Atomrüstung Iran provoziert

Am Montag wird vermutlich die Urananreicherung in Natanz wieder aufgenommen

Von Montag dem 9. Januar an will Iran „Forschungsarbeiten seines friedlichen Nuklearprogramms wieder aufnehmen“, die das Land während der Verhandlungen mit Vertetern der EU ausgesetzt hatte. Das hat die iranische Vertretung am Sitz der Internationalen Atomenergiebehörde in Wien (IAEA) deren Sekretariat mündlich mitgeteilt, wie aus einer IAEA-Meldung vom Dienstag hervorgeht. Der Chef der Behörde, Mohammed El Baradei, ließ verlauten, man wolle jetzt herausfinden, was damit gemeint sei. Es steht zu befürchten, dass Iran die Arbeiten zur Urananreicherung in Natanz von Neuem beginnt, die im Zentrum der Auseinandersetzungen mit Teheran stehen. Die Anreicherung von Uran ist der kritischste Punkt eines Atomprogramms, denn sie kann auch zu militärischen Zwecken betrieben werden.

Schon am Montag dieser Woche hatte der staatsgelenkte iranische Rundfunk eine Stellungnahme von Alaeddin Borujerdi verbreitet, dem Vorsitzenden des Außen- und Sicherheitsausschusses des Parlaments in Teheran, der zufolge nach der Inbetriebnahme der Urananlagen in Isfahan nun Natanz wieder in Betrieb gehen werde. Den Vermittlungsvorschlag aus Russland, mit Iran eng zu kooperieren und die Anreicherung von Uran auf russischem Gebiet vorzunehmen, lehnte er in genau diesem wichtigen Punkt ab. Diese Position bekräftigte auch Hamid-Reza Asefi, Sprecher des Außenministeriums, einer Meldung der offiziellen Nachrichtenagentur IRNA von diesem Dienstag zufolge.

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Ein Besuch der russischen Delegation wird für Samstag erwartet. Wie er endet wird, scheint damit festzustehen. Was den Europäern nicht gelang, wird auch den Russen nicht beschieden sein: ein diplomatischer Erfolg des Bemühens, Iran daran zu hindern, potenzielle Nuklearmacht zu werden (GvR).

 
Leser-Kommentare
    • iceman
    • 04.01.2006 um 2:37 Uhr

    Das "in place" gesetzte läßt sich auch wieder deplatzieren, innerhalb weniger Minuten. Wenn Herr A. Sandburgen bauen möchte, dann soll er dies tun.

    • OIKOS
    • 03.01.2006 um 22:32 Uhr

    Nur hoch angereichertes Uran-235 (>80%) ist für militärische Zwecke nutzbar und somit potentiell gefährlich. Schwach angereichertes Uran läßt sich dagegen nur für zivile Zwecke, wie für Kernreaktoren, einsetzen. Die IAEA sollte daher den Anreicherungsgrad des iranischen Urans kontrollieren.

  1. Natürlich darf Iran keine Atomwaffen bekommen!
    Albert Einstein hat dafür gekämpft und die weltweite Pugwash-Bewegung (Friedensnobelpreis 1995: http://www.pugwash.org/ ) ins Leben gerufen, damit alle Atomwaffen, ja sogar alle Kriege abgeschafft werden.
    Es bleibt noch viel zu tun, wenn die Atomwaffen und Kriege nicht irgendwann uns abschaffen sollen.

    • OIKOS
    • 04.01.2006 um 15:21 Uhr

    Der Iran sollte sich verpflichten, das Uran-235 nicht höher als 10% anzureichern, das ist für alle zivile Zwecke ausreichend und militärisch sicher ungefährlich. Beim Betrieb von kerntechnischen Anlagen entstehendes Plutonium darf nur zur Herstellung von Mischoxid-Brennelementen verwendet werden. Der Schutz der Umwelt ist zu gewährleisten.

    Die Diplomatie der besorgten Länder sollte dem Iran darüber hinaus die Lieferung von 1000 km2 Solarzellen anbieten. Durch den Solarstrom würde das gesamte Atomprogramm überflüssig. Der Iran könnte Solarwasserstoff exportieren.

  2. 5. @oikos

    Schön und gut - aber was, wenn Iran die nordkoreanische Option zieht und die Inspektoren rauswirft, sobald alles in place ist?

    • OIKOS
    • 03.01.2006 um 23:15 Uhr

    Alle Länder, die eine iranische Atombombe verhindern wollen, sollten dem Iran ultimativ zu verstehen geben, daß sie auf einer ungehinderten Kontrolltätigkeit der IAEA bestehen. Solange diese Bedingung erfüllt ist und der Iran kein hoch angereichertes Uran besitzt, ist das iranische Atomprogramm als friedlich anzusehen. Die friedliche Nutzung der Kernenergie ist das gute Recht des Iran. An diesen Richtlinien sollte sich die Diplomatie orientieren.

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  • Quelle (c) ZEIT online, 3.12.2006
  • Kommentare 6
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  • Schlagworte Frieden
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