Demografie Zurück am Herd

Die Gleichberechtigung von Frau und Mann droht zu scheitern. Das legt eine neue Datenanalyse nahe. Doch sind die Männer daran schuld?

Zuerst die gute Nachricht: Frauen sind immer gebildeter. In der Schulbildung haben sie die Männer inzwischen überholt, 40,6 Prozent der Frauen bis 30 Jahre hatten im Jahr 2004 Abitur. Von den Männern waren es nur 37,8 Prozent. Und unter den Hochschulabsolventen herrscht inzwischen Geschlechterparität; die ehemalige Dominanz der Männer ist gebrochen. So steht es im FrauenDatenReport , den das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung alle fünf Jahre herausgibt. Hurra, möchte man angesichts solcher Zahlen rufen. Denn wo Bildung immer wichtiger wird, sollten die Frauen ja nun gesellschaftlich und beruflich auf dem Vormarsch sein. Das würde auch zur allgemeinen Wahrnehmung passen, sagt Silke Bothfeld, eine der Autorinnen der Studie. „Unsere Zahlen zeigen aber, dass dieser Eindruck falsch ist.“ Die Gleichberechtigung sei eben nicht, wie viele dächten, ein automatischer sozialer Wandel, „der in drei Generationen erledigt ist“.

Die gesellschaftliche Emanzipation der Frauen gerät vielmehr ins Stocken, meint die Politologin, da nütze ihnen die gute Bildung nichts – zumindest beruflich. Immer noch ist Diskriminierung nach dem Geschlecht auf dem Arbeitsmarkt üblich. Frauen, die ganztags arbeiten, verdienen in Westdeutschland durchschnittlich 23 Prozent weniger als Männer, im Osten sind es 10 Prozent weniger. Nahm die Lohnkluft in den letzten 50 Jahren noch langsam ab, ist der Aufholprozess nun fast zum Stillstand gekommen. In Ostdeutschland scheren die Einkommen von Mann und Frau sogar wieder auseinander.

Manch Grund für diese Ungleichbehandlung ist eher harmlos: Zum Beispiel werden typische Frauenberufe schlechter entlohnt als typische Männerjobs. Eine Frau aus der weiblichen Spitzengruppe – laut WSI-Bericht sind das Rechtsberaterinnen – verdient weniger als ein Mann im zehntbest bezahlten „männlichen“ Berufsfeld, also als ein Physiker oder Mathematiker. Kriminell wird es allerdings, wenn derlei Strukturunterschiede gar nicht existieren. Das ist laut Bericht für ein Drittel der Einkommensdifferenzen in Westdeutschland und für ein Viertel der Lohnunterschiede im Osten der Fall. Hier diskriminieren Arbeitgeber die Frauen direkt. Sie verdienen weniger als ein Mann, der genau den gleichen Job macht. Nur, weil sie Frauen sind. Das sei zwar gesetzlich verboten, sagt Silke Bothfeld vom WSI, „aber die Frauen klagen nicht, weil sie Angst um ihren Arbeitsplatz haben.“ Als Klägerinnen stünden sie derzeitigem Recht zufolge auch als Einzelstreiterinnen da, Sammelklagen sind nicht möglich.

Nicht viel besser sieht es bei der Verteilung der Arbeitszeit zwischen den Geschlechtern aus. Zwar präsentiert sich der Anstieg der Frauenerwerbsquote als unumkehrbarer Trend. Doch das Bild trügt: Die Zahl der Frauen, die voll beschäftigt sind, hat stark  abgenommen: von 1991 bis 2004 um 1,6 Millionen. Die Frauenquote stieg nur, weil gleichzeitig 1,8 Millionen Frauen mehr in Teilzeit arbeiteten. Dabei sind Frauen in Westdeutschland weit häufiger teilzeitbeschäftigt (45 Prozent) als in Ostdeutschland (28 Prozent). Traditionelle Erwerbsmuster treten noch deutlicher zu Tage, wenn Kinder ins Spiel kommen. Unter den Frauen mit Kindern arbeitet nur noch ein Fünftel ganztags. Die Erwerbstätigkeit von Männern nimmt hingegen zu, wenn Kinder im Haushalt sind. Die Sprache der Zahlen ist deutlich: In Deutschland dominiert immer noch das klassische Ernährermodell. Der Mann verdient das Geld, die Frau steigt aus dem Job, mindestens aber aus der Vollzeitarbeit, aus - und kümmert sich um die Kinder. Da tröstet auch der Hinweis nicht, dass es in anderen EU-Ländern ähnlich ist.

Insgesamt kein gutes Zeugnis, das der WSI-Report der Gleichberechtigung ausstellt. Ist mehr Gleichstellung in Deutschland nicht möglich? Wer oder was ist die mächtige Gegenkraft, die das mit so vielen Hoffnungen verbundenen Generationenprojekt der weiblichen Emanzipation in die Knie zwingt? Und schon ist sie da: die Schuldfrage. Unter medialem Generalverdacht stehen traditionell die Männer, die – betitelt als infantiles oder nesthockendes Geschlecht - die Emanzipation völlig verschlafen haben, und ewiggestrig im Patriarchat verharren. Keine zielführende Argumentationshilfe, bemängelt Forscherin Silke Bothfeld. „Die Medien leiten nicht gerade dazu an, jenseits der geschlechtlichen Stereotypen zu denken.“ Die Geschlechterrollen müssten zwar diskutiert werden, doch jenseits der Polarisierung, Frauen seien die Guten und Männer die Bösen.

Für eine wirklich faire Debatte reichen die Daten des WSI-Reports allerdings nicht aus, sagt Stephan Höyng, Professor für Pädagogik an der katholischen Hochschule für Sozialwesen in Berlin. „Bei Männern gibt es positive Veränderungen, und die muss man auch benennen. Das sehe ich im Bericht nicht.“ Generell würden die Männer in der Gleichberechtigungs-Debatte zu negativ dargestellt. So hätten Befragungen ergeben, dass inzwischen sehr viele Männer gerne eine aktivere Erzieherrolle einnehmen und dafür weniger arbeiten wollten. Andere Erhebungen allerdings zeigen: Sie tun es nicht. Für Höyng ist das kein Widerspruch: „Diese Männer lügen ja nicht. Wenn Menschen ihre Wünsche nicht umsetzen, dann gibt es offenbar Hindernisse.“

Leser-Kommentare
    • albino
    • 14.01.2006 um 10:29 Uhr

    Ich will mit dieser Aussage überhaupt nichts entschuldigen und relativieren. Ich sage es so, wie es ist: In den Staaten, in denen Mädchen traditionell beschnitten werden, machen das normalerweise die Frauen. Genau so, wie die Männer die Jungs beschneiden. Man muss beides beim Namen nennen und darf nichts verschweigen. Genau das geschieht jedoch leider recht oft.

    Fakt ist auch: Ich habe niemals die Vermischung der Beschneidungs- mit der Gleichstellungsdiskussion beklagt. Das Thema kam hier zur Sprache, und ich habe auf Ihren Beitrag hin meine Sicht der Dinge wiedergegeben.

    Ihr Vorwurf der Relativierung und Rechtfertigung von Menschenrechtsverletzungen geht ebenfalls fehl. Ich habe deutlich gemacht, dass ich jegliches Engagement gegen Genitalverstümmelung an Mädchen gutheiße, finde es jedoch angebracht, in diesem Zusammenhang auch die Praxis der Genitalverstümmelung an Jungen anzusprechen. Dass eben dies in der Regel nicht geschieht, ist für meine Begriffe menschenverachtend, da es die männlichen Betroffenen gänzlich ausklammert. Warum diese unnötige Unterteilung nach Geschlechtern? Warum Ihr aggressiver Tonfall?

    Sicher ist es korrekt, dass die Entfernung der Vorhaut im Hinblick auf die lebenslangen Folgen für das sexuelle Empfinden nicht mit dem Entfernen der äußeren Genitalien bei der Frau und dem Zunähen der Vagina zu vergleichen ist. Tatsache ist jedoch, dass die Beschneidungspraktiken bei Jungen oft weit über das bloße Entfernen der Vorhaut hinausgehen. So völlig unterschiedlich und unvergleichbar, wie Sie es behaupten, sind die Praktiken bei weitem nicht. Hier ein paar Beispiele:

    "Bei den Aborigines, den australischen Ureinwohnern, sowie auf mehreren Inseln des Westpazifischen Ozeans ist es Brauch, jungen Männern einige Wochen nach Entfernung der Vorhaut den Penis aufzuschlitzen, was eine vollständige oder partielle Spaltung der Harnröhre bewirkt: "In solchen Fällen hängt die beschnittene Vorhaut wie ein häßlicher, brauner Hautlappen herunter." Diese außerordentlich gefährliche Prozedur, die als Ariltha bekannt ist, hinterläßt eine schmerzhafte Wunde, die erst nach langer Zeit verheilt. Während der Rekonvaleszenz kann der Jüngling nur auf dem Rücken liegen. Es können sich ausgedehnte Infektionen bilden, die durchaus nicht selten tödlich enden. In Indonesien werden den Jungen zu Beginn der Pubertät Bambus- oder Metallkugeln, sogenannte Ampallangs, in den Penisschaft oder die Eichel eingesetzt, weil dadurch die Klitoris ihrer zukünftigen Partnerin besser stimuliert werden soll." (Quelle: http://www.maennerrat.de/...)

    Sie schreiben, "dass die angeprangerten Zwangsbeschneidungen (und nur um die geht es!) an Frauen lediglich einem einzigen Zwecke dienen: der Unterwerfung – dem Beseitigen des sexuellen Lustempfindens..."
    Und ferner: "Sie sprechen selbst von Opfern. Zu einem Opfer gehört immer ein Täter und zur Beurteilung der Täterschaft ist IMMER die Motivation ausschlaggebend."

    Beidem stimme ich zu. Das Lustempfinden der Frau soll mit der Beschneidung unterdrückt werden. Die Frage nach der Motivation der (in diesem Fall) Täterinnen ist durchaus berechtigt.
    Man macht es sich allzu leicht, wenn man die Beschneidung von Mädchen irgendeiner nebulösen "Männerherrschaft" zuordnet. Das Märchen von der weltweit unterdrückten, machtlosen Frau kaufe ich weder Ihnen noch sonstwem ab. An der Kontrolle der weiblichen Sexualität dürften auch Frauen ein Interesse haben, sonst würden sie in diesen Stämmen und Völkern wohl kaum aktiv die Beschneidung der Mädchen vornehmen.

    Im übrigen, auch wenn es mal wieder schwer damit vergleichbar ist: Auch die Entfernung der Vorhaut bei Jungen wurde und wird zum Teil noch heute vorgenommen, um z.B. Masturbation zu verhindern. Wenn das nicht "Verhinderung des sexuellen Lustempfindens" ist, dann weiß ich nicht, was es sonst sein soll.

    Ich bleibe dabei: Die Genitalverstümmelung bei Jungen in den unterentwickelten Ländern ist mit der bei Mädchen vergleichbar. Es gibt keinen Grund, hier mit zweierlei Maß zu messen.

  1. Ich bin gerührt. Die armen Männer! Vollkommen desorientiert irren sie durch die neue Zeit und suchen nach ihrer Rolle - oder doch nicht?

    Den „Leuten“, vor allem den Männern, mangelt es meiner Meinung nach weniger an Fantasie, als am WILLEN. Am Willen nämlich, sich im Sinne ihrer angeblichen Wünsche zu entscheiden und anschließend entsprechend zu handeln.
    Der Mann als solcher darf sich noch viel weniger als Opfer der Umstände betrachten, als eine Frau das tun darf. Er kann nämlich weder auf eine von Frauen dominierte Umwelt, noch darauf verweisen, dass das Funktionieren der Gesellschaft in Frage stünde, wenn er sein Handeln neu ausrichten würde. Wenn der Mann nicht tut, was er tun will, ist es ausschließlich seine Entscheidung. Und übrigens: Am Geld liegt es doch. Nicht immer, aber immer öfter. So lange die Wirtschaft mit Verweis auf die asiatische und südamerikanische Billigkonkurrenz weiter Druck auf die Löhne und Gehälter macht, so lange weiter Arbeitsplätze abgebaut werden, wird kaum jemand – egal ob Mann oder Frau – freiwillig auf ein sicheres Vollzeiteinkommen verzichten. Vor allem dann nicht, wenn die Gesellschaft insgesamt auf Konsum basiert.
    Ein auskömmliches Einkommen bedeutet hierzulande (wie fast überall auf der Welt) Wahlfreiheit und Unabhängigkeit. Ganz abgesehen vom materiellen Wohlstand, der nicht zuletzt Gesundheit und Bildung garantiert. Wie man unter den gegenwärtigen Umständen an einen „umfassend neuen Lebensstil“ im Sinne der Gleichberechtigung auch nur ernsthaft denken soll, ist mir vollkommen unklar. Einer kulturellen Norm kann man sich notfalls widersetzen. Dem schlechten Gefühl, das für eine vormals selbständige Person mit einer bewusst eingegangenen Abhängigkeit (beispielsweise von Harz IV, alternativ aber auch von einem anderen „Ernährer“) einher geht, kaum.
    So lange Haben und Sein in dieser Gesellschaft synonym gebraucht werden, werden Männer und Frauen bestenfalls in Konkurrenz um die immer weniger werdenden, gut bezahlten Jobs treten. Allein die „soziale Ader“ (und nicht etwa mangelnde Intelligenz oder Einsatzfreude) hindert noch immer bzw. immer wieder viele Frauen daran, den Männern in ihren Domänen richtig Dampf zu machen. Wenn sich nämlich die Mütter nicht kümmern – die Väter kümmern sich mehrheitlich nicht hinreichend um ihren Nachwuchs. Allen anderweitigen Beteuerungen in irgendwelchen Umfragen zum Trotz. Und die Gesellschaft? Die Gesellschaft tut es erst Recht nicht. Pisa lässt grüßen.
    Nein, sie sind nicht unsicher, die Männer. Sie sind allenfalls feige. Wahrscheinlich aber nur bequem und egoistisch. Man sollte ihnen Beine machen. Selbstverständlich auch von Seiten des Gesetzgebers. Schafft das verdammte vorsintflutliche Ehegattensplitting endlich ab! Damit würde zwar noch lange kein Druck ausgeübt, aber immerhin würden die verqueren Ansichten diverser „Ernährer“ nicht länger alimentiert. Ein aller erster Schritt also, nicht mehr. Aber selbst dazu, fürchte ich, wird es in absehbarer Zeit nicht kommen. Es gibt zu viel gut- und alleinverdienende männliche Abgeordnete und zu viele ebensolche Lobbyisten in Deutschland.
    Wäre ich sarkastisch, würde ich sagen: „Nachdem es nicht möglich ist, ausschließlich Mädchen auf die Welt zu bringen, besteht die einzig praktikable Lösung für ihr wieder zunehmendes Diskriminierungsproblem darin, dass sich Frau komplett aus der Familienbetreuung zurückzieht. Und zwar nicht in Gestalt eines vereinzelten Exemplars a la Kanzlerin Merkel, sondern als Masse. Soll doch Drawin entscheiden, wessen Nachwuchs überlebt!“ Zugegeben, das ist hart und den bereits vorhandenen Kindern (der „Zukunft unseres Volkes“) gegenüber nicht eben gerecht. Der individuelle Klageweg allerdings ist keine Alternative. Nicht in Zeiten wie diesen. Männer, die dazu raten, sind nicht nur Lügner, sondern vermutlich auch noch bösartig.
    Von den Alleinstehenden und denjenigen Familien einmal ganz abgesehen, deren zwei Vollzeitgehälter schon heute weder zum Leben noch zum Sterben rechen: Ihre „persönliche Verantwortung für mehr Geschlechtergerechtigkeit“ können Frauen, die nicht bodenlos faul sind, allenfalls dadurch wahrnehmen, dass sie ihre aktuellen Leistungen einschränken. (Das gleiche gilt übrigens für die Männer – wenn das nicht ein Zeichen für prinzipielle Gleichberechtigung ist?!) Männer könnten in den Vorstandsetagen kürzer treten. Die Frauen in der Familie. Womit der Gesellschaft mehr Schaden entstünde, ist noch die Frage...

    • BrunoK
    • 10.01.2006 um 22:36 Uhr

    Sie schrieben: Mehr Möglichkeiten für die Väter, ihre Arbeit flexibler zu gestalten. Es ist nämlich für Kinder etwas sehr schönes, wenn sie vom Papa auch was haben.

    ...dazu müsste der Wunsch der Politik zum erziehenden Mann da sein. Aber leider ist er das nicht. Siehe mein Kommentar "Ist der erziehende Mann wirklich gewollt".

    Gruß

    BrunoK

  2. Zunächst wäre es sehr hilfreich, bei Geschlechterfragen die Begrifflichkeiten Gleichberechtigung, Gleichstellung und Chancengleichheit sauber zu differenzieren.
    Frauen haben de jure dieselben Rechte wie Männer. Zudem sind sie vor dem Gesetz in zwei Punkten privilegiert. Sie müssen keinen Wehrdienst ablegen und bei nichtehelichen Paaren besitzen sie das „Vetorecht“ über das Sorgerecht. Dagegen gibt es keine rechtlichen Benachteiligungen von Frauen.
    Im Gegensatz zur Gleichstellung erfordert der Ansatz der Chancengleichheit die gleichen Startbedingungen, jedoch nicht ein egalitäres Ergebnis.
    Chancengleichheit wird oftmals mit Bildungschancen gleichgesetzt. Der Bildungsvorsprung von Mädchen und Frauen ist sicherlich kein Grund zur Freude, wenn annähernd 2/3 der Schulabgänger ohne Schulabschluss männlichen Geschlechts sind.
    Diese Gruppe junger Männer hat in einer zukünftigen Wissensgesellschaft keine Chancen, ohne dass dies von unseren Gleichstellungsbeauftragten ausreichend thematisiert werden würde.
    Zum Themenfeld ungleiche Bezahlung gibt es zahlreiche Studien mit unterschiedlichen Ergebnissen. Vielleicht sollte man beim FrauenDatenReport berücksichtigen, dass dieser ausschließlich von Forscherinnen mit langer Tradition in der Frauenforschung verfasst wurde. Auch die Nähe zum DGB erhöht nicht unbedingt die neutrale Position dieses Datenreportes.

    Die Geschlechterdebatte ist durchaus von hoher Relevanz. Aber es ist dringend notwendig diese ohne Polemik und ohne Denkverbote offen auszutragen und endlich auch die Benachteiligungen von Männern und Jungen zu thematisieren.

    • Macks
    • 10.01.2006 um 22:49 Uhr

    Guten Abend, ZoeckelA,

    Sie schrieben:
    Schätze, Sie sind ungefähr 1,55 m groß, zierlich und bereits mehrfach vergewaltigt worden, nachdem Frau Sie krankenhausreif geschlagen hat - liege ich richtig?

    Ich antworte:
    Zwar hätte ich es vorgezogen, ad rem und nicht ad hominem zu diskutieren, aber wenn Sie es unbedingt wissen wollen: Sie liegen daneben. Ich bin 1,90 groß, von athletischer Statur, bin weder vergewaltigt, noch krankenhausreif geschlagen worden. Allerdings wurde ich jahrelang von meiner zierlichen Ex-Frau mit Schlägen traktiert.
    Klicken Sie nachfolgenden Link an und Sie werden sehen, daß ich Ihnen hier kein X für ein U vorzumachen versuche.
    In dem verfügbaren Video, einer Aufzeichnung der ARD-Sendung "Kontraste" vom 11.04.2002 können Sie mich als einen der Männer sehen, die ihr Schweigen brechen.
    Hier der Link:
    http://www.rbb-online.de/...

    Sie schrieben:
    Es ist ja nett, dass Sie so vehement eine Lanze auch für all die übrigen unterdrückten Männer dieser Welt brechen. Ich fürchte nur, das ist nicht nötig. Die allermeisten von ihnen wehren sich in ausreichendem Maße selbst.

    Ich antworte:
    Was Sie fürchten, ist mir eigentlich egal. Mich hätte interessiert, was Sie wissen.
    Wie Männer sich (auch)wehren:
    Dreifach höhere Suizidrate in der Gruppe der 14-29 Jährigen.
    Prozentual neunfach höhere Suizidrate bei Witwern im Vergleich zu Witwen.

    Sie schrieben:
    Dass Sie auf Grund gewisser Fehler in der Lebensführung mehrheitlich früher sterben, als viele Frauen, ist nur noch eine Frage der Zeit. (Wahrscheinlich meinten Sie: Bis die Differenz auf Null geschrumpft sein wird, ist es nur noch eine Frage der Zeit)

    Ich antworte:
    Abgesehen davon, daß das das Leben der Männer auch nicht verlängern wird: Bis dahin werden noch Hunderttausende von Witwen in den Genuß gekommen sein, das Vermögen, das sie von ihren bienenfleissigen, dauergestressten und letztlich am Herzinfarkt allzu früh verschiedenen Gatten geerbt haben, quietschfidel auf Kreuzfahrtschiffen zu verjubeln und dabei recht ordinär mit ihren Klunkern zu klimpern.

    Sie schrieben:
    Und was die Luxusweibchen betrifft: Die gibt es ausschließlich deswegen, weil Männer sie aushalten (wollen). In jedem Sinn des Wortes. Sie wissen das so gut, wie jeder andere.

    Ich antworte:
    :-) ...ach? Gibt es sie AUSSCHLIESSLICH deswegen? Wollen Sie mir damit sagen, daß diese Luxusweibchen gar keine andere Wahl hatten, als sich im Goldenen Käfig einsperren zu lassen? Sind sie womöglich gar verschleppt worden?
    Damit lägen diese Luxusfrauen ja völlig auf einer Linie mit fast allen anderen Frauen hierzulande: Die können nämlich auch alle für gar nichts irgendwas, sondern sind in ihrer Gesamtheit die Opfer der Umstände, der Männer, des Wetters, ihrer Herkunft, ihres Geschlechts oder ihres Frisörs.

    Sie schrieben:
    Gewalt, um das schlussendlich noch einmal zu betonen, war, ist und bleibt eine Frage der Möglichkeiten.

    Ich antworte:
    Richtig. Und die Gewaltmöglichkeiten der Frauen sind subtil und schier unendlich. Demütigungen, verbale Herabsetzungen vor Freunden, jahrelanges Genörgel, Vorwürfe zu jeder Tages und Nachtzeit, Intriganz, Liebesentzug, Werfen von Gegenständen, Geschrei, Emotionale Erpressung in jeder Form - you name it.
    Wenn ich gar die Gewaltdefinitionen von Feministinnen hernehme, dann wäre "Anschweigen" schon eine Form von (freilioch männlicher) Gewalt, die den Umzug ins Frauenhaus rechtfertigt.
    Gewalt ist eine Frage der Möglichkeiten - wie wahr, wie wahr.
    Gewalt ist aber auch eine Frage danach, wer Gewalt wie definiert und wer diese Definition im öffentlichen Bewusstsein verankert. Gewalt ist viel mehr als nur rohe, physische Gewalt. In der Ausübung psychischer Gewalt sind Frauen ihren Männer in aller Regel haushoch überlegen.

    Sie schrieben:
    Dass er seinen Vorteil nur selten sinnvoll zu nutzen weiß, ist nicht die Schuld der Frauen - oder wollen Sie das bestreiten? Na, dann mal los!

    Ich antworte:
    Solange ich von Ihnen nichts Faktisches, nichts Substantielles zu lesen bekomme, so lange bestreite ich Ihnen so gut wie alles. :-)

    Freundlicher Gruß - Macks

    • Tetsuo
    • 11.01.2006 um 11:08 Uhr

    Hallo,

    Du schriebst:

    "Könnte es nicht auch sein, dass bei einigen "Väter-Aufbruchs-Gruppen" nicht auch um die Angst von Machtverlust geht."

    Macht. Bei Maennern geht es ja immer um Macht, jedenfalls wenn man Alice Schwarzer liest.

    Geht es eigentlich Frauen auch um Machtverlust, wenn sie ein Problem damit haben (haetten?), nach einer gescheiterten Beziehung ihr Kind oder ihre Kinder mit Glueck noch jedes zweite Wochenende mal zu sehen?

    Koennte es vielleicht sein, dass sich absolut jedes legitime Interesse als "Angst vor Machtverlust" disqualifizieren laesst?

  3. - Sie leben im Durchschnitt sechs Jahre kürzer. Noch im Jahre 1920 betrug die Differenz bei der Lebenserwartung von Männern und Frauen lediglich ein Jahr. Auch damals schon zugunsten der Frauen.

    Daran sind die Feministinnen bestimmt nicht schuld, möglicherweise ist es die Biologie, ebenso wie beim Kinderkriegen.

    - Unter den Obdachlosen finden wir zu ca. 90 Prozent Männer.

    Was weiß ich, woran das liegt, irgend ein Maskulinist wird schon einen Grund finden, wieso die Frauen dran schuld sind.

    - Es gibt einen Frauengesundheitsbericht, aber keinen Männergesundheitsbericht.Es gibt den Frauenarzt, aber nicht den Männerarzt.

    Ich dachte immer, mit seinem Pipimann ginge man zum Urologen?

    - Es gibt gesellschaftliche Zwangsdienste exclusiv für Männer.

    Es gibt auch Länder, in denen auch Frauen zu gesellschaftlichen Zwangsdiensten herangezogen werden.

    - Es gibt mittlerweile eine massive Benachteiligung von Jungen bei der Bildung. Sie stellen die Mehrzahl der Schüler an Haupt- und Sonderschulen, während der Anteil der Mädchen unter Gymnasiasten auf 60% angestiegen ist und die Hochschulreife überwiegend von jungen Frauen erreicht wird.

    Tja, trotzdem machen mehr Männer Karriere.

    - Existengründerinnen werden aus EU-Töpfen fünf Jahre lang subventioniert, Existenzgründer nur für drei.

    Ist das so?

    - Es gibt hunderte Frauenhäuser, Männerhäuser gerade mal zwei. Und die werden privat finanziert.

    Die ersten Frauenhäuser waren auch privat finanziert und gingen auf Fraueninitiativen zurück. Sagtest Du nicht am Ende, Männer müssten sich emanzipieren? Zwei Männerhäuser sind doch schonmal ein Anfang!

    - Frauen haben den Opferstatus, Männer den Täterstatus.
    Und alle Forschungsergebnisse sprechen dagegen.

    Welche Forschungsergebnisse? Zum Beispiel der hessische Polizeibericht 2005, der sagt aus, daß bei häuslicher Gewalt in ca. 90 Prozent der Fälle der Täter männlich ist.

    - Im Kriege sind Männer "Verluste", Frauen und Kinder sind "Opfer".

    Tja, die Frauen und Kinder sind meist die ohne Waffen. Und bitte komm mir nicht mit Kindersoldaten, wenn einer Opfer ist, dann die.

    - Bei Katastrophen sind Menschen umgekommen - schlimm, aber "darunter auch Frauen und Kinder" - ganz furchtbar schlimm.

    Das halte ich für jammeriges Gelaber von Dir oder Du solltest den Fernsehsender wechseln.

    Das Problem der Maskulinisten ist, daß sie den Splitter im Auge der Feministen sehen, aber den Balken im eigenen Auge nicht. Sie machen also genau die gleiche Scheiße, nur andersrum. Das macht die ganze Angelegenheit unglaubwürdig.

  4. Ich bin der Ansicht, dass die Frau erst einmal zu Hause beim Kind bleiben muss, weil sie das Kind stillen sollte. 6 Monate voll und dann langsam zufüttern. Eine entgültige Entwöhnung dann erst frühestens nach einem Jahr. Das ist gut für das Kind und gut für die Mutter. Und ein Mann kann das einfach nicht machen. Doch wie lässt sich nach so einer Pause nun für die Frau Familie und Beruf miteinander verbinden, ohne, dass die Frau tatsächliche benachteiligt wird? Das ist die große Frage und hier gäbe es viele gute Vorschläge wie z.B. Heimarbeit oder die Möglichkeit der Kinderbetreuung direkt in der Firma. Dann kann die Mama nämlich mal schnell nach dem Kind schauen, wenn was schlimmes passiert ist.

    Schwangerschaft, Geburt, Kindererziehung - dies sind Erlebnisse, die eine Frau formen und die Welt mit ganz neuen Augen sehen lassen. Ein Blick auf die Welt, wie ihn auch unsere Wirtschaft sicherlich oft gut vertragen kann. Zudem sind Mütter die absoluten Organisierungstalente. Anders kann man mit Kind bzw. Kindern nicht überleben. Und das Haushalten (und Sparen) lernt man auch ganz schnell.

    Je länger eine Frau aus dem Beruf ausscheidet, umso länger dauert es auch wieder, sich gut einzuarbeiten. Möglich ist dies auch nach einer Zeit von mehr als nur einem Jahr!!! Hier ist allerdings die Hilfe und das Entgegenkommen der Kollegen und der Führungskräfte nötig. Die Führungsetage muss vorleben, was Sache ist. Hier sind wir jedoch leider an einen Punkt angelangt, der ein trauriges Kapitel in der deutschen Arbeitswelt noch darstellt. Hier gibt es nur eine Lösung - umdenken. Und das ist, oh mein Gott, soooo schwer.

    Ideen zur Besserung:
    Umdenken, Heimarbeit, Kinderbetreuung direkt am Arbeitsplatz in firmeneigenen Krippen und Kindergärten, mehr Möglichkeiten freier Arbeitszeitgestaltung (bei enorm vielen Tätigkeiten ist total egal, ob sie morgens um 8 oder nachmittags um 4 erledigt werden), flexiblere Betreuungsangebote auch bei den öffentlichen Krippen, Horten und Kindergärten, mehr private Initative und gegenseitige Hilfe. Mehr Möglichkeiten für die Väter, ihre Arbeit flexibler zu gestalten. Es ist nämlich für Kinder etwas sehr schönes, wenn sie vom Papa auch was haben.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service