iran Ahmandinedschad legt nach

Trotz der Empörung über seine Forderung, Israel auszulöschen, hat der iranische Präsident alle Bürger zu Demonstrationen gegen den jüdischen Staat aufgerufen

Die iranische Führung hat für diesen Freitag alle Bürger zu Demonstrationen gegen den Erzfeind Israel aufgerufen. Die Iraner sollten einen »Aufruhr gegen Zionisten und Ungläubige machen«, zitierte die Nachrichtenagentur ISNA aus dem Aufruf der Regierung. Die organisierten Massendemonstrationen für die »Befreiung« Jerusalems finden seit der iranischen Revolution immer am letzten Freitag im Fastenmonat Ramadan statt. Der Revolutionsführer Ajatollah Khomeini hatte den Ramadan zum Gedenkmonat für die Palästinenser erklärt.

Obwohl die Kundgebungen in den vergangenen 25 Jahren nie eine große Beachtung im Westen gefunden haben, könnten sie diesmal sogar außenpolitische Konsequenzen für Iran haben. Grund dafür sind die jüngsten Äußerungen des neuen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad, der dazu aufgerufen hatte, den »Schandfleck Israel aus der islamischen Welt zu tilgen«. Dieser Angriff war im Westen auf scharfe Kritik gestoßen.

Nach dem Aufruf Ahmadinedschads kündigte UN-Generalsekretär Kofi Annan einen Besuch in Teheran an. Er habe schon vor der Rede des iranischen Präsidenten vorgehabt, »in den kommenden Wochen« in den Nahen Osten zu reisen und dort unter anderem mit der Regierung Irans Gespräche zu führen. Er werde in Teheran bekräftigen, dass alle Länder in der Region das Recht haben, friedlich, in sicheren und anerkannten Grenzen sowie ohne Gewaltandrohungen zu leben. In der am Donnerstag in New York verbreiteten Erklärung eines Sprechers von Annan hieß es, der Generalsekretär habe seine »Bestürzung« über die berichteten Äußerungen Ahmadinedschads bekundet.

In Berlin und anderen europäischen Hauptstädten wurden am Donnerstag die diplomatischen Vertreter Teherans einbestellt. Auch Russland schloss sich diesem Schritt an. Die USA sehen sich nach der Rede Ahmadinedschads in ihrer Sorge über die atomaren Ambitionen Teherans bestätigt. US-Außenamtssprecher Sean McCormack erklärte: »Es unterstreicht unsere und die Besorgnis der internationalen Gemeinschaft hinsichtlich Irans Streben nach Nuklearwaffen.« Die US-Regierung wirft Iran vor, zivile Energieprogramme zur Entwicklung von atomaren Waffen zu nutzen, was Teheran bestreitet. Auch in Deutschland, Frankreich und Großbritannien wurde erneut die Sorge über den möglichen Bau von Atomwaffen in Iran laut. Das geistige Oberhaupt Irans, Ajatollah Ali Chamenei, hatte kürzlich die Fortsetzung des Teheraner Atomprogramms für unwiderruflich erklärt.

Auf einer Konferenz unter dem Motto »Eine Welt ohne Zionismus« hatte Ahmadinedschad nach Angaben der Nachrichtenagentur ISNA am Mittwoch erklärt: »Inschallah (So Gott will) wird die Prophezeiung des Imams (Ajatollah Khomeini) über die Vernichtung Israels durch kontinuierliche Weisheit der Palästinenser auch bald realisiert werden.« In Palästina sei eine neue Welle im Anmarsch »und es ist machbar, dass dieser Schandfleck (der Staat Israel) aus der islamischen Welt getilgt wird (...)«, sagte der Präsident.

 
Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

    Service