cia-affäre Gab es Schweigegeld?
Im Fall El-Masri enthüllte Innenminister Schäuble im Bundestag unerwartete Details. Danach verhörten deutsche Sicherheitsbeamte auch den Islamisten Sammar in Syrien
Einen unerwarteten Aufklärungsbeitrag zum Thema CIA und inhaftierte Deutsche im Ausland lieferte am Mittwochabend Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU). Der gab nicht nur Auskunft über bislang unbekannte Details im Entführungsfall des Deutsch-Libanesen Khaled El-Masri. Er berichtete auch über zwei bislang weniger diskutierte Fälle, in denen deutsche Behörden aktiv wurden.
Danach verhörte das Bundeskriminalamt (BKA) den seit Jahren inhaftierten deutsch-syrischen Islamisten Mohammed Haidar Sammar in Syrien. Und auch im Fall des im berüchtigten US-Gefangenenlager Guantánamo sitzenden Bremers Murat Kurnaz waren deutsche Sicherheitsbehörden aktiv.
Im Entführungsfall El-Masri gab Schäuble im Bundestag Informationen preis, die er zunächst nur unter dem Siegel der Verschwiegenheit dem Innenausschuss anvertraut hatte. So sei sein Amtsvorgänger Otto Schily (SPD) zwar von US-Botschafter Daniel Coats am 31. Mai 2004 über den Fall El-Masri unterrichtet worden. Allerdings seien dabei die Worte »Entführung« oder »Afghanistan« nicht gefallen, beteuerte Schäuble. Neu war die Erkenntnis, dass die USA El-Masri im Gegenzug für Stillschweigen eine Entschuldigung und einen Geldbetrag anboten und offensichtlich auch gaben.
Auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) war in dem Fall am Mittwoch um Aufklärung bemüht. Im Auswärtigen Ausschuss und im Bundestagsplenum wies mit aller Entschiedenheit Vorwürfe zurück, deutsche Stellen seien in irgendeiner Art in die Entführung El-Masris verstrickt. Weder Geheimdienste noch Bundesregierung noch Bundeskriminalamt hätten Beihilfe zur Verschleppung geleistet. Rechte Zufriedenheit wollte sich aber in der Opposition über die geleistete Aufklärung nicht einstellen.
Ein großer Schatten fällt auf die US-Behörden. Allein das BKA drängte die zuständigen Stellen in Amerika nach Angaben Steinmeiers von September 2004 bis Januar 2005 rund ein halbes Dutzend Mal, Aufklärung zu geben. Fehlanzeige. Erst im vergangenen Monat - fast zwei Jahre nach der Verschleppung El-Masris - »signalisierte« die US-Seite der Bundesregierung erstmals, der Vorgang sei in den Händen der zuständigen Behörden.
»Was ist denn das für eine Freundschaft?« fragte der Vorsitzende der Linkspartei-Fraktion, Gregor Gysi, mit Blick auf das deutsch-amerikanische Verhältnis. Es gehe schließlich bei der Entführung El Masris um die Aufklärung einer schweren Straftat. Es habe weder einen Haftbefehl gegeben, noch seien die deutschen Behörden informiert worden. »Das kann man doch nicht einfach hinnehmen.«
- Datum 21.12.2005 - 12:24 Uhr
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- Quelle (c) ZEIT online, dpa, Helmut Reuter, 15.12.2005
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Herr Schäuble zufolge soll Herr El-Masri Geld erhalten haben. Herr El-Masri wird schwerlich das Gegenteil beweisen können. Die Behauptung steht im Raum. Nun sei die Frage erlaubt, wer war der Überbringer? Herr Schreiber oder Frau Baumeister?
Nun zeigt sich, daß nicht nur die Wahl des Außenministers nicht sehr glücklich war.
korfstroem
Wenn das stimmt dann wird der Herr El-Masri dem Staat nicht mehr fuer Arbeitslosen Geld auf der Tasche liegen muessen,was fuer Deutschland sicherlich eine gute Nachricht ist. Ausserdem sollte man ein bischen mehr in die Geschichte einsehen,ich glaube nicht dass der Libanese das unbeschriebene Blatt ist als dass er sich verkaufen will.Denn dass er in Kreisen verkehrt wo auch die Terroristen von New York einkehrten ist ja auch bekannt.KBryant
Dem Schäuble glaub ich rein gar nix mehr. Außer, dass er Bundesinnenminister ist. Und das ist doch wirklich unglaublich!
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