LebensmittelskandalTonnenweise widerlich

Erneut müssen die Verbraucher dem Ekel ins Gesicht blicken: In Nordrhein-Westfalen haben die Behörden abgelaufenes Fleisch mit gefälschten Etiketten beschlagnahmt von redaktion

Es ist der dritte Fleischskandal innerhalb weniger Wochen, und allmählich können die Machenschaften einiger deutscher Fleischbetriebe dem Kunden wirklich den Appetit verderben. Städtische Kontrolleure haben im Kühlhaus einer Firma im nordrhein-westfälischen Gelsenkirchen 60 Tonnen verdorbenes Fleisch mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum beschlagnahmt. Es trug falsche Etiketten, auf denen eine zum Teil um ein Jahr verlängerte Haltbarkeit angegeben war. Das Fleisch sollte dem Verbraucher ganz offensichtlich als einwandfreie Tiefkühl- oder Frischware untergejubelt werden.

Das Roastbeef und Putenhackfleisch sei nach Ermittlungen des Veterinäramtes »nicht für den menschlichen Verzehr« geeignet, berichten die Westfälischen Nachrichten in ihrer Samstagsausgabe. Eine Feststellung, die für viele Fleischfreunde zu spät kommen dürfte, denn: Große Teile des verdorbenen Hackfleischs sollen bereits in den Handel gelangt sein, schreibt die Zeitung und beruft sich auf Angaben des nordrhein-westfälischen Verbraucherschutzministeriums. Mit Vergiftungen oder Infektionen müssten die Verbraucher allerdings nicht rechnen, sagte ein Sprecher der Stadt. Das Düsseldorfer Verbraucherministerium ließ dennoch verlauten, man habe es hier mit "krimineller Energie" zu tun.

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Demnach sei das gammelige Fleisch bereits nach Hamburg und in den Spreewald geliefert worden. Die Behörden in NRW haben dem Bericht zufolge bereits die Ministerien in den anderen Bundesländern über den neuen Fleischskandal informiert. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen aufgenommen.

Erst vor zwei Wochen hatten die Landesbehörden in Niedersachsen mehrere Tonnen verdorbenes Geflügelfleisch sichergestellt. Doch auch in diesem Fall war einige der fauligen Chargen bereits in mehrere Bundesländer ausgeliefert und weiterverarbeitet worden. Dasselbe geschah mit einem Teil der Fleischabfälle, die im Oktober in Bayern entdeckt wurden. Das nicht für den menschlichen Verzehr geeignete Material landete vermutlich als Bestandteil von Fertigsuppen und Wurstwaren auf dem Markt.

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    • Schlagworte Behörde | Energie | Ermittlung | Gelsenkirchen | Handel | Ministerium
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