Kirche Für eine gerechtere Welt

Papst Benedikt der XVI. hat zu einer neuen Weltordnung aufgerufen

Papst Benedikt XVI. hat in seiner Weihnachtsbotschaft in Rom zu einer »neuen Weltordnung« des Friedens und der Gerechtigkeit aufgerufen. Die christliche Botschaft der Nächstenliebe könne dem Menschen die Kraft geben, sich »für den Aufbau einer neuen Weltordnung einzusetzen, die auf gerechten ethischen und wirtschaftlichen Beziehungen gegründet ist«. Anschließend spendete er den traditionellen Segen Urbi et Orbi (Der Stadt und dem Erdkreis) und sprach die Weihnachtsgrüße in 32 Sprachen. Sein Vorgänger Johannes Paul II. hatte sie vor einem Jahr sogar in 62 Sprachen gesprochen. 

Rund 40 000 Gläubige und Touristen waren am Sonntag bei grauem und regnerischem Wetter auf den Peterplatz gekommen, darunter viele Deutsche. Auf Deutsch sagte das Oberhaupt der Katholiken: »Die Geburt Jesu Christi, des Erlösers der Menschen, erfülle Euer Leben mit tiefer Freude und reicher Gnade; sein Friede möge in Euren Herzen wohnen. Gesegnete und frohe Weihnachten!« Die Weihnachtsbotschaft wurde vom Fernsehen in mehr als 70 Länder übertragen. 

Anzeige

Um Mitternacht hatte der Papst die traditionelle Christmesse im Petersdom gefeiert. Es ist das erste Weihnachtsfest des 78-jährigen Joseph Ratzinger seit dem Tod von Johannes Paul und seiner Papstwahl im April. Wie im Vatikan offiziell bekannt wurde, wird der Kirchenführer im Januar seine erste Enzyklika veröffentlichen. Sie gilt als wichtiges Signal für die Pläne des Papstes für sein Pontifikat. Das Rundschreiben unter dem Titel »Deus est Caritas« (Gott ist Liebe) trage als Datum den 25. Dezember. 

Eindringlich warnte der deutsche Papst vor einer geistigen Leere des modernen Menschen. Auch in der Welt der Vernunft und des technischen Fortschritts dürften sich die Menschen nicht der christlichen Botschaft verschließen. Zwar seien in den letzten Jahrhunderten in Technik und Wissenschaft sehr viele Fortschritte gemacht worden, und die Menschen verfügten über umfangreiche materielle Möglichkeiten. »Der Mensch des technologischen Zeitalters ist jedoch in Gefahr, Opfer eben dieser Erfolge seiner Intelligenz und der Ergebnisse seiner Handlungsfähigkeit zu sein, wenn er sich auf eine geistliche Atrophie, auf eine Leere des Herzens zubewegt.« Eindringlich rief er die Gläubigen auf: »Erwache, o Mensch des dritten Jahrtausends!« 

Christliche Nächstenliebe könne helfen, die brennenden Probleme in der Welt zu lösen, sagte der Papst weiter. Wer der christlichen Botschaft folge, setze sich für Dialog und Versöhnung ein. Ausdrücklich verwies Ratzinger außer auf die »beschämende Armut« in der Dritten Welt auch auf den Terrorismus, die zunehmende Rüstung sowie auf die Bedrohung durch Umweltverschmutzung und Pandemien. Zugleich erinnerte er an die Situation im Irak und im Nahen Osten sowie an die »Bruderkriege« und ungelösten politischen Probleme in Afrika, in Lateinamerika und in Ostasien.

 
Leser-Kommentare
  1. Kardinal Ratzinger hat mit großem Ernst und mit großer Leidenschaft in Deutschland, aber nicht nur dort, eine Reihe von hochanständigen Menschen, erstklassige katholische Priester in einer nicht anständigen Art aus dem Verkehr gezogen. Das bedeutet für diese Menschen Berufsverbot!

    Ein Teil dieser katholischen Priester wurde jahrelang von fundamentalistischen Gruppen, die es inzwischen in allen Regionen bzw. Bistümern Deutschlands gibt, bespitzelt. In allerbesten Stasi-Manier!

    Deshalb große Vorsicht, wenn Papst Benedikt zu einer neuen Weltordnung aufruft! Es könnte die vom Opus Dei sein!

    Und: Da Gott inzwischen keinen Stellvertreter auf Erden mehr braucht, ist der Papst ein PopStar - nicht mehr und nicht weniger!

    • OIKOS
    • 25.12.2005 um 22:32 Uhr

    Für eine Welt ohne Folter und ohne Erdöl! Nicht anti-amerikanisch, sondern oberamerikanisch.
    Für eine Welt mit Solarenergie!

    Das ist die Welt der Nächstenliebe und der Barmherzigkeit!

    Frieden, Solidarität, Gerechtigkeit und Bewahren der Schöpfung!

  2. Eine gerechte Welt bedeutet für die Kirche, Kriegsverbrecher zu verstecken; antibiblische Irrlehren zu verbreiten; Blasphemie; zu schweigen zu Antijudaismus; und völlige Intoleranz Andersgläubigen gegenüber.
    Wenn oben Genanntes die Gerechtigkeit der Kirche ist, möchte ich nicht deren Ungerechtigkeit erleben müssen. Und: Im Dritten Reich hatten wir doch schon mal eine neue Weltordnung... Dass gerade ein deutscher Papst jetzt dazu aufruft, fällt innerhalb der Kirche wohl niemandem auf.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle (c) dpa, 25.12.2005
  • Kommentare 3
  • Versenden E-Mail verschicken
  • Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
  • Artikel Drucken Druckversion | PDF
  • Schlagworte Religion | Kirche | Vatikan | Papst
  • Artikel-Tools präsentiert von:

Service