EU Kehrt Europa jetzt zurück?
Österreich übernimmt die EU-Präsidentschaft, will die Verfassung wieder diskutieren und über den Balkan reden. Merkel unterstützt den neuen Kurs
Österreich will in den kommenden sechs Monaten seiner EU-Ratspräsidentschaft Europa »neuen Schwung geben« - und Bundeskanzlerin Angela Merkel will Wien darin nach Kräften unterstützen. Zum Auftakt der sechsmonatigen EU-Ratspräsidentschaft seines Landes sagte Bundeskanzler Wolfgang Schüssel am Sonntag in Wien, man wolle die Zeit dazu nutzen, »Europa den Bürgerinnen und Bürgern wieder näher zu bringen und das Vertrauen in das europäische Projekt zu stärken«. Österreich werde »sich bemühen, für die Gemeinschaft einen guten Dienst zu leisten«.
Bundeskanzlerin Merkel, die zum Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker an die Donau gereist war, versprach, Deutschland werde »alles tun«, damit die Ratspräsidentschaft Österreichs ein Erfolg werde. Gleichzeitig wies sie die Idee einer politischen »Achse« zwischen Berlin und Wien innerhalb der Union zurück. Prioritäten der künftigen EU-Politik müssten sein, dass die Wirtschaft wieder in Gang komme und »unsinnige Regulierungen« abgeschafft würden. »Europa muss wirtschaftlich erfolgreich sein«, sagte die Kanzlerin. Österreich hat die Ratspräsidentschaft von Großbritannien übernommen
Die Regierung in Wien muss neben der Verabschiedung des im Dezember beschlossenen Haushaltsrahmens 2007 bis 2013 durch das Europäische Parlament in den kommenden Monaten auch einen Weg finden, die bei Volksabstimmungen in Frankreich und den Niederlanden abgelehnte Europäische Verfassung wieder zu beleben. Außerdem wollen die Österreicher Maßnahmen zur Förderung von Wachstum, Beschäftigung, Forschung und Technologieentwicklung vorantreiben. Bis Juli muss die EU zudem entscheiden, ob Rumänien und Bulgarien der Union, wie vorgesehen, schon 2007 oder erst im Jahr 2008 beitreten können.
Schüssel, der auch den Vize-Präsidenten der EU-Kommission, Günther Verheugen, und den slowenischen Regierungschef Janez Jansa nach Wien eingeladen hatte, sagte, er wolle außerdem »dem Balkan außenpolitisch Akzente verleihen« sowie innerhalb der EU für weniger und bessere Gesetze sorgen. Um diese Aufgaben zu erfüllen, brauche Österreich »einige Friends of the Presidency« (Freunde der Präsidentschaft), meinte der konservative Politiker; in seinen Gästen Merkel und Jansa sieht er offenbar solche Freunde. Deutschland übernimmt die EU- Präsidentschaft im Januar 2007 von Finnland und Slowenien folgt ein Jahr danach.
- Datum 04.01.2006 - 12:27 Uhr
- Quelle (c) ZEIT online, dpa, 1.1.2006
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Merkel und Schüssel wollen die Europa-Politik im Sinne ihrer national- und rechtskonsertaviven Freunde korrigieren bzw. verändern! Wie der neue Kurs der EU aussieht, den Merkel unterstützt, darüber hat die ZEIT aber noch nicht berichtet. Wunschdenken des Autor?
Es fragt sich doch nur - wie stark will man Gesetze da verbiegen um die Bürgerentscheide in Frankreich und Niederlanden zum Ziele der Interessen der Politiker zu verbiegten.
Die EU-Constitution wurde ja nicht geschrieben um die Bürger nächer an die Politik zu bringen - oder ihnen mehr Rechte einzuräumen, wer sie liest findet das eher wichtige Entscheidungen nicht nur vom EU-Parlament - sondern dann auch von den Nationalen Parlamenten ferngehalten werden sollen - und Gummi- und Ermächtigungsregeln in der EU-Constitution erlauben dann Kommission und Ministerrat ein recht freies schalten und walten - ohne jegliche Parlamentarische Kontrolle mehr und das deutsche BVerfG würde damit letztlich seine Funktion verlieren.
Und die Niederländischen Bürger zumindest würden ein "trickreiches" Verfahren um ihnen diese Verfassung aufzudrücken wohl auch keinesfalls akzeptieren, die Parteien die daran mitwirken würden sogar die Stimmen der "ja" Wähler blitzschnell verlieren - sprich sie wäre politisch schnell vom Fenster weg.
Und auch das undemokratische Verfahren in der BRD (ein Parlament bestimmt über eine Verfassung - obwohl im GG ein Volksentscheid da gefordert wird) - dürfte doch jedem klar machen das es hier eher um eine "Zwangseinführung" geht - nicht um etwas was Europas Bürger wollen.
Für die Bürger Europas kommt es nicht darauf an das Kommission und Rat in Brüssel das EU-Parlament mit hilfstätigkeiten abspeisen - sondern das sie immer noch in ihren Demokratien zumindest über Wahlen die Kontrolle über die Gesetze behalten. Diese EU-Verfassung bringt ihnen das nicht - sondern eher das Gegenteil!
Wie heißt das bei der totalabhörung aller Kommunikationswege von 450 Millionen Bürgern .. tja EU Gesetz .. ihr dummen Nationalen Parlamente dürft das absegnen - mitzureden habt weder ihr noch die Bürger .. Von Demokratie ist das weiter entfernt als jede bisher existierende Diktur war.
Und der Österreichiche EU-Vorsitzende muß wirklich aufpassen wohin der da steuert - soweit ich das interpretiere sind die Österreicher durchaus nicht so EU begeistert wie er sich das vorstellt - Dinge da "aufzuwärmen" können für ihn selber ein Eigentor schnell werden.
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