Der 63jährige Familienvater galt schon als das eigentliche Opfer der CDU-Spendenaffäre: Nacheinander verlor Kohls Wunschnachfolger vor fünf Jahren Partei- und Fraktionsvorsitz. Angela Merkel verweigerte ihm im vergangenen Jahr auch die Unterstützung für seine Nominierung zum Bundespräsidenten. Deutlicher konnte die Absage nicht ausfallen. Doch Schäuble weigert sich, eine Opferrolle anzunehmen - und ohne ihn, den Erfahrenen, der seit 33 Jahren Mitglied im Bundestag ist, geht es in der Union ja doch nicht: Der Süddeutsche ist ein Allround-Talent, in der Außenpolitik genauso versiert, wie in der Innen- und Finanzpolitik. Ein Generalist mit flächendeckender Sachkenntnis, der enormen Respekt nicht nur in seiner eigenen Partei genießt. Vor zwei Jahren gehörte Schäuble zum Team des Kanzlerkandidaten Stoiber, jetzt kehrt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende auf seinen alten Posten zurück: Schäuble war bereits von 1991 bis 1998 Bundesinnenminister.