verschwörungstheorien

Ließ Castro Kennedy ermorden?

Diese These verficht eine Dokumentation des WDR. Jochen Bittner hat sie sich angesehen

Nach 42 Jahren soll es heute um 21.45 Uhr soweit sein. Der Kennedy-Mord wird aufgeklärt. Das jedenfalls verspricht die ARD. Doch schon der Titel des 90-minütigen Dokumentarfilms, den sie heute sendet („Rendezvous mit dem Tod“), weckt weniger weltstürzende Erwartungen. Wie auch immer, der Autor Wilfried Huismann behauptet, mit seinen Recherchen zu belegen, dass Lee Harvey Oswald den Auftrag zum Mord des amerikanischen Präsidenten vom kubanischen Geheimdienst erhalten habe. Um es vorweg zu nehmen: Diesen Beweis erbringt der Film nicht.



Zudem geht die ganze Geschichte von einer Prämisse aus, die in Wahrheit selbst eine Hypothese ist: dass nämlich Lee Harvey Oswald der Kennedy-Mörder war. In Wahrheit ist schon dies bis heute umstritten. Immerhin konnten die besten Scharfschützen des FBI nicht nachspielen, was dem mittelmäßigen Schützen Oswald am 22. November 1963 in Dallas gelungen sein soll: John F. Kennedy mit drei Schüssen aus einem Karabinergewehr von einem Lagerhaus aus in einer fahrenden Limousine zu erschießen.

Doch an diese Zweifel erinnert der Filmmacher den Zuschauer nicht einmal. Huismann bezeichnet Oswald von Anfang an „den Kennedy-Mörder“. Und auch im übrigen bleibt seine Beweisführung eher suggestiv denn stringent.

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Huismanns These ist in Kürze folgende: Der kubanische Geheimdienst wollte Kennedy umbringen, weil dieser immer neue Attentatsversuche auf Fidel Castro anordnete und auch ansonsten der sozialistischen Weltrevolution wenig wohlwollend gegenüberstand. Als Killer sei der kommunistische Polit-Hasadeur Oswald angeheuert worden. Präsident Johnson habe kurz nach dem Mord an Kennedy von dieser Verbindung erfahren. Er habe sie aber nicht öffentlich gemacht, weil er befürchtete, ein erneuter Konflikt mit Kuba könne den Dritten Weltkrieg auslösen.

Soweit, so plausibel. Doch wer heute abend genau hinguckt, wird entdecken, dass viele Bindeglieder der Argumentationskette fehlen.

Startsequenz. Der 22. November 1963 in Dallas. Kurz nach dem Mord an Kennedy hebt von einem nahegelegenen Airport ein Flugzeug ab. In ihm soll laut Huismann nur ein Passagier gesessen haben: der kubanische Geheimdienstchef Fabian Escalante. Das gehe aus einem Bericht hervor, der Präsident Lyndon B. Johnson kurze Zeit später erhalten habe. Dieses „Geheimdossier, nur für Johnsons Augen“, behauptet Huismann, sei bis heute unveröffentlicht. Im Film wird es als Kopie einiger krakeliger, handgeschriebener Zeilen gezeigt. Über und unter den Zeilen erstreckt sich jeweils ein dicker, schwarzer Balken. Über dem obersten Balken prangt der Briefkopf des Weißen Hauses. Der Verfasser, so Huismann, sei Martin Underwood gewesen, ein enger Vertrauter Johnsons. „Er überließ uns den Bericht mit der Auflage, ihn erst nach seinem Tod zu veröffentlichen.“

Schon dies provoziert Fragen. Zum Beispiel: Warum wird ein derart wichtiges, für einen Präsidenten verfasstes Dokument in derart schludriger Form verfasst? Warum sind Teile geschwärzt, während der offenbar brisanteste Teil lesbar geblieben ist? Wer genau ist Martin Underwood? Wie steht es um seine Glaubwürdigkeit?

Obwohl all dies ungeklärt bleibt, unternimmt Huismann sodann etwas sehr Spannendes. Er konfrontiert den ehemaligen kubanischen Geheimdienstchef mit dem Dokument. Doch General Escalante lässt die WDR-Rechercheure auflaufen. Alles könne heute gefälscht werden, sagt er, was sei da so ein Papierchen? Endlos salbadert er über die Mondlandung und allerlei „Verschwörungstheorien“, um dann klarzustellen: Nein, seine Leute hätten Kennedy gewiss nicht erschossen. Die kubanische Revolution sei erstens nicht blöd und zweitens hochmoralisch. Erkenntnisgewinn des Interviews: nahe Null.

Als zweiter Kronzeuge tritt auf: Oscar Malino, Ex-Geheimdienstler aus Kuba. Er ist laut Huismann bewegt von dem Wunsch, „dass zukünftige Generationen die Wahrheit erfahren“. Darum gebe er Auskunft zum Kennedy-Mord, auch wenn er damit „sein Leben riskiert“. Doch welche dramatischen Erkenntnisse gibt er Preis? Zunächst einmal diese:

„Für und Kubaner war Kennedy die Konterrevolution in Person“, sagt er.

Das ist nun alles andere als ein Staatsgeheimnis.

Dann diese: Oswald sei im November 1962 vom kubanischen Geheimdienst G2 kontaktiert worden, weil „wir Leute brauchten, um die Revolution zu exportieren“.

Das ist interessant. Es beweist jedoch nur, dass den Kubanern ein Sympathisant in Nordamerika gelegen kam. Eine Mordverwicklung belegt es nicht.

Erst im letzten Drittel des Film stellt Huismann dem Informanten die entscheidende Frage. Ob der G2 Oswald den Auftrag zum Mord Kennedys gegeben habe? Da lächelt der Mann sphinxhaft. „Sagen wir, es gab den Wunsch“, sagt er, und Oswald habe ihn erfüllt.

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Leser-Kommentare

    • 06.01.2006 um 16:09 Uhr
    • iceman

    Huismanns Theorie stimmt: Der Mordauftrag kam von seiten Castros, und zwar völlig zurecht!
    Kennedy´s endlose Aggressionen gegen Kuba waren irgendwann nicht mehr zu ertragen.
    Kennedy war eine existentielle Bedrohung für Kuba, noch mehr sogar für die persönliche Sicherheit Castros.
    Für Castro und Kennedy war schlicht nicht genug Platz unter der Sonne. Ein klassischer Showdown.
    Castro war schneller, sonst wäre er schon lange tot.

    Schade nur, daß Huismann der Theorie vom Einzeltäter Oswald anhängt. Oswald hat geschossen und getroffen, klar, aber er war kein Einzeltäter. Jedenfalls unwahrscheinlich, aber auch unwesentlich.

    Die zweit-dümmste Theorie (nach der Alien-Theorie) stammt von Norman Mailer: In seiner Biographie "Oswald" geht er davon aus, daß Oswald als Einzeltäter geschossen hat, und zwar ohne jede Fremdbeeinflussung.
    Weiter geht Mailer davon aus, daß es, wenn es mehrere Täter gewesen seien, dieses ein zufälliges Zusammentreffen gewesen sei.
    Mailer ist nicht blöd, der hat genau gewußt, warum er ähnlich wie Oliver Stone von der Kuba-Frage ablenkt. Trotzdem war Norman Mailer intellektuell redlich genug, dem Leser (zwischen den Zeilen) die wahren Zusammenhänge zu benennen:
    Er hat nachgewiesen, daß es sehr intensive Kontakte zwischen Oswald und der kubanischen Botschaft gegeben hat. Auch hat Mailer aufgeräumt mit dem Bild des geistig verwirrten Oswald. Oswald war sehr politisch.

    Das Ablenken von der Kuba-Frage hat seinen Grund. Die liberalen Intellektuellen der USA wissen, daß es letztlich um die ungerechten Wirtschaftssanktionen der USA gegenüber Kuba geht. Auch Bill Clinton hat es nicht geschafft, diese abzuschaffen, obwohl er es versucht hat.
    Die Amerikaner, die ihre eigenen Sünden der Vergangenheit gerne vergessen, sind sehr nachtragend. Und der Mythos Kennedy lebt noch immer - genau wie Castro!

    Deshalb wäre es nicht gut für Kuba, wenn die Wahrheit an´s Licht käme. Man mag das bedauern, denn wenn die Amerikaner die Hintergründe für den Kennedy-Mord richtig reflektieren würden, dann könnten sie einmal mehr lernen, daß sich aggressive Außenpolitik selten lohnt.

    Tja, und dann bleibt noch die Frage nach Jack Ruby, dem viertklassigen Mafia-Mann.
    Kein Akteur hat die wahren Zusammenhänge so sehr vernebelt wie Jack Ruby, weil die meisten Menschen nur sehr direkte und lineare Zusammenhänge in Erwägung ziehen.

    Es gibt zwei mögliche Erklärungen:

    1. Mafia-Bosse haben Ruby angewiesen, Oswald zu erledigen, weil sie irrtümlich angenommen haben, daß Oswald ein Mafia-Killer war, den sie persönlich nicht kannten, der aber durch untere Chargen den Auftrag zur Liquidierung Kennedys erhalten hat (etwas abstrus, aber möglich).

    2. Wahrscheinlicher: Ruby wurde von der Mafia unter Druck gesetzt, weil deren Bosse vorher durch die Regierung bzw. die amerikanischen Geheimdienste unter Druck gesetzt wurden.
    Norman Mailer hat unter anderem auch nachgewiesen, welch starken Verbindungen es zwischen der Mafia und führenden Polizeikräften in Dallas gegeben hat. Alles nachweisbar, auch anhand von mehreren Telefonkontakten, die Jack Ruby mit verschiedenen Leuten gehabt hat - unmittelbar vor dem Mord an Oswald.
    Es ist ja bekannt, mit welcher Vehemenz (und warum) die Regierung Johnson so stark auf die Einzeltäter-These beharrten. Oswald mußte aus dem Weg geräumt werden, damit die Verbindungen zu Kuba nicht an´s Licht kommen. Und für "nasse Jobs" werden gerne Leute benutzt, die nicht unmittelbar mit der Regierung in Verbindung stehen.

    • 07.01.2006 um 11:26 Uhr
    • otmars

    Das man heute für jede Behauptung auch Zeugen aus den Diensten findet heißt doch noch lange nicht das diese Behauptungen auch stimmen.

    Kennedy wurde einer anderen Legende nach vom Clan ermordet. Wie wenn er ermordet wurde, weil er geraden Schritts die Welt in einen Nuklearkrieg geführt hätte und weder CIA KGB noch sonst wer einen Sinn in diesem Krieg sah.

    Kennedy konnte oft nur unter Drogen regieren, wegen der Schmerzen. Vielleicht war es der US Wirtschaft zu gefährlich einen Junkie als Präsident zu haben, der über den Zugriff auf Atomwaffen verfügte?

    Man erinnere sich nur mal an die Kubakrise, das Säbelgerassel der beiden führenden Militärmächte. Dann war es ja Kennedy der den Viet Nam Krieg eskalieren lies. Schon vergessen das dieser ewig lächelnde Mickey Mouse Barbar als erster Napalm als Speise für die Kinder des Vietcong vom Himmel regnen lies?

    Meiner Meinung nach hat die US Wirtschaftsadministration und das politische Washington gesehen das dieser Präsident unwägbare Risiken im Kampf gegen den Kommunismus eingeht. Darum musste er weg. Wie aber wird man einen beliebten Präsidenten los? Durch einen Kugelhagel und die Schuldzuweisung an die politischen Gegner. Darum musste Oswald auch sterben er war zur falschen Zeit am falschen Ort und ein toter macht keine dummen bemerkungen mehr.

    • 07.01.2006 um 11:43 Uhr
    • pike

    wie schade dass hugo chavez nicht zu der zeit aktiv war [zu jung], sonst haette man doch einen glaenzenden grund gehabt ihm und der ganzen sued-amerika linken mal wieder was anzuhaengen!

    • 07.01.2006 um 14:53 Uhr
    • nfoo

    "Was bleibt? Ein neues Puzzlestück in Kennedy-Mord. Und eine Gewissheit. Die nämlich, dass Oswald mit all seinen Verbindungen zu den Kubanern ein geradezu idealer Sündenbock gewesen wäre. Für möglicherweise ganz andere Verschwörer."

    Das fasst wohl zusammen, sehen wir mal von den Rechtschreibfehlern ab, worum es in diesem Artikel leider geht: man möchte der Dokumentation, der Recherche, den Wind aus den Segeln zu nehmen. Denn die Theorie der CIA, Militär und deswegen auch das Kapital, habe den eigenen Präsidenten umgebracht möchte man wohl nicht so gerne aufgeben. Zeigt es doch wie schlecht Amerika .. und das CIA ... und das Militär ... und das alles nur wegem dem Kaptial .. sind.

    Einge gute Kritik muß auch zugeben was gut gemacht wurde:

    Journalisten - nicht Geheimdienstler (!) - haben es tatsächlich geschafft an Dokumente des KGB und des mexikanischen Geheimdienstes zu kommen und an Tonbänder, welche noch nie zuvor der Öffentlichkeit vorgeführt wurden. Eine Bombe!
    Journalisten (!) haben es geschafft an ehemalige Geheimdienstler herzukommen und sie zu Aussagen zu bewegen.
    Sie haben neues Material beschafft, welches tatsächlich eine neue Perspektive schafft.

    Zu meiner Kritik an der Kritik:

    "Die kubanische Revolution sei erstens nicht blöd und zweitens hochmoralisch.".

    Escalante beweist nur eins: das ein ein aalglater Lügner und Profi ist. Natürlich sind sie nicht blöd. Escalante wird doch nicht die Ermordung Kennedys durch Kuba zugeben! Vor eine Kamera. Oder irgendwo anders. Aber die Dokumentation macht was sie mit Escalante machen kann: sie zeigt ihn!
    Sie zeigt uns Zuschauern wer und wie solche Menschen sind!
    Er sagt frech: "Wir sind hochmoralisch". Und das wird in der Kritik gerne abgekauft. Denn er sagt ja auch, das Papier sei gefälscht. Wir praktisch ihm zu glauben.

    Ich habe leider das Gefühl, bei allem nötigem Respekt, der Verfasser hat sich erstens nicht genug mit der, allseits so beliebten, "Dem-Oliver-Stone-sein-schlechter-Film"-Theorie (JFK) ausseinander gesetzt um im Vorraus wenigstens schonmal zu wissen: ihre "Beweise" sind blanker Unsinn und beruhen auf schlechten Ermittlungen. Genau wie die Mondlandungsverschwörung. Die ja z.B. Escalante merhmals bemüht. Er will sagen: Die USA lügen. Echt. Andauernd. Nicht wir. Die Lügen sogar mit dem Mond. Das wissen sie doch, oder? Die fälschen doch alles.

    Wenn man also weiss, daß die alte Verschwörungstheorie schon Unsinn ist, dann eröffnet die Dokumentation einfach wunderbare, tolle, bombastische, neue Perspektiven:

    die Regierung der USA hat tatsächlich verheimlichen wollen wer Kennedys Mörder waren. Sie haben tatsächlich mit absicht schlecht ermittelt. Sie haben tatsächlich Fakten verschwiegen und die Öffentlichkeit belogen.

    Nun, genau hier liegt der Fehler der Kritik, denn das greift der Verfasser nicht auf: es wird eingeräumt man habe vermeiden wollen das Kuba als Täter bekannt wird, weil das ein erstarken der Rechtsextremisten in den USA bewirkt hätte und eine Krieg mit Kuba hätte erzwingen können, was dann zum Krieg mit Russland hätte führen können ... und all seinen Folgen! Es wird Zitiert: "Die Bomben werden fliegen".
    Ausserdem möchte man eigentlich nicht zugeben, daß man gegen Kuba einen Geheimdienstkrieg verloren hat.

    Das alles wird in der Kritik verschwiegen.
    Nocheinmal muß ich mit, allem Respekt, doch diesen Vorwurf machen: ich glaube dem Author ist der Gedanke unangenehm den USA diese Vernunpft eingestehen zu müssen: sie haben erstens was gegen den Atomkrieg und dann auch noch gegen Rechtsextreme. Deswegen nimmt man diese Niederlage hin. Das möchte man nicht glauben. Kritik an der Dokumentation ist an manchen Stellen gerechtfertigt und richtig, aber in der Form in der sie hier passiert wohl leider doch aus Überzeugung motiviert.

    Die Dokumentation kann keine "Aufklärung" bringen. Wer weiß ob jemals bekannt wird was im Wirrwarr dieser Zeit alles passiert ist und welche Parteien ihre Finger im Spiel hatten. Aber eines kann sie und macht sie: sie nimmt der Verschwörungstheorie den Wind aus den Segeln und zeigt wer Oswald wirklich war. Wie gefährlich und irregeleitet. Kein sympathischer Sündenbock. Sie zeigt "Arbeitsweisen" der Geheimdienste und ihre Sprache. Sie liefert Einblicke in ideologisierte Köpfe.

    Und sie zeigt eine neue Perspektive auf: einen anderen Blick auf den amerikanischen Geheimdienst und die Regierung der USA. Eine - mögliche - Vernunpft und Bedachtheit, die einigen Menschen - offensichtlich - sehr, sehr unangenehm ist.

    • 07.01.2006 um 16:15 Uhr
    • Colon

    Den zahlreichen Unwägbarkeiten und unbeweisbaren Theorien um
    den Mord an Kennedy, fügte also der WDR weitere Details und Thesen hinzu. Gut, dass Herr Bittner wohltuend sachlich in die
    Ferne sieht.

  1. Es ist erstaunlich, wie viele Informationen noch in den Archiven der Geheimdienste schlummern. Und nach wie vor ist es unerheblich, ob ein Staat demokratisch oder diktatorisch geführt wird, die Archive werden vor Interessenten geschützt wie die Zündschnur vor der Flamme. Allerdings ist auch auf die Fehler der Geheimdienste Verlaß. Ich denke, der Mord an John F. Kennedy wird nie restlos ausgeleuchtet werden können. Wahrscheinlich hat Oswald selbst die letzten Geheimnisse mit ins Grab genommen. Und wahrscheinlich waren die Geheimdienste froh, dass Oswald niedergeschossen wurde. Aber auch nur die These zu vertreten, die damalige Regierung Kubas hätte den Exekutionsbefehl erteilt, halte ich für völlig neben der Spur. Gerade zu jenem Zeitpunkt hatte Kuba ein Interesse daran, das Verhältnis zu den USA zu verbessern. Klar fühlten sich die USA durch die kubanische Revolution provoziert, klar ließen die UDSSR die Muskeln spielen, aber beiden Seiten waren sich einig, es wird wegen Deutschland und Kuba keinen Dritten Weltkrieg geben. Viel größer wurde die Gefahr einer rev. Spannung innerhalb der westlichen Gesellschaften gesehen. Und sie war ja auch wirklich vorhanden, die Gefahr für die Regime des unbegrenzten Kaptals von innen begrenzt zu werden. Und ich bin froh in einer Zeit leben zu dürfen, wo die Gefahr für die Unverschämten wieder anwächst. Die Armen werden die westlichen Gesellschaften verändern, nicht die Reichen.

  2. Solange zumindest, wie F. Castro lebt, ist von kubanischer Seite hier wohl nichts Eindeutiges zu erwarten - einen konkreten Informanten könnte und dürfte dies sicher in einige Schwierigkeiten bringen.
    Bleibt also - immerhin - die USA, die dieses ja doch auch genauestens untersucht hat. Warum sollte man da bis bzw. auch heute noch etwas geheimhalten? Wegen einer letzten Ungewissheit, wegen einer bzw. der Schmach? Vielleicht auch, weil man das Thema Kommunismus dort immer noch nicht so recht verarbeitet hat?
    Allein schon dass ein einfacher US-Amerikaner sich aus dieser kommunistischen Motivlage heraus freiwillig für soetwas hergegeben hat, ist ja doch schon ärgerlich - das ist doch "das" Land der Demokraten...! Und wie konnten diese großen Sicherheitsdienste von so einem kleinen Land - evtl. - so ausgespielt werden?

    Ich kann mir schon vorstellen, dass es hier direkt - oder eben nur indirekt - doch bedeutsame Einflüsse gegeben hat. Aber selbst dann ist bzw. bliebe die Schuldfrage, wegen der Attentatsversuche der CIA auf F. Castro vor allem auch, insgesamt besehen sicher eine sehr komplexe. Auch beim Kalten Krieg kann man ja letztlich nicht sagen, wer hieran nun Schuld war.

  3. Solange zumindest, wie F. Castro lebt, ist von kubanischer Seite hier wohl nichts Eindeutiges zu erwarten - einen konkreten Informanten könnte und dürfte dies sicher in einige Schwierigkeiten bringen.

    leibt also - immerhin - die USA, die dieses ja auch genauestens untersucht hat. Warum sollte nun aber auch diese Regierung hier bis heute noch etwas geheim halten, wie dies das Schreiben des Weißen Hauses, so es denn stimmt, einen hier vermuten lässt? Wenn dem nicht so ist, so müsste man das Ganze ja rasch dementieren, oder dem ganzen offiziell selbst nochmal nachgehen, oder den Autor oder den Informanten (falls er noch lebt) verklagen. Wenn all dies nicht erfolgen sollte, könnte diese Unklarheit nicht nur wegen einer letzten Ungewissheit belassen werden, sondern auch wegen dem Empfinden von (eigentlich falscher!) Schmach.
    Allein schon dass ein einfacher US-Amerikaner sich aus dieser kommunistischen Motivlage heraus freiwillig für soetwas hergegeben hat, ist ja doch schon ärgerlich - stammt er doch aus "dem" Land der Demokraten...! Und wie konnten diese großen Sicherheitsdienste - evtl. - von dem eines so kleinen Landes so ausgespielt werden? Auch beim Kalten Krieg konnte und kann man ja bis heute keinen Verursacher finden, auch hier, und eine solche Tat wäre ja ein Teil davon gewesen, wäre eine Verurteilung letztlich sehr schwierig, da einem, dem David, hier nur das gelungen ist bzw. wäre, was der andere, der Goliath, hier eben auch und dies sogar mehrfach, versucht hat. Auch hier zeigt sich, wie wichtig es ist, das Thema kalter Krieg wirklich und umfassend zu verarbeiten, die Siegermentalität abzulegen.
    Stattdessen will die Bush-Regierung ja immer weiter siegen...

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  • Von bittner
  • Datum 11.1.2006 - 12:27 Uhr
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  • Quelle (c) ZEIT online, 6.1.2005
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