integration 30 Fragen für den PassSeite 3/3

23. Sie haben von den Anschlägen am 11. September 2001 in New York und am 11. März 2004 in Madrid gehört. Waren die Täter in Ihren Augen Terroristen oder Freiheitskämpfer? Erläutern Sie Ihre Aussage.

24. In der Zeitung wird manchmal über Fälle berichtet, in denen Töchter oder Ehefrauen von männlichen Familienangehörigen wegen „unsittlichen Lebenswandels“ getötet wurden, um die Familienehre wieder herzustellen. Wie stehen Sie zu einer solchen Tat?

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25. Was halten Sie davon, wenn ein Mann in Deutschland mit zwei Frauen gleich-zeitig verheiratet ist?

26. Wie beurteilen Sie es, wenn ein verheirateter Mann aus Deutschland in seinen früheren Heimatstaat fährt und dort ein zweites Mal heiratet?

27. Manche Leute machen die Juden für alles Böse in der Welt verantwortlich und behaupten sogar, sie steckten hinter den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York? Was halten Sie von solchen Behauptungen?

28. Ihre Tochter bewirbt sich um eine Stelle in Deutschland. Sie bekommt jedoch ein ablehnendes Schreiben. Später erfahren Sie, dass eine Schwarzafrikanerin aus Somalia die Stelle bekommen hat. Wie verhalten Sie sich?

29. Stellen Sie sich vor, Ihr volljähriger Sohn kommt zu Ihnen und erklärt, er sei homosexuell und möchte gerne mit einem anderen Mann zusammen leben. Wie reagieren Sie?

30. In Deutschland haben sich verschiedene Politiker öffentlich als homosexuell bekannt. Was halten Sie davon, dass in Deutschland Homosexuelle öffentliche Ämter bekleiden?

 
Leser-Kommentare
  1. 1. Fundis

    Bei dem Fragebogen würden jede Menge christlicher Fundis(incl. einem Großteils des katholischen Klerus) nicht einmal eine Aufenthaltsgenehmigung bekommen.

  2. Wenn die Befragung dann noch vor dem "Volksgerichtshof" durchgeführt würde, dann wärs eine runde Sache.
    Seit Jahren entwickelt sich in mir eine Angst vor dem deutschen Staat. Dieses Land ist schon lange nicht mehr das Land, in dem ich aufgewachsen bin. Irgendwo gibts eine zivilisatorische Grenze zwischen Rechtstaatlichkeit und Faschismus. Ab dieser Grenze gibt es kein Zurück mehr, das Gemeinwesen wird in einem Strudel nach unten gezogen. Ich frage mich schon seit langem, wo diese Grenze ist und ob sich Deutschland diesseits oder jenseits dieser Faschismus-Grenze befindet.

  3. Du armer Mann, Deine Frau hat Dir ein Kind untergejubelt, sich scheiden lassen, und jetzt musst Du auch noch zahlen. Da tröstet es Dich wenig, daß Du bei gleicher Arbeit mehr Geld verdienst als eine Frau (und daher doch mehr Rente kriegst) und daß es für Dich überhaupt kein Problem ist, Familie und Job miteinander zu vereinbaren.
    Nur zur Info, Kuckuckskinder sind viel seltener, als Deine Männergruppe glaubt.

    • fablen
    • 08.01.2006 um 10:21 Uhr

    Ich freue mich, dass ich diesen Fragekatalog gelesen habe. Ich finde diese Fragen, ausser dass die eine oder andere vielleicht etwas holperig formuliert ist, für Einbürgerungswillige aus anderen Kulturkreisen eher hilfreich. So kann er/ sie sich noch einmal wirklich klar machen, zu welchem Kulturraum er dazugehören möchte. Gewalttenteilung, Gleichberechtigung, freie sexuelle Ausrichtung usw. sind eben wichtige und für mich gute und schützenswerte Bestendteile unserer Kulur.
    Die Frage für mich ist eher, ob wir nicht solch einen Fragebogen, bzw. aktive Belehrung, für alle Einbürgerunngswillige zur Pflicht machen sollten? (Und damit das Problem der scheinbaren dikriminierung einzelner Kulturkreise lösen würden.)
    Persönlich ertaunt mich allerdings, dass dieser Fragebogen mit diesen Inhalten (!) aus dem doch so konservativen Baden- Würtenberg stammt.

    F.L Berlin

    • Norb
    • 09.01.2006 um 18:15 Uhr

    Mich würde mal interessieren ob der Antrag eigentlich bei nur einer nicht "korrekten" Antwort abgelehnt wird? Und wer kontrolliert die Antworten eigentlich?
    Und wird auch abgelehnt wenn die Rechtschreibung zu schlecht ist?

  4. .. das ist doch genauso wie bei den Fragen zum Aufdecken einer angeblichen Scheinehe... Ein großer Teil der schon immer Deutschen würde den Test doch auch nicht bestehen. Aber die fragt ja keiner. Wäre vielleicht eine logische Konsequenz.. demnächst bekommt man die Deutsche Staatsbürgerschaft ab dem 18 Lebensjahr entzogen, wenn man da nicht das richtige sagt....

    Mich erinnert das sehr an die Einreisefragebögen für die USA aus dem Flugzeug... "Planen sie, mit Drogen zu handeln?"

    Die erste Frage habe ich erst beim 4. Durchlesen verstanden, und Deutsch ist meine Muttersprache!

  5. Ein ironischer, daher nicht ganz ernst zu nehmender, Antwortleitfaden, bei dem sämtliche Vorurteile, die zu diesem Fragenkatalog geführt haben, zutage treten.

    http://www.jurblog.de/jur...

    Außerdem ein Gesinnungstest für Deutschland, der dem deutschen Staat ein Spiegel vorhält.

    http://www.jurblog.de/jur...

    Gruß

  6. hoppla. Ich betrachte mich als Urschwäbin. So richtig mit Verwandten und Land auf der Alb.
    Ich habe Schwaben noch nie länger als 2 Wochen am Stück verlassen.
    Dummerweise würde ich bei diesem Test wohl mit Pauken und Trompeten durchrasseln - und das, ohne eine Muslima zu sein oder sont irgendeiner Religion anzugehören.

    "In Deutschland können politische Parteien und Vereine wegen verfassungsfeindlicher Betätigung verboten werden. Würden Sie trotz eines solchen Verbots die Partei oder den Verein doch unterstützen? Unter welchen Umständen?"

    Wenn die Partei oder der Verein meiner Überzeugung entspricht - aber selbstverständlich. Ich muß mit meinem Gewissen im reinen sein - daher ist es mir gleich, welches Gedankengut der Staat für mich vorsieht. Und eigentlich dachte ich, Adenauer- oder gar Stasi-Träume des Einheitsdenkens gehörten der Vergangenheit an.

    "12. In Deutschland kann jeder selbst entscheiden, ob er sich lieber von einem Arzt oder einer Ärztin behandeln lässt. In bestimmten Situationen besteht diese Wahlmöglichkeit jedoch nicht: Notfall, Schichtwechsel im Krankenhaus. Würden Sie sich in einem solchen Fall auch von einer Ärztin (männlicher Einbürgerungsbewerber) oder einem Arzt (Einbürgerungsbewerberin) untersuchen oder operieren lassen?"

    Tja, da bin ich wohl konservativ. Jede Frau kann zu einem Gynäkologen gehen, wenn sie das möchte. ich bevorzuge trotzdem die weibliche Variante.
    Gegenfrage an den männlichen Beamten: Würden sie zu einer UrulogIN gehen? Oder doch lieber auf die männliche Variante bestehen?
    Warum gibt es denn in Stuttgart gerade mal EINE Urulogin (lt. Arztverzeichnis KV), wenn wir doch eine so offene Gesellschaft sind?

    "19. Ihre Tochter/Schwester kommt nach Hause und erzählt, sie sei sexuell belästigt worden. Was tun Sie als Vater/Mutter/Bruder/Schwester?"

    Nein, ich bin mir nicht sicher, daß ich Anzeige erstatten würde. Ich würde eine Therapeutin aufsuchen, und dann würden wir entscheiden, ob ein Gerichtsverfahren für meine Tochter/Schwester psychisch tragbar und bei der jeweiligen Rechtslage sinnvoll wäre.
    Aber hey: Der Täter sollte mir besser nicht in die Finger kommen. Eine Mutter / einen Vater, die/der dem Mann nicht die Eier abreißt, finde ich sehr suspekt.
    Der Blutrache Gedanke hier hat ja wohl kaum was mit der Religion zu tun.

    "22. Sie erfahren, dass Leute aus Ihrer Nachbarschaft oder aus Ihrem Freundes- oder Bekanntenkreis einen terroristischer Anschlag begangen haben oder pla-nen. Wie verhalten Sie sich? Was tun sie?"
    Das kommt darauf an.
    Hege ich Sympathien für die randalierenden Jugendlichen in Frankreich? Sicher. Jeder, der erlebt hat, wie Menschen mit dunklerer Hautfarbe in Frankreich behandelt werden, hegt entweder dieselben Sympathien oder ist geistig braun.
    Die Geschwister Scholl, Arafat, Nelson Mandela, von Stauffenberg - alles 'Terroristen'.
    Der Begriff Terrorismus ist also dehnbar und hängt vom jeweiligen Standpunkt ab. Wo beginnt Terrorismus? Wieviele Deutsche haben, aus der historischen Entwicklung heraus, ein gewisses Verständnis für Baader-Meinhof?
    Und würde ich Linksautonome verpfeifen, die zu einer Nazi-Kundgebung gehen? Naja, um ehrlich zu sein: Ich würde ihnen sagen, daß sie bitte auf sich aufpassen sollen.

    "25. Was halten Sie davon, wenn ein Mann in Deutschland mit zwei Frauen gleich-zeitig verheiratet ist?"

    Ich hätte nicht gegen die Möglichkeit, mehrere Männer zu ehelichen. One to make me happy, one to make me sad, one....
    Sollte ich dann nicht auch akzeptieren, daß Männer mehrere Frauen haben?

    "28. Ihre Tochter bewirbt sich um eine Stelle in Deutschland. Sie bekommt jedoch ein ablehnendes Schreiben. Später erfahren Sie, dass eine Schwarzafrikanerin aus Somalia die Stelle bekommen hat. Wie verhalten Sie sich?"
    *Lachkrampf*
    Jetzt erkläre mir bitte mal, inwiefern diese Frage Muslimen-spezifisch ist. Wenn es nur nach der Frage ginge, könnten wir ALLE schwäbischen, gutbürgerlichen Stammtische ausbürgern.

    Und ich bin noch gar nicht auf die intoleranteste Religionsgemeinschaft, mit der ich jemails Kontakt hatte, eingegangen: Der gute, alte, Schwäbische Pietistmus. ja, das sind Teile meiner Verwandschaft.

    Wow, wenn ich da schon durchfall...... können wir nicht meine ganze Familie, rückwirkend die letzten 4 Generationen einschließend, ausbürgern?

    Hoppla! Ich vergaß:
    Artikel 16
    (1) Die deutsche Staatsangehörigkeit darf nicht entzogen werden. Der Verlust der Staatsangehörigkeit darf nur auf Grund eines Gesetzes und gegen den Willen des Betroffenen nur dann eintreten, wenn der Betroffene dadurch nicht staatenlos wird.

    Damit haben alle Deutschen die Freiheit, beliebig undemokratisch zu sein. Nur, die neuen Muslime, die da kommen, die sind gefährlich.

    Oder werde ich eines Tages doch noch ausgebürgert? Schließlich kennt das Ländle das Grundgesetz nicht oder sieht nix, hört nix, denkt nix. Da steht nämlich auch:
    "Artikel 3
    (1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
    (3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden."

    Nix sehen, nix hören, nix denken: Ein Schelm ist, wer glaubt, daß ein Fragebogen NUR für Muslime eine Benachteiligung eben dieser darstellt.

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