, dass wir alle mehr tun könnten, aber die Lösung der afrikanischen Problemen kann nur aus Afrika kommen. Die Mauern dienen den Selbstschütz und der Erhaltung unseres Wohlstands. Schlimmer aber ist, dass man ständig in der Presse liest, auch in dieser Zeitung, die Globalisierung sei Schlecht, weil die Unternehmer deren Produktion verlagern würden. Aber genau das bringt Wohlstand in arme Länder. Jetzt kann ich mich nur, mehr als wundern, wenn Herr Schwelien eine Abschaffung der Handelsbarrieren fordert, wahrscheinlich damit wir hier endlich Nigerianische Verhältnisse bekommen, wo ein paar, dank des Öls, sehr reiche Menschen das gesamte Land kontrollieren und der Rest auswandern muss. Auch wenn es vielleicht übertrieben kliengt, aber ich kann das Gefühl nicht los werden, dass man hier nur ordentlich "Auflage" machen will. Werden sie endlich Seriös, ich kann sie alle nicht mehr ernst nehmen! Was Herr Schwelien schreibt, richtet sich gegen viele in dieser Zeitung geschriebene Beiträge. Entscheiden Sie sich, wollen sie Weltmärkte oder nicht? Und werden Sie sich darüber in klaren, dass mit dem Abschaffen der Handelsbarrieren keine soziale gerechtigkeit in Afrika geschaffen wird. Sowas geht nur nur durch das Einrichten von soziale Wirtschaftsysteme.
Ich bin Empört!
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