gesundheitskampagne Raucher tötenSeite 2/2
Und das ist der eigentliche Zweck. Die Raucher bleiben die eigentliche Zielgruppe der Tabakkontrolleure und Präventionsexperten - auch am DKFZ. Auf sie soll Druck ausgeübt werden, und wer könnte das besser als die Menschen in ihrer nächsten Umgebung? Die Nichtraucher, die nun Angst bekommen sollen, von Nikotinsüchtigen und Genussqualmern zu Tausenden in den Tod getrieben zu werden? Dass die Grundlage für diese Vorgehensweise vage Schätzungen sind, stört Frau Pötschke-Langer nicht. Sie findet es sogar "legitim", solange das Ganze dem richtigen Zweck dient.
Nun ist es unbestreitbar vernünftig, die durch Rauchen und Passivrauchen entstehenden Gesundheitsrisiken zu bekämpfen. Fragt sich nur, ob durch Aufklärung oder durch Angstkampagnen, die ein gesellschaftliches Klima der Ausgrenzung erzeugen sollen.
Noch ist Rauchen in Deutschland erlaubt. Verboten wird es mehr und mehr an Orten, die aufzusuchen oder zu meiden nicht jedermann frei steht - öffentliche Gebäude beispielsweise, oder Büros. Aber die Raucher per Gesetz, wie zur Zeit diskutiert und vom DKFZ gefordert, aus Bars und Restaurants auszusperren, müsste konsequenterweise ein Alkoholverbot nach sich ziehen, denn der Alkoholmissbrauch schädigt Dritte noch weitaus mehr als das Passivrauchen. Eine andere Sache ist es natürlich, wenn sich jemand entschließt, eine Nichtraucherbar oder ein rauchfreies Restaurant zu eröffnen. Auch das ist erlaubt. Dem DKFZ wäre sogar zuzubilligen, solche Orte öffentlich zu begrüßen. Doch auf dünner Datenbasis aggressive Kampagnen zu führen, mögen sie auch noch so gut gemeint sein, das ist nicht Sache der Wissenschaft.
- Datum 01.04.2009 - 07:37 Uhr
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- Quelle (c) ZEIT online, 17.12.2005
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"immer diese militanten nichtraucher! werden erst zufrieden sein, wenn sie auch den letzten raucher in die wüste geschickt haben. es wird zeit sich zu wehren - bitte mal ein paar postings für das rauchen schreiben."
dann mach doch mal, is halt ne beliebte Droge,
vielleicht dass mehr kleine Mädchen als kleine Jungs rauchen, das wäre doch was positives, so Emanzipation und so halt....
Normalerweise halte ich mich mit geäußerten Spekulationen über die Motivationen anderer eher zurück. Was mir jedoch auffällt ist, dass in der Debatte zwischen Rauchern und Nichtrauchern die gesunde Aggressivität sich schnell in nicht nur kontraproduktives, sondern auch dummes aufeinander-einhacken verwandelt, das uns alle nicht weiter bringt. Geht es nicht sachlicher? Und vor allem: konkreter?
Ich bin Raucher. Aber ich weiß, dass meine Mitmenschen das nicht immer gerade zu schätzen wissen, also nehme ich Rücksicht. Verbietet mir ein Gastgeber das Rauchen, akzeptiere ich das ohne jeden Missmut. Stehe ich in der Nähe von Kindern oder schwangeren Frauen und kann mich nicht entfernen - vor allem in Warteschlangen, oder innerhalb zusammengedrängter Menschenmengen - mache ich die Kippe umgehend aus. Sitze ich mit Freunden und Bekannten zusammen - auch, wenn das Rauchen erlaubt ist - sehe ich zu, dass die nichtraucher möglichst wenig davon abbekommen.
Aber an diesem letzten Punkt, das gebe ich zu, bin ich angreifbar: Denn ich k a n n gar nicht vollständig vermeiden, dass, solange ich rauche, andere es unweigerlich einatmen. Unangenehme Effekte wie dicke Rauchschwaden im Gesicht kann ich, durch die richtige Distanz und "exhalationsrichtung", vermeiden; nicht die Schadstoffe in der gemeinsamen Luft. Aber hier finde ich, im Gegensatz zu einem der Beiträge hier, dass die verschiedenen Belastungen, die wir unserer Umwelt mit unseren Gewohnheiten zumuten, durchaus etwas miteinander zu tun haben. Ich sehe nicht ein, dass bei allem Schaden, den jeder einzelne von uns anrichtet, eine einzelne Schadens-Quelle isoliert herausgegriffen und zum Ziel scheinbar berechtigter, aggressiver attacken gemacht werden darf.
Warum muss ich mir als Raucher übelste Beschimpfungen bieten lassen, finde aber , selbst bei gewählt sachlichem Ton, nur wenig Verständnis dafür, dass die faule Bevölkerung neben mir auf der Straße Wege mit dem Auto fährt, die ich jederzeit zu Fuß gehe oder wenigstens mit den ungemütlicheren, öffentlichen Verkehrswegen fahre (ich fahre maximal 1% aller meiner Wege mit dem Auto)? Wieso dürfen mir Leute, die weniger Sport treiben, sich und ihre Abhängigen mit deutlich ungesünderer Nahrung versorgen als ich sie zu mir nehme oder die u.U. mehr trinken mich aggressiv und schulmeisterhaft über die schädlichkeit meines Lasters aufklären?
Ich bin durchaus bereit, mich mit meinem Laster noch deutlicher einzuschränken - wenn wir dabei diese unangebrachte, moralische Asymmetrie beiseite lassen.
Zu guter letzt noch eine Frage: ist es wirklich nötig, dass wir dieses problem mit polemischen kampagnen und Gesetzen lösen? Sind wir so unfähig, abseits davon Einverständnisse zu entwickeln?
Bis dann, S.
Ich lese in den Kommentaren Äußerungen wie diese: "Politik und Strategie der ZEIT sind: Verhinderung, dass die volle Wahrheit über die Tabak Epidmie ans Licht kommt. Die Tabakindustrie hat das gleiche Interesse. Welche Schlüsse ziehen wir daraus?" - Es wird darin und in etlichen anderen Äußerungen unterstellt, die ZEIT habe sich (aus materiellen Gründen?) mit der Industrie verschworen. Wer so etwas hinschreibt, sollte anderen nicht "unsaubere Argumentation" vorwerfen.
Jedesmal wenn klar und objektiv über die Schäden des Tabakrauchs bzw. Passivrauchs berichtet wird die ja nunmal einzig durch Raucher an Arbeitsplätzen anderer entstehen , werden von einigen "Angstkampagnen" gesehen.
Wie, wenn nicht durch klare Darstellung der Tatsachen, soll man auf diese Epedimie aufmerksam machen, bzw. die Politik zum Handeln auffordern?
140.000 Tote Tabakkonsumenten und zahlreiche in Mitleidenschaft gezogene Unbeteiligte machen jeden Tag Angst genug, warum sollte man irgendetwas davon gut heißen, oder nur an die lieben Raucher appellieren "sie sollen doch bitte bitte mal ein bißchen tolerant sein", was sie in den letzen 10 Jahren nicht waren, und auch in Zukunft nicht sein werden können?
Nur weil es Mitbürger sind deren Sucht bzw. Ignoranz der Politik andere schädigt, ist das kein Grund nur "aufzuklären" ohne zu handeln wo das hinführt sieht man jeden Tag in der BRD wo die "aufgeklärten" Raucher, nachdem sie die Zigarettenschachtel, auf der steht das deren Konsum die Mitmenschen in der Umgebung massiv schädigt, weiterhin unbehelligt Unbeteiligte schädigen bzw. diese nötigen entsprechende soziale Räume zu verlassen (was Arbeitnehmern gar nicht möglich ist).
Man sollte bei der ganzen Diskussion auch mal feststellen das 14 Millionen Bundesbürger nikotinabhängig sind, und die Mehrzahl von ihnen keineswegs freiwillig raucht. Natürlich sind sie auch Opfer, nur helfen entsprechende Gesetzgebungen nicht nur Unbeteiligte zu schützen, sondern geben Aufhörwilligen auch die reale Chance aufhören zu können.
Jeder Raucher und die Politik sind zu 100% aufgeklärt sie wissen ob ihres Tuns und nicht tuns; Passivberauchung kann und sollte nicht von der Lust und Laune des Tabakkonsumenten, bzw. von der Toleranz eines Lokalbetreibers abhängen. Erwachsene Bürger und Angestellte des Gastgewerbes wollen selber entscheiden, und ihr Leben nicht in fremde Hände legen.
Es ist durchaus Aufgabe der Medien auf schlampig ausgeführte, die öffentliche Meinung manipulierende Studien aufmerksam zu machen. Sicherlich ist der Vergleich mit Alkohol zum Schluss des Artikels sehr schwach, das macht den Artikel an sich aber nicht wertlos. Ebenso wie rechtswidrige Ermittlungsverfahren in einem Mordfall nicht zulässig sind, ist es auch nicht zulässig, die öffentliche Meinung durch Angabe von Zahlen zu manipulieren, welche auf einer fahrlässig wackeligen Basis beruhen. Dass dies kaum einer von den Kommentatoren nachvollziehen kann, erschreckt mich - Nichtraucher mit Demokratieverständnis - sehr.
Ergänzend zu den anderen Kommentaren, denen ich voll zustimme, fällt mir auf, dass in diesem Artikel die Argumentation der Tabakindustrie wiederholt wird. Dieser Artikel könnte genauso gut aus den Vorstandsetagen dieser Firmen stammen. Das sich die gravierenden Schäden durch Passivrauchen erst im Alter einstellen liegt in der Natur der Sache. Daraus "Fehler" in der Studie herleiten zu wollen ist mehr als bedenklich. Diese Argumentationstechnik wurde schon u. a. bei dem drohenden Verbot der FCKs angewendet. Grundsätzlich muss gelten: Solange keine Beweise vorliegen, dass Passivrauchen nicht gesundheitsschädlich ist, müssen Nichtraucher vor Rauchern in der Öffentlichkeit geschützt werden.
Der Vergleich mit dem Alkoholkonsum ist einfach albern. Natürlich können durch (übermäßigen) Alkoholgenuss Dritte geschädigt werden (z. B. Kinder). Dies hat aber nichts damit zu tun, ob der Alkohol öffentlich getrunken wird oder im Privaten. Gleiches gilt für das Essen. Die Forderung lautet ja auch nicht, dass Rauchen generell verboten werden sollte.
Mit freundlichen Grüßen
immer diese militanten nichtraucher! werden erst zufrieden sein, wenn sie auch den letzten raucher in die wüste geschickt haben. es wird zeit sich zu wehren - bitte mal ein paar postings für das rauchen schreiben.
Ich finde es bedauerlich, welche Ausrutscher in der Argumentation und Diskussionsführung sich in einem Zeit-Artikel finden, der sich ausgerechnet mit den unsauberen Methoden der Raucherkritiker beschäftigt.
(1) FUD - Fear, Uncertainty, Doubt
Natürlich ist es höchst unprofessionell, eine nicht vorhandene Studie als Hauptstütze einer Kampagne zu verwenden. Die zweifelhafte Genauigkeit der Studie ändert aber nichts an der selbst von der Autorin des Artikels bestätigten Tatsache der schädlichen Wirkung des Passivrauchens.
Die Diskreditierung des Instituts im Artikel lenkt davon ab, daß eigentlich keine "Mindest-Mortalität" notwendig sein sollte, bevor man sich mit der Thematik befasst.
(2) Verknüpfung von Problemen
Mit der Aussage, ein Rauchverbot "müsste konsequenterweise ein Alkoholverbot nach sich ziehen, denn der Alkoholmissbrauch schädigt Dritte noch weitaus mehr als das Passivrauchen" bewegt sich die Autorin meines Erachtens zweifach auf Glatteis. Zum einen sollte die Tatsache, daß Alkoholmißbrauch schädlich aber erlaubt ist, niemanden davon abhalten, sich der Problematik des Passivrauchens zu widmen - die beiden haben miteinander gar nichts zu tun. Zum anderen sind viele Aspekte des Alkoholmißbrauchs, die Dritte schädigen können, z.B. Alkohol am Steuer, sehr wohl bereits verboten (ja, auch wenn man da konsequenterweise auch gleich Rauchen am Steuer verbieten hätte müssen, denn ... aber lassen wir das).
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