IRAN FIFA lehnt Ausschluss ab
Der Europaparlamentarier Daniel Cohn-Bendit schlägt Prüfung der WM-Teilnahme Irans vor. Der Weltfußballverband will aber Politik und Sport trennen
Der Fußball-Weltverband FIFA hat Forderungen aus der Politik nach einem Ausschluss Irans von der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland eine klare Absage erteilt. "Für die FIFA stellt sich die Frage nicht. Wir trennen strikt zwischen Politik und Sport", sagte FIFA-Sprecher Andreas Herren am Mittwochabend der dpa. Iran habe sich regulär für die WM-Endrunde qualifiziert. "Wir erteilen allen Politikern eine Absage."
Die FIFA reagierte damit auf die zunehmende Debatte über ein WM-Teilnahmeverbot für den Iran. Nach den neuerlichen antisemitischen Äußerungen des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad forderten die Grünen den Weltverband am Mittwoch auf, den Iran von dem Turnier auszuschließen. "Ein Land mit einem solchen Präsidenten, der das Land in die Isolierung treibt, hat bei der Fußball-Weltmeisterschaft nichts zu tun", sagte die Europa- Abgeordnete der Grünen, Angelika Beer, im RBB-Inforadio.
Der Fraktions-Geschäftsführer der Grünen im Bundestag, Volker Beck, schloss sich der Forderung an. "Man muss dem Iran zeigen, dass es so nicht geht und so nicht ohne Konsequenzen bleibt", sagte Beck der "Netzeitung". Dagegen lehnte der Vorsitzende des Bundestags- Sportausschusses, Peter Danckert (SPD), ein Teilnahmeverbot für den Iran als "zumindest grenzwertig" ab. Die sportlich für die WM qualifizierte Mannschaft dürfe nicht wegen "überflüssiger Äußerungen ihres Staatspräsidenten bestraft werden", sagte er. CDU-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach warnte im Kölner "Express" (Donnerstag), die Politik dürfe nicht in den Sport hineingezogen werden.
Der Co-Vorsitzende der Grünen im Europaparlament, Daniel Cohn- Bendit, schlug vor, den Ausschluss Irans von der WM zu prüfen: "Das würde eine ernsthafte Debatte im Iran auslösen."
Irans Staatschef Ahmadinedschad hatte seine Verbalattacken gegen Israel und den Westen am Mittwoch verschärft und den Holocaust erneut geleugnet. Für die WM 2006 wurde der Iran am vergangenen Freitag in Leipzig in die Gruppe D mit Mexiko, Angola und Portugal gelost.
- Datum 12.10.2005 - 13:24 Uhr
- Quelle (c) dpa, 15.12.2005
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