iran "Von der Landkarte tilgen"

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat am Mittwoch zur Zerstörung Israels aufgerufen. Zuvor hatte er bereits andere islamische Länder davor gewarnt, den jüdischen Staat anzuerkennen

Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur ISNA hat der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad am Mittwoch dazu aufgerufen, »Israel von der Landkarte zu tilgen«. »Der Imam (Ajatollah Chomeini) hatte die Ausrottung Israels prophezeit, genauso wie er das Ende des Ostblocks und Saddam Husseins prophezeit hatte«, sagte er auf einer Konferenz mit dem Titel »Die Welt ohne Zionismus«. Mit Gottes Hilfe werde dies »durch kontinuierliche Weisheit der Palästinenser auch bald realisiert werden«.

»Es gibt keinen Zweifel: Die neue Anschlagswelle in Palästina wird das Stigma im Antlitz der islamischen Welt ausradieren«, sagte Ahmadinedschad weiter, der für seine fundamentalistischen Einstellungen bekannt ist. Die Schaffung des »zionistischen Regimes« sei eine gegen die islamische Welt gerichtete Tat des »Unterdrückers der Welt« gewesen. Die »Gefechte im besetzten Land« seien Teil eines »Schicksalskrieges«. Der Ausgang von hunderten Jahren Krieg werde auf palästinensischem Land entschieden.

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Obwohl die Auslöschung Israels zur üblichen Propaganda der iranischen Führung gehört, ist es das erste Mal seit Chomeini-Zeiten, dass ein so ranghoher iranischer Politiker wie der Präsident diese Forderung öffentlich formuliert. Dies ist eine neue Eskalation in seinen Äußerungen. Am Montag hatte er die islamische Welt scharf vor einer Anerkennung Israels gewarnt. Wer diese »rote Linie« überschreite, werde »für immer zur meist gehassten Person in der islamischen Welt« werden. Den israelischen Rückzug aus dem Gaza-Streifen bezeichnete Ahmadinedschad als »Trick«. Das Gebiet habe den Palästinensern schon gehört, und durch den Abzug wolle Israel lediglich erreichen, dass der Staat von islamischen Regierungen anerkannt werde.

Der Iran bietet zudem nach Informationen des Magazins Cicero 25 Führungsmitgliedern des Terror-Netzwerks al-Qaida Unterschlupf. Darunter seien drei Söhne von al-Qaida-Chef Osama bin Laden, Sayed, Mohammed und Othman, berichtet das Politik-Magazin am Mittwoch im Voraus aus seiner jüngsten Ausgabe. Andere al-Qaida-Mitglieder, die in der Hauptstadt Teheran und Umgebung lebten, stammten aus Ägypten, Usbekistan und aus Europa. Sie seien keineswegs in Haft oder stünden unter Hausarrest, zitierte das Magazin einen westlichen Geheimdienstmitarbeiter, sondern stünden unter dem Schutz der Revolutionären Garden. Der Geheimdienst der Revolutionären Garden biete der Führungsspitze von al-Qaida auch logistische Unterstützung und militärisches Training.

 
  • Quelle (c) ZEIT online, 26.10.2005
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