Arbeitskampf Aus in Nürnberg

Elektrolux schließt das AEG-Stammwerk. 1750 Mitarbeiter werden Ende 2007 arbeitslos. Die Produktion geht nach Polen - trotz weitreichender Angebote der Belegschaft

AEG muss schließen. Der Besitzer des Hausgerätewerks in Nürnberg, der schwedische Elektrolux-Konzern, will den Standort bis Ende 2007 aufgeben. In Zukunft sollen die hier bislang hergestellten Geschirrspüler und Waschmaschinen in Polen produziert werden, berichteten am Montag sowohl Unternehmen wie Betriebsrat.

Electrolux begründete die Schließung mit dem starken Preisdruck und den hohen Produktionskosten. "Mit Blick auf das Gesamtunternehmen gibt es keine Alternative", sagte der für das Hausgerätegeschäft in Europa zuständige Vorstand Johann Bygge.

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Die Belegschaft des Werks soll am Nachmittag über die Beschlüsse des Aufsichtsrats informiert werden. AEG beschäftigt in Nürnberg noch 1750 Mitarbeiter. Die IG Metall hat zu einer Kundgebung vor den Werkstoren aufgerufen. Die Belegschaft kämpfte seit Wochen mit Warnstreiks und Protestaktionen gegen die drohende Schließung.

Das AEG-Werk, in dem in diesem Jahr etwa 1,4 Millionen Waschmaschinen, Geschirrspüler und Trockner hergestellt werden, ist eine der letzten großen industriellen Produktionsstätten in Nürnberg. Die Schließung wird für viele angelernte Arbeiter den Weg in die Arbeitslosigkeit bedeuten, da es kaum noch entsprechende Arbeitsplätze in der Region gibt.

Der Aufsichtsrat von Electrolux kam in Stockholm zu seiner entscheidenden Sitzung zusammen. Zuvor war eine Sitzung des AEG-Wirtschaftsausschusses anberaumt worden, in dem Vertreter der Geschäftsleitung und des Betriebsrats sitzen.

In den vergangenen Wochen hatten die Beschäftigten sich zu weiteren Zugeständnissen mit einem Wert von insgesamt 15 Millionen Euro bereiterklärt, wenn das Werk erhalten bliebe. Sie hatten unbezahlte Mehrarbeit sowie die Streichung mehrerer hundert Stellen angeboten. Im Gegenzug hatten die Arbeitnehmer eine Standortgarantie bis Ende 2010 mit entsprechenden Beschäftigungszusagen gefordert. Ein entsprechendes Konzept hatten die deutsche AEG-Geschäftsleitung mit dem Betriebsrat und der IG Metall ausgehandelt.

Leser-Kommentare
  1. Wer geglaubt hatte, den Gürtel enger schnallen würde schon reichen, um Deutschland zu retten und allen neue Chancen zu geben, dem wird jetzt noch diese letzte Lebenserfahrung geraubt. Die Demontage an Deutschland setzt sich fort, da hilft auch keine neue Regierung.

  2. Nun haben die Herren aus Stockholm uns Deutschen richtig gezeigt,wie Marktwirtschaft funktioniert!
    Richtig.Mit Subventionsmillionen aus der EU Kasse wurden die Schweden 1994 an die AEG gelockt-von Daimlers Schrempp.Dieser Lump.
    Nun muss die bayerische Staatsregierung mit ansehen,wie jetzt 2007 auf einen Batzen 1750 Arbeiter und Arbeiterinnen und Angestellte brotlos gemacht werden-von sozialer Kälte aus dem geographischen Kühlschrank Europas-die sich bis heute noch nicht einmal trauen,den europäischen Euro einzu führen.Dies Schlappschwänze und Alkoholsäufer-man muss diesen Schurken und Halunken dieses schon so attestieren,solche Ganoven hier in dem liberalen Land sich breit zu machen und Steuermillionen sich in den eigenen Sack zu stecken , um wie Hühnerdiebe in der Nacht nach Polen zu flüchten-vor der deutschen Realität.

    Warum sieht die Frau , die das Amt des Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland ausübt,hier tatenlos zu ? Hat die etwa Angst vor diesen Elchen?Hatte ihr Protegees nicht einmal lauthals in die Republik gebrüllt,dass...sich Leistung wieder in diesem Land lohnen muss?....

    Jetzt wird von diesen Typen beste deutsche Ingenieursleistung und High tech nach Polen in die Pampa "exportiert".Die Polaken bauen dann für 4,55 € "deutsche"Produkte zusammen.

    Wann man sich einmal das "Sortiment"von Electrolux anschaut,kommt einem ein Lachkrampf-das ist haushaltstechnischer Schrott aus den 70er Jahren.Das ist Müll.

    Frau Kanzlerin,Herr Ministerpräsident,nehmen sie diesen Gaunern aus Schweden die deutsche Steuernummer und damit die Geschäftszulassung weg-diese Halunken richten hier in diesem unserem Land einen Schaden an,der niemals wieder reparabel ist-halten Sie sich an ihre Worte,das der Standort Deutschland es wert ist,zu leben und zu arbeiten-wir Deutschen sind nicht das Freiwild für diese Gauner aus Schweden!

    Das sind Heuschrecken übelster Machart.Die gehören aus dem Land gejagt.Das sind Steuerparasiten und Volksschädlinge.

    • schamr
    • 13.12.2005 um 14:47 Uhr

    Ok, wir wollten uns gerade Haushaltsgeraete von AEG beschaffen, aber das geht jetzt leider aus solidarischem Mitgefuehl den (ex)Arbeitern gegenueber leider liebe AEG, nicht mehr.

    • iceman
    • 12.12.2005 um 17:55 Uhr

    In der schwedischen Geschäftsleitung wurde auch darüber diskutiert, ob man den schwedischen Standort in Torsvik (knapp 200 Beschäftigte in der Fertigung von Zubehörteilen) verlagern soll, wodurch ebenfalls Kostenvorteile erzielt würden.
    Man hat sich entschlossen, Torsvik vorerst nicht zu verlagern, und im Rahmen einer Mischkalkulation weiter bestehen zu lassen.
    Zu hoffen bleibt, daß sich deutsche Unternehmen in international agierenden Firmen daran ein Beispiel nehmen.

    • iceman
    • 13.12.2005 um 0:09 Uhr

    Als Potlatsch bezeichnet man die Geschenkverteilungsrituale von Eingeborenen in Melanesien (Südsee).
    Der Rang eines Stammesmitglieds hängt ab seiner Bereitschaft, eigene Güter entweder zu zerstören oder an andere zu verschenken.
    Naturgemäß führt solches Verhalten zum Ruin.

    Deutschlands Politiker haben diese Verschenkungsrituale in den letzten 40 Jahren bis zum Exzeß betrieben, immer im Sinne des "ONE WORLD".
    Wir haben alles weggegeben.

    Sind Tony Blair, Jacques Chirac und Göran Persson Asoziale? Nein, sie vertreten nur die Interessen ihres Landes!
    Während sie für ihre Länder einen fragwürdigen Rabatt oder erhöhte Agrarsubventionen durchgesetzt haben, auch sich weigerten den Euro oder die Quellensteuer einzuführen, stritten sich unsere Politiker wie Recke Roland bis zum Umfallen für die möglichst hohe Anzahl an neuen Beitrittsländern.

    Und das möglichst schnell, als wenn es kein Morgen gäbe - und die Deutschen ihre Grenzen nicht an Polen und Tschechien hätten. Es mußten gleich 10 auf einen Streich sein - und auch das reichte den nimmersatten Idealisten nicht. Sinnbild für diese Unersättlichkeit war ein ehemaliger Spielwarenverkäufer im Amt des Außenministers, der nach eigener Aussage immer extrem sein muß.

    Und erinnert sich noch jemand daran, wie Gerhard Schröder in einer Nacht mal eben eine Milliarde verschenkte (in der letzten Nacht der Beitrittsverhandlungen, an den polnischen Premier Miller - für dessen Milchkühe)?
    Soviel Kohle verpraßt kein Scheich im Casino.

    Weiß überhaupt jemand, daß DIE BEIDEN kurz vor ihrem Ausscheiden noch ein großzügiges Abschiedsgeschenk an Israel machten - da wurden zwei neue U-Boote der Bundesmarine (Dolphin-Klasse) verschenkt, Stückpreis 1 Mrd. Euro.

    Ähnliches galt für die Zuwanderungspolitik, deren einziger Maßstab die Quantität, nie aber die Qualität war.
    Um dies zu vertuschen und zu vernebeln, haben Zauberkünstler die Leute mit "Greencards" geblendet, ohne an den Mißständen irgend etwas zu ändern.
    In einem Land, in dem die Frauenerwerbsquote dringend erhöht gehört, ebenso der Faktor Bildung gestärkt, da hat man bevorzugt Leute in´s Land gelassen, die das genaue Gegenteil bewirken. Menschen geholt, die sich eher durch erhöhte Fertilität auszeichnen denn durch Fertigkeiten - und dadurch eine Potenzierung der Probleme bedeuten.

    Dabei gab es doch eine ganz andere Integrationsleistung zu vollbringen: Die Deutsch Einheit.
    Erinnert sich noch jemand daran, daß Karl-Otto Pöhl (ehem. Chef der Dt.Bundesbk.) Helmut Kohl eindringlich vor dem 1:1-Währungsumtausch warnte? Er warnte davor, daß die ostdeutsche Industrie mit der harten Währung nicht fertig würde, nicht mehr konkurrenzfähig sei und ihre Produkte (weil zu teuer) nicht mehr im angestammten Markt (Osteuropa) absetzen könne. Genau so ist es gekommen, mit der Folge, daß die neuen EU-Mitglieder (trotz viel späterem Beitritt) sich bzgl. Wirtschaftswachstum schneller entwickelt haben als unsere Problemzone.

    Selbst unser Eliten haben wir nicht zum Gemeinwohl erzogen, in den letzten Jahrzehnten. Deutsche Top-Manager, viele im Alter von 40 bis 50, schwafeln deshalb auf öffentlichen Podien verlegen vom "Weltbürgertum", um Massenentlassungen und Standortverlagerungen zu rechtfertigen. Selbst auf EU-Chefsesseln haben wir Leute installiert (Verheugen), die keinen Bezug mehr haben zum eigenen Land.
    Es ist ein DEUTSCHER Rennfahrer, der noch nie einen Euro im eigenen Land bezahlt hat, KEIN finnischer (Mika bleibt im kalten Finnland). Es ist ein DEUTSCHER Radrennfahrer, der seinen Wohnsitz ebenfalls in der Schweiz hat. Es ist ein DEUTSCHER Alt-Bundeskanzler, der seinen Lebensunterhalt demnächst zwiefach in der Schweiz verdient.

    Das alles war absehbar.
    Weil die Dinge ihre eigene Logik haben.

    Nachdem sich abzeichnete, daß mit Idealismus allein "kein Staat zu machen" ist, wurde ein neuer Taschenspielertrick eingesetzt:
    Schuld an der Misere seien allein aufgeblähte Sozialstandards in einer globalisierten Ökonomie. Ein hartes Anpassungsprogramm (Richtung osteuropäischer Löhne) wurde als "Reformpolitik" und Lösung aller Probleme gepriesen. Viele haben das geglaubt.
    Nachdem sich abzeichnete, daß auch dieses nicht funktioniert (wie auch?), haben sich die Darsteller, unter großem Applaus des Publikums, von der Bühne verabschiedet. Der letzte Akt wurde etwas vorgezogen, aber es wurde noch einmal etwas Dramatik geboten. Immerhin.

    Der Vorhang ist gefallen.
    Die Lichter sind aus.
    Die Darsteller haben sich verabschiedet.

    Deutschland ist nun eine tickende Zeitbombe (monetär-fiskalisch, demographisch, ethnisch) und wer kann rettet sich in trockene Gefilde. Der eine kehrt mit deutscher Rente in die Türkei zurück, der andere, mit mehr Geld und Reputation ausgestattet, geht in die Schweiz.
    Jeder so, wie er´s kann. So haben wir es gelernt, nicht anders.

    Bei denen die hierbleiben bricht immer mehr das Geschrei aus, es ist ja plötzlich so dunkel und kalt geworden im Saal.
    Wie in jeder Gruppe, die existentiell bedroht ist, ergeht man sich in gegenseitigen Schuldzuweisungen.

    Nein, meine Freunde, wir sind ALLE selber schuld.

    Euer Eismann.

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  • Quelle (c) ZEIT online, dpa, 12.12.2005
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