Todesstrafe Keine Gnade

Nach Ablehnung aller Gnadengesuche wird in den USA der 1000. Häftling seit Wiedereinführung der Todesstrafe hingerichtet. Der verurteilte Kenneth Lee Boyd erschoss 1994 seine Frau und ihren Vater unter Alkoholeinfluss

Vor dem Zentralgefängnis von Raleigh versammelten sich viele Gegner der Todesstrafe. Drei Stunden vor der Exekution wollten sie damit beginnen, die Namen der 999 in den USA hingerichteten Häftlinge zu verlesen.

Kenneth Lee Boyd wurde 1994 wegen zweifachen Mordes zum Tode verurteilt. Der Vietnam-Kriegsveteran hatte vor den Augen seiner beiden Söhne die von ihm getrennt lebende Ehefrau und seinen Schwiegervater erschossen. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International soll Boyd zur Tatzeit nach exzessivem Alkoholkonsum die Kontrolle über sich verloren haben. Nach den Worten seiner Anwälte hat Boyd die Tat zutiefst bereut.

Der zum Tode verurteilte sprach nach Angaben der lokalen Zeitung News&Observer vor seiner Hinrichtung noch mit seinen erwachsenen Söhnen. Zwei Tage vor der geplanten Hinrichtung hatte der Bischof von Raleigh, Joseph Gossman, zur Abschaffung der Todesstrafe aufgerufen. Der Bischof setzte nach Medienangaben damit Gouverneur Easley, einen Katholiken, unter Druck, den Häftling doch noch zu begnadigen.

Wäre Boyd in letzter Minute die Todesstrafe erspart geblieben, dann würde die 1000. Hinrichtung noch am Freitagabend (Ortszeit) im Nachbarstaat South Carolina stattfinden. Dort soll der 34-jährige Shawn Paul Humphries hingerichtet werden, der 1994 wegen Mordes verurteilt wurde. Der angetrunkene Humphries und sein Freund Eddie Blackwell erschossen beim Einbruch in einen 24-Stunden-Shop den Ladenbesitzer, als er unter der Theke nach einer Waffe greifen wollte. Humphries flüchtete und ließ seinen Freund Blackwell zurück.

Unterdessen wurde in Singapur ungeachtet internationaler Gnadenappelle ein Australier wegen Rauschgiftschmuggels hingerichtet. Der 25-jährige, aus Vietnam stammende Nguyen Tuong Van starb am Freitagmorgen durch den Strang, wie das Innenministerium mitteilte. Nach Angaben von Amnesty International aus dem Jahr 2004 wurden in Singapur seit 1991 fast 420 Menschen exekutiert, die meisten wegen Drogenvergehen. Damit habe der Stadtstaat gemessen an der Bevölkerungszahl weltweit die höchste Zahl an Hinrichtungen.

 
Leser-Kommentare
  1. Das eingefügte Bild des Täters ist falsch. Das Bild ist von "Stanley Tookie Williams", ein Häftling den zum Tode verurteilt ist, aber ist noch am Leben und fleht zurzeit um Gnade von Gouverneur Schwarzenegger im California. Diese Information können Sie leicht mithilfe von "Google" nachprüfen Ein Bild von "Kenneth Lee Boyd", über den Sie den Artikel geschrieben haben, finden Sie in www.cnn.com. Ich bitte um Ihre Korrektur.
    (Ein Artikel von Stanley Williams ist unter dem Link:
    http://www.nytimes.com/20...
    in der New York Times zu finden).

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service