Serie Wie John Lennon einmal zwei Vertretern die Tür öffnete
When I’m 65 - Durch die Woche mit John
Glaubt man dem einzigen (selbsternannten) offiziellen Beatles-Biografen Hunter Davies, dann kostete das Haus in Weybridge, das John mit Cynthia und Julian bewohnte, 60.000 Pfund. 20.000 als Kaufpreis und 40.000 für Renovierungen, Swimming Pool, Gartenanlagen und viel Ob-la-di,Ob-la-da. Die Lennons sitzen aber, wie alle englischen Familien, meist in der Wohnküche. John kocht dann Tee, setzt sich auf das viel zu kleine Sofa und liest Zeitung, während Cyn auf Julian (siehe: "Hey Jude") aufpasst, kocht und hin und wieder einen Blick auf den Fernseher wirft. Ab und zu wundern sie sich, wieviel sie wieder ausgegeben haben (120 Pfund im Monat) und fragen sich, wohin das Geld verschwunden sein mag (siehe: "Taxman").
John kann sich seine Einnahmen nicht merken, also hat er sie sich vor kurzem aufgeschrieben, aber leider den Zettel verloren (siehe: "I'm Losing You"). Wenn es das Wetter erlaubt, öffnet er die Glastür, tritt in den Garten, sieht nach dem Swimming Pool und den Pflanzen. Dann kommt er wieder zurück, setzt sich aufs Sofa und döst (siehe: "I'm Only Sleeping"). Selten geht er ans Telefon, der Anrufbeantworter sagt: "This is Weybridge Four, Five, Wubbleyoo, Dubbleyoo, please leave your message now." Die meisten verzichten dann darauf(siehe: "No Reply"). Außerdem wechselt er seine Geheimnummer häufig, um sie geheim zu halten. Sie bleibe auch John ein Geheimnis, meint Hunter Davies, da er sie ständig vergesse.
Cyn macht dann das Abendessen, Melone, eine kalte Wurstplatte mit Gemüse. John isst nur Gemüse, trinkt dazu kalte Milch, wobei er schmatzt, weil ihm vor kurzem eine Zahnfüllung herausgebrochen ist (siehe: "Fixing A Hole"). Cynthia sagt ihm wieder einmal, dass eiskalte Milch den Zähnen schade, während sie zum nächsten Kanal zappt (siehe: "Things We Said Today"). Länger als zehn Minuten bleiben sie bei keinem Sender hängen.
Dann läutet es an der Tür. Meistens öffnet Dot, ihre Haushälterin, oder Anthony, ihr Chauffeur, aber diesmal ist es John, der geht (siehe: "Please Mr. Postman"). Zwei junge Männer stellen sich als australische Studenten vor, erklären, dass sie mit den Abonnements ihr Studium finanzieren. John lässt sie rein, sie zeigen ihm eine Liste mit Zeitschriften und fragen ihn, was er denn gerne hätte. Er tippt auf einige Illustriertentitel und die beiden erklären ihm, die Abos kosteten insgesamt 74 Pfund. John lässt sie allein und sucht nach Geld (siehe: "Wait"). Alles, was er findet, ist ein Umschlag mit 50 Pfund Haushaltsgeld. Er gibt ihnen das Geld, sie bedanken sich und gehen. Jetzt hat John eine Menge zu lesen (siehe: "A Day In The Life").
P.S. Vor vielen Jahren hatte der 7-Jährige John am Ende seines ersten (unveröffentlichten) Buches mit dem Titel "Sport, Speed and Illustrated" geschrieben: "Wenn Ihnen das gefallen hat, lesen Sie nächste Woche weiter. Es wird noch besser werden." (siehe: "Getting Better").
- Datum 26.10.2005 - 13:24 Uhr
- Quelle (c) ZEIT online, 23.10.2005
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:









Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren