Zehn Jahre amtierte die 50jährige Rheinländerin als Kultusministerin in Baden-Württemberg. Seit sieben Jahren ist Annette Schavan stellvertretende Bundesvorsitzende der CDU, sie gilt als Vertraute der künftigen Kanzlerin Merkel. 1998 verbot sie einer moslemischen Lehrerin, im Schuldienst ein Kopftuch zu tragen. Dennoch hat sich die kinderlose Katholikin vor allem als Schulreformerin einen Namen gemacht, die das veraltete Bildungssystem ihres Landes binnen kürzester Zeit umkrempelte. Im Kampf um vakante Positionen war die studierte Theologin und Erziehungswissenschaftlerin nicht immer glücklich: Als Anwärterin auf die Kandidatur zur Bundespräsidentschaft zog sie gegen Horst Köhler den Kürzeren, nach Erwin Teufels Abgang im vergangenen Jahr erteilte ihr auch der Landtag in Stuttgart eine Absage – und wählte Konkurrent Günther Oettinger zum Ministerpräsidenten. Ihr strahlendes Lächeln, das gelegentlich sogar mit einem Sonnenaufgang verglichen wird, hat Annette Schavan aber nie verloren.