Der iranische Präsident Machmud Achmadinedschad tut alles, um seinen ohnehin schon schlechten Ruf weiter zu beschädigen. Auf einer Konferenz mit dem programmatischen Titel „Eine Welt ohne Zionismus“ leugnete er das Existenzrecht Israels. Nicht nur das, er wünschte das Verschwinden Israels geradezu herbei. „Unser Imam Ruhollah Chomeini gab den Befehl, das Besatzungsregime in Palästina vom Angesicht der Erde zu tilgen. Das war eine sehr weise Stellungnahme.“

Kurzum: Achmadinedschad erklärt die Ausrottung Israels zu einem Ziel seiner Politik. Das ist verrückt und brandgefährlich. Denn Achmadinedschad verstärkt die Isolation des Irans und er gibt den Falken in den USA und in Israel Nahrung, die schon seit langem einen Militärschlag gegen den Iran fordern. Wenn der iranische Präsident solches sagt, bringt er Unglück über sein Land.

Warum macht er das? Es gibt darauf mehrere Antworten. Die erste ist einfach: Achmadinedschad denkt wirklich, was er sagt. Dieser Mann, der eine hohe Position bei den Revolutionsgarden bekleidet hatte, ist durch und durch ein Antizionist. Mit Israel kann er nicht leben. Es gibt innerhalb des Regierungsapparates viele, die denken wie er. Nicht wenige dort wissen aber auch sehr wohl, dass die antiisraelische Politik den Interessen des Irans zuwiderläuft. Freunde Israels sind diese Menschen gewiss auch nicht, aber zumindest besteht die Aussicht, dass man mit ihnen ins Geschäft kommen kann. Der Reformpräsident Mohammed Chatami gehörte wohl zu ihnen.

Es gab ja eine Zeit, da kooperierten Iran und Israel, vor der Revolution 1979. Es war die Zeit, bevor sich der Iran islamisierte und den Islam auch in das Zentrum seiner Außenpolitik stellte. Khomeini wollte den Iran zur Speerspitze eines muslimischen Imperiums machen. Erst diese religiöse Aufladung rückte Israel ins Fadenkreuz des Irans.

Chomeinis Revolutionsexport ist spätestens seit dem Tod des Imams 1989 bereits Vergangenheit. Der Iran hat sich überall mehr oder wenige blutige Nasen geholt: im Irak, im Libanon, in Afghanistan. Der Islam als zentraler Angelpunkt iranischer Außenpolitik hatte desaströse Folgen für den Iran.

Das alles dürften wohl auch Achmadinedschad und seine Berater wissen - trotzdem reden sie so radikal wie eh und je. Sie tun es, weil sie sich stark fühlen. Kann auch sein, dass dieses Selbstbewusstsein durch den vermuteten Bau einer Kernwaffe bis zur Unerträglichkeit gesteigert wird.