Koalitionsvertrag Nicht schön, aber ehrlich
In den kommenden Jahren müssen sich die Deutschen auf etliche Zumutungen einstellen. Die Koalitionspartner halten sich zugute, dass sie aus den geplanten Grausamkeiten immerhin kein Geheimnis machen
Ehrlichkeit, das war schon im Wahlkampf eine der liebsten Vokabeln von CDU-Chefin Angela Merkel. Dafür musste sie teuer bezahlen. Doch jetzt, wo fast alles überstanden ist, versucht sie es noch einmal damit. „Wir werden den Menschen in Deutschland einiges zumuten müssen“, sagte sie am Samstag in Berlin bei der Vorstellung des frisch ausgehandelten Koalitionsvertrags. Und fügte gleich ehrlich hinzu, dass der Haushalt 2006 leider nicht verfassungskonform sein werde, da die Schulden die Summe der Investitionen übersteigen. Doch dass man dies offen sage, sei schließlich auch schon ein Erfolg, so die CDU-Chefin.
Zum Markenzeichen der neuen Koalition solle der offenherzige Verfassungsbruch allerdings nicht werden. Und deswegen wird es ab 2007 für die Steuerbürger happig. Währen die Koalitionspartner im ersten Jahr ihrer gemeinsamen Regierung zunächst einmal die positiven Effekte ihrer Beschlüsse wirken lassen wollen, also etwa den Mittelstand gezielt fördern werden, wird im zweiten Jahre die Mehrwertsteuer auf 19 Prozent angehoben. Einen Widerspruch sieht Merkel in dieser Politik nicht. Der Patient Deutschland müsse erst einmal in die Lage versetzt werden, die anstehenden Operationen zu überleben, sagte sie.
Insgesamt 25 Milliarden Euro will die Große Koalition zur Förderung des Wachstums in der kommenden Legislaturperiode ausgeben. Sechs Milliarden Euro sollen in die Forschungsförderung fließen, 6,5 Milliarden in die Förderung des Mittelstands. Neue Arbeitsplätze erhofft sich die Koalition unter anderem von einer besonderen steuerlichen Förderung haushaltsnaher Dienstleistungen. Dafür sollen fünf Milliarden Euro ausgegeben werden. Verkehrsinvestitionen werden mit zusätzlich 4,3 Milliarden Euro gefördert und Familien sollen mit drei Milliarden Euro in Form eines Elterngelds unterstützt werden.
Auf der anderen Seite müssen sich die Bürgerinnen und Bürger auf Kürzungen von Steuersubventionen in Höhe von fünf Milliarden Euro einstellen. Einiges davon wird bereits 2006 oder früher umgesetzt. Dazu gehört zum Beispiel die Möglichkeit, über Fondsmodelle Steuern zu sparen oder die Streichung des Kindergeldes für Kinder über 25 Jahren. Durch die Mehrwertsteuer erhofft sich die Koalition Einnahmen in Höhe von zehn Milliarden Euro. Eine Milliarde will der Bund bei seinen eigenen Ausgaben sparen.
Der Erfolg der Großen Koalition, das weiß allerdings auch Angela Merkel, wird kaum daran gemessen werden, ob es gelingt, das Maastricht-Kriterium einzuhalten oder das Ziel der Verfassungskonformität zu erreichen. „Der eigentliche Sinn unserer Regierung muss es sein, Arbeitsplätze zu schaffen“, betonte die künftige Bundeskanzlerin. Diesem Ziel soll vor allem die Senkung der Lohnnebenkosten um 1,6 Prozentpunkte auf unter 40 Prozent dienen.
Für die wirklich großen Aufgaben will sich die Koalition hingegen mehr Zeit lassen. Die Themen Gesundheit, Pflege und Niedriglohnsektor würden 2006 angegangen, so Merkel. Da in diesen Fragen die Positionen der Parteien am weitesten auseinander gingen, habe man hier auf die Schnelle keine einheitlichen Ansätze erarbeiten können. Für 2008 ist eine große Unternehmenssteuerreform vorgesehen. Langfristig jedenfalls hat die künftige Kanzlerin sich eine klare Erfolgsmarke gesetzt: Deutschland müsse wieder zu den ersten drei Ländern in Europa gehören, forderte sie.
SPD-Chef Franz Müntefering gab sich in seiner Bewertung betont pragmatisch. Seine Partei werde diese Koalition „wollen müssen“, betonte er. Sie eröffne die Möglichkeit, große Schwierigkeiten zu beseitigen. Er hob besonders die geplante Föderalismusreform hervor. Es gebe jetzt die Chance, das strukturelle Patt zwischen Bundestag und Bundesrat aufzulösen und an »einem Strick zu ziehen«. Auch die Länder hätten an einer Sanierung ihrer Haushalte großes Interesse, da elf Länder ebenfalls keinen verfassungskonformen Haushalt mehr hätten.
Der scheidende SPD-Chef räumte ein, dass auch seiner Partei die Zustimmung zu einzelnen Punkten der Koalitionsvereinbarung schwergefallen sei. Dazu zählte er besonders die Neuregelung beim Kündigungsschutz. Er sei aber sicher, dass der SPD-Parteitag am Montag in Karlsruhe dem Vertrag seine Zustimmung geben werde.
Auch der CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber nannte den ausgehandelten Vertrag eine »exzellente Grundlage für stabilere Verhältnisse in Deutschland«. Die Teilnehmer hätten aus dem Wählerauftrag »das Beste gemacht«, sagte der bayerische Ministerpräsident.
Nach den Worten des brandenburgischen Ministerpräsidenten und designierten SPD-Vorsitzenden Matthias Platzeck ist die Große Koalition »keine Liebesbeziehung, sondern eine nüchterne Zweckehe«. Sie könne nur gelingen, wenn keiner versuche, dem anderen ein Bein zu stellen. Die neue Regierung müsse stärker als bisher versuchen, die Menschen bei dem notwendigen Wandel mitzunehmen. Eine dynamische Wirtschaft sei nur möglich, wenn der soziale Zusammenhalt bewahrt bleibe.
- Datum 16.11.2005 - 12:25 Uhr
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- Quelle (c) ZEIT online, dpa, 12.11.2005
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Champagner trinken und Wasser predigen: "Nicht schön, aber ehrlich"!? Richtig: Wenn's Scheiße regnet, muss man doch wissen, aus welcher Richtung der Wind kommt! Wann baute Noah seine Arche? Vor der Sintflut!
"Die Koalitionspartner halten sich zugute, dass sie aus den geplanten Grausamkeiten immerhin kein Geheimnis machen"!? Dazu sei angemerkelt, halt, angemerkt: "Als Pythagoras seinen bekannten Lehrsatz entdeckte, brachte er den Göttern hundert Ochsen dar. Seitdem zittern die Ochsen, so oft eine neue Wahrheit ans Licht kommt." (Ludwig Börne)
"In den kommenden Jahren müssen sich die Deutschen auf etliche Zumutungen einstellen"? Die Koalitionäre und öffentliche Funktionsträger mit inbegriffen (z.B. Steuergeldverschwender bestrafen wie Steuergeldhinterzieher)? Wenn nicht, dann stellt sich mir die Frage: Mit Recht? Auch hier hat Thucydides eine Antwort parat. Im Melier-Dialog lässt er die Athener sprechen: »Ihr wisst so gut wie wir, dass im menschlichen Verhältnis Recht nur gilt bei Gleichheit der Kräfte, doch der Starke das Mögliche durchsetzt, der Schwache es hinnimmt.«
»Grausame Sparmaßnahmen«, sicherlich aufgrund »Selbstverschuldeter Verschuldung« (siehe z.B. PS.)nebst »Staat verjubelte 30 Milliarden« (BdSt-Schwarzbuch 2003) auf dem Rücken des Steuerbürgers austragen? Mit anderen Worten: die "verschwundene", vom Steuerbürger schon erbrachte Leistung auf dem Rücken des Steuerbürgers wieder einsparen, restituieren, einpeitschen? Ehrlichkeit oder "Der Irrsinn ist bei einzelnen etwas Seltenes - aber bei Gruppen, Parteien, Völkern, Zeiten die Regel"? (Nietzsche in Jenseits von Gut und Böse - Sprüche und Zwischenspiele, S. 156): that is the question!
Das Wahlversprechen des Jahres 2005: "Sozial ist, was Arbeit schafft."? Meine Meinung: Umschreibung und Abstraktion verschaffen dem Stielgaukler die Lebensluft, deren er bedarf: die Dunkelheit. Eine "geschliffene Dunkelheit" ist leicht zu erzeugen: man teilt den Gedanken nur halb mit, vermengt ihn mit anderen Gedanken, und wenn der »normale« Empfänger wirklich die Sache zu verstehen droht, so bringt man im dialektischen Gestaltwandel eine Entgegengesetzte Behauptung vor und zieht ihm das Parkett unter den Füßen weg. Machiavelli lässt schön grüßen!
Nur soviel sei hier noch angegeben: die Auswanderungsbehörden und internationalen Umzugsfirmen können sich sicherlich einer Neuen Blütezeit, einer Neuen Sachlichkeit erfreuen: "Nichts wie weg!", denn wenn's Scheiße (1933er Neuauflage!?) regnet... ...Wenn das schlechthin Wertvolle, Menschliche, Ethische eine untergeordnete Rolle spielen muss, ist doch wohl zu fürchten, dass wir einer Katastrophe entgegensteuern, die bei der Differenziertheit der Mittel eine totale sein wird.
Liebe Grüße und
"Schlafe mein Prinzchen schlaf ein, träum' deine Träume allein"!
Ein 'Deutscher Seppl', ein so genannter 'German Bobo da corte'
PS.:
»Man kann ja verstehen, dass um des nationalen Friedens willen nicht viel über die Lasten der deutschen Einheit geredet wird. Aber es ist nicht akzeptabel, dass die wahre Last verschwiegen und stattdessen die angeblich übertriebene Sozialstaatlichkeit angeprangert wird.« (Mitgeteilt in: Die Reformlüge | 40 Denkfehler, Mythen und Legenden, mit denen Politik und Wirtschaft Deutschland ruinieren von Albrecht Müller, S. 364)
Warum Neuwahlen, es ist doch die Schrödersche Reform-Agenda mit minimalistischer CDU-Verwirklichung. Hat denn irgend jemand ernsthaft geglaubt, daß eine Frau Merkel etwas anderes als Kanzler Schröder für Deutschland tun könnte, wenn ja gehört er in Behandlung! Die Lieblingsfloskel von Frau Merkel "ehrlich" wird noch Panik-Attacken beim Volk auslösen. Wir haben November in Deutschland!
Grüße aus Berlin
Mit 25 Jahren sollte man ein Studium beenden koennen. Auch kann man Bafoeg beantragen. Falls man dies nicht bekommen sollte, dann koennte man einen Kredit aufnehmen. Der Uniabsolvent hat dann 40 Jahre Zeit diesen Kredit zu tilgen. Also , wo sind die Probleme? Soll der Staat Kindergeld bis zum 30. Lebensjahr bezahlen oder wo ist die Grenze? Pisa hin oder her. Ich habe selbst mit 25 Jahren einen Uniabschluss gemacht und mein Bafoegdarlehen zuegig zurueckbezahlt. Wir sollten wegkommen vom Anspruchsdenken, der Staat soll alles regeln.
Das Ehrliche an Frau Merkels Ankündigung, dass auch der Haushalt 2006 nicht vefrassungsgemäss sein wird, ist das Eingeständnis, dass sie es auch nicht besser kann.
Apropos Ehrlichkeit - dem Bürger werden erhebliche Belastungen zugemutet, ehrlich, aber es wird nicht in den eigenen Reihen der Politiker gespart. Weiterhin gibt es wohl 23 Parlamentarische Staatssekretäre, die laut Rainer Barzel so nötig sind wie ein Kropf, oder, um es mit Volker Rühe zu sagen, die kennt nur der rumänische Geheimdienst. Es kommt schon der Brechreiz hoch, wenn man hört dass angeblich Leute wie Laurenz Meyer im Gespräch sind als Parlamentarischer Staatssekretär im Wirtschaftsministerium.
Was ist denn das? Ist unser Grundgesetz denn gar nichts mehr wert?? Erst wird eine künstliche Vertrauenfrage praktiziert. Nun wird ein offener Verfassungsbruch begangen und gleich zugegeben.
Sagt der Bankräuber: "Tut mir leid, ich muß heute das Strafrecht außer Kraft setzen, damit ich morgen Brötchen kaufen kann. Ganz ehrlich."
Nur so weiter. Am besten machen die Großkoalitionäre beim Wahlrecht weiter und setzen für ein störungsfreies Durchregieren alle Landtagswahlen für die nächsten vier Jahre aus.
Der Bundestagsabgeordnete Werner Schulz hatte recht, mit den gekünstelten Neuwahlen ist die Volkskammer im Bundestag angekommen.
korfstroem
http://korfstroem.blogg.de
Arme Leute werden durch das Regierungsprogramm relativ stärker belastet. Das Schaffen von Arbeitsplätzen ist ein Märchen. Wo bleibt die humanere Gestaltung der Arbeitslosigkeit?
Dass der Patient Deutschland erst einmal in die Lage versetzt werden muß, die anstehenden Operationen überhaupt zu überleben, diese ehrliche Botschaft ist das größte Geschenk, das eine neue Bundesregierung ihren Bürgern machen konnte. Ohne Steuereinnahmen kann nämlich auch der beste Staat der Welt nicht mehr funktionieren.
Es bleibt also zu hoffen, dass die erst ab 2007 geplante Mehrwertsteuererhöhung jetzt nicht 13 Monate lang jeden Tag in den Medien als die größte anzunehmende Ungerechtigkeit, die eine Bundesregierung jemals ihren Bürgern zugemutet hat, beklagt wird.
Andererseits sollten Experten wie Peter Bofinger endlich mal mehr Gehör finden, damit der selbstverschuldete Staatsbankrott auch noch über andere Maßnahmen, als nur per Notbremse rückgängig gemacht werden kann. Das Kontingenzproblem der modernen Welt darf nämlich nicht immer nur in der Geldbörse der grossen Massen gelöst werden.
Und damit die weltweit vertrottelten Eliten sich endlich weniger Sorgen um ihren eigenen Wohlstand machen müssen, wären Aufklärungs-Kurse mit dem Thema "Wie vermeide ich Kapitalanlagebetrug in Dritte-Welt-Ländern" auch nicht verkehrt.
Wer Frau Merkel gestern und heute zuhören konnte, der hat erfahren, daß sie kein 'kanzlerwürdiges' Konzept hat, um die 'schlaffe' Binnen-Konjunktur zu fördern und zu beleben. Auch mangelt es ihr an der 'Clinton-Bostschaft' und vor allem kann sie keine Zuversicht vermitteln.
Was interessieren denn Verfassungskonformität, bestenfalls ein finanztechnisches Problem für den Finanzminister und Kanzlerin (wg. der aus der Richtlinienkompetenz abgeleiteten Verantwortung), und der wegen der offene Ansprache angeblich für die Fast-Kanzlerin damit verbundene Erfolg. Dadurch, daß diese 'Nebensache' so ehrlich und offen angesproch wird, wird die 'Depression' von Millionen von deutschen Handwerksmeistern und Mittelständlern zunächst ehe noch befördert.
Dann besteht auch noch 'Lebensgefahr' für die deutsche Wirtschaft! Es gilt schwierige Operationen zu überstehen. Wie heißen denn die Chirurgen? Glos und Merkel! Können die das denn? Überleben? Nein, operieren? Schröder? Der darf bald nur noch Privat-Patienten operieren. Schade.
Aber, jetzt gibts doch richtig Kohle für die deutsche Wirtschaft! 25 Milliarden!
Forschungsförderung, das ist aber nur was für unsere Kinder und Enkel. Das dauert, ehe was von den 6 Mrd. zurück fließt. Mittelstand. Die bekommen 6,5 Milliarden. Wieviel Arbeitsplätze das bringt? Weiß die Kanzlerin nicht! Eine Garantie für Arbeitsplätze hat ihr der Mittelstand auch nicht gegeben. Also auch ein Blankoscheck! Mal sehen, was der einzelne Arbeitsplatz denn bei Merkel kostet? Wenn es ein plus (!) von 100.000 Arbeitsplätze gibt, dann würde ein Arbeitsplatz nur 65.000 kosten. Preiswert? (Der eingestellte Handwerker müßte dann etwa drei Jahre gut arbeiten, um die 65.000 erst einmal wieder zu verdienen.)
Was wird noch angekurbelt? Klar die haushaltsnahen Dienstleistungen. Noch weiß keiner genau Bescheid. Aber, der neue Merkel-Renner für den gut verdienenden Haushalt. Eine neue Subvention. Hilft vor allem den betroffenen Bürgern die Reichen-Steuer zu finanzieren.
Ansonsten gilt in der Zukunft noch in einem höheren Maße: BAT. Am geschicktesten wird wohl die Kombination BAT und Pole sein. Die Verfeinerung heißt dann BAPT. Bar auf die 'Polen-Tatze'. Was das spart? 19 Prozent, Bürokratie wie Rechnungsschreiben, quitieren, verbuchen, etc. und dem Handwerker die EinkommensSteuer: Der Steuerberater sieht auch noch 'in die Röhre'. Der Pole ist in Polen. Da kommt keine Steuerfahndung hin.
Steuersubventionen, da sind jetzt alle einig, die müssen weg. Aber das Geld wird dann nicht mehr ausgegeben. Es fehlt der Anreiz. Es fehlt die Kaufkraft. Das Geld fehlt zum Teil in den Kassen der deutschen Wirtschaft. Die Konjunktur wird zunächst geschwächt. Einige werden diesen 'operativen Eingriff' nicht überleben. Mein Autohändler vielleicht? Kilometerpauschale gestrichen bedeutet auch, Autokauf streichen. Zunächst.
In den Uni-Städten wirds bergab gehen. Die ganz großen Kinder können ihr Kindergeld dann auch nicht mehr 'verjubeln'.
Jetzt komm aber der Hammer. Die Handwerksmeister und die kleinen Mittelständler rechnen alle schon selbst ganz intensiv, wieviel neue Mitarbeiter sie einstellen können, wenn die Lohnnebenkosten um 1,6 Prozent zurück gehen. Bleiben denen dann 1,6 oder nur 0,8 Prozent.
Ein neuer Handwerker kostet hier im Modell 1.600 (ist einfach zu rechnen). Wie hoch ist die gesamte Lohnsummer des Betriebes? Wieviel Mitarbeiter müssen sie beschäftigen, um einigermaßen zurecht zu kommen, um von dieser neuen Regelung profitieren zu können? Au Backe, die große Mehrzahl der KMU's hat doch nur weniger als 15 Mitarbeiter.
Ein wirklich guter Trick von der Merkel sind die neuen 19 Prozent (Versprochen und nicht gebrochen. Merkel hat sogar noch einen Prozentpunkt oben drauf gelegt!). Die MwSt-Erhöhung kommt erst 2007. Das wird in 2006 eine Nachfrage geben. Kaufkraft im Überfluß? Ob die Autohändler überhaupt soviel Autos liefern können. 2006 wird das Super-Jahr für Merkel. Das wird sie dann aber nicht mehr toppen können: Die Sparkonten werden leergeräumt und die Wertpapierkonten abgeräumt. Das lohnt sich. Drei Prozent! Brutto für netto? Fällt Deutschland in einen Konsumrausch. Bekommen wir Lieferentpässe wie in der ehemaligen DDR? Bringt 2006 die Wende?
Wer heute auch noch das Echo aus der deutschen Wirtschaft vernommen hat, der konnte erfahren, daß die Anzahl der neuen Arbeitsplätze in 2006 nicht unbedingt größer sein wird, als die Anzahl der in 2006 verlorenen Arbeitsplätze.
Es geht immer um Arbeitsplätze? Merkel will sie schaffen. Nur, wer als oberste Zielsetzung die Schaffung von Arbeitsplätzen verspricht, der vergißt, daß die Schaffung eines Arbeitsplatzes erst der allerletzte Schritt in einer Prozeßkette ist.
Das ist ein weiter Weg. Anbieten - Verkaufen - Kaufen - Liefern / Realisieren. Erst wenn die Arbeit zuviel wird, dann wird eingestellt. Vielleicht aber auch nur? Eine minimale Senkung der Lohnnebenkosten hilft nur wenig. Sie hilft aber manchem Handwerker die Raten für Ferienhaus in Spanien zu bezahlen. Auch gut? Oder?
Ehrlich. Ganz Ehrlich! Glauben sie doch der Merkel endlich mal!
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