verschwörungstheorien Ließ Castro Kennedy ermorden?Seite 2/2
Ob allerdings im Auftrag des G2 oder als freischaffender Revolutionär, bleibt offen.
Auftritt eines weiteren ehemaligen Mitarbeiters des kubanischen Geheimdienstes: Antulio Ramírez liest aus seinem etwas romanartigen Tagebuch vor. Seine Kollegen wollten Kennedy „eliminieren“, steht da. Na schön. Das sagt wahrscheinlich jeder kubanische Geheimdienstler irgendwann einmal über jeden amerikanischen Präsidenten. Doch Ramírez liest weiter. Das sowjetische KGB habe den Kubanern ein „Individuum namens Lee Harvey Oswald“ empfohlen, hat er notiert. Ein anonymer russischer Geheimdienstler bestätigt der ARD diese Darstellung mittels eines Auszugs aus dem KGB-Archiv.
Doch selbst wenn es stimmt, dass das KGB die Kubaner über Oswald informierte, furchtbar überraschend wäre dies nicht. Oswald ging 1959 nach Moskau, um ein besserer Kommunist zu werden. Im Juni 1962 kehrte er, ernüchtert aber nicht geläutert, in die USA zurück. Feinde des Feindes sind nun stets Freunde für Nachrichtendienste. Sprich: Oswald als kommunistisches U-Boot in den USA abzuschöpfen, lag für beide nahe – für Moskau wie für Havanna.
Es ist das große Verdienst Huismanns und seines internationalen Rechercheteams, die Verbindung Oswalds zum G2 so genau ausgeleuchtet zu haben wie wohl noch niemand zuvor. So rekonstruiert das Team, dass Oswald kurz vor dem Kennedy-Mord in der kubanischen Botschaft in Mexiko-Stadt 650 Dollar erhalten habe. Wofür allerdings, bleibt unklar. Vielleicht nur, um in New Orleans Pro-Castro-Flugblätter zu verteilen? Vielleicht. Doch Huismann zieht einen wagemutigeren Schluss. Das Geld habe zur Finanzierung der „Operation Kennedy“ gedient, „zur Vorbereitung des Attentats“ durch den „G2-Agenten Oswald“. Belege für diesen Kausalzusammenhang: Fehlanzeige.
Zum Abschluss lässt Huimann den Kronzeuge Marino noch einmal reichlich syntaktische Soße über den Indizienbrei gießen. „Wir nahmen Oswald, weil er sein Land hasste“, sagt er. Wozu?, fragt sich der Zuschauer. Stattdessen: Schnitt. „Er bot sich an, Kennedy zu töten“, sagt er. Und, nahm der G2 dieses Angebot an?, würde man jetzt gerne erfahren. Nichts, Schnitt. „Er hat sich unsere Planungen zu eigen gemacht“, sagt Marino. Aha, also gab es keinen Auftrag? Schnitt. Er habe „ein Gefühl der Ungewissheit“, sagt er zum Schluss. Und spätestens zu diesem Zeitpunkt kann der Zuschauer das gut nachempfinden.
Was bleibt? Ein neues Puzzlestück in Kennedy-Mord. Und eine Gewissheit. Die nämlich, dass Oswald mit all seinen Verbindungen zu den Kubanern ein geradezu idealer Sündenbock gewesen wäre. Für möglicherweise ganz andere Verschwörer.
- Datum 11.01.2006 - 12:27 Uhr
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"Was bleibt? Ein neues Puzzlestück in Kennedy-Mord. Und eine Gewissheit. Die nämlich, dass Oswald mit all seinen Verbindungen zu den Kubanern ein geradezu idealer Sündenbock gewesen wäre. Für möglicherweise ganz andere Verschwörer."
Das fasst wohl zusammen, sehen wir mal von den Rechtschreibfehlern ab, worum es in diesem Artikel leider geht: man möchte der Dokumentation, der Recherche, den Wind aus den Segeln zu nehmen. Denn die Theorie der CIA, Militär und deswegen auch das Kapital, habe den eigenen Präsidenten umgebracht möchte man wohl nicht so gerne aufgeben. Zeigt es doch wie schlecht Amerika .. und das CIA ... und das Militär ... und das alles nur wegem dem Kaptial .. sind.
Einge gute Kritik muß auch zugeben was gut gemacht wurde:
Journalisten - nicht Geheimdienstler (!) - haben es tatsächlich geschafft an Dokumente des KGB und des mexikanischen Geheimdienstes zu kommen und an Tonbänder, welche noch nie zuvor der Öffentlichkeit vorgeführt wurden. Eine Bombe!
Journalisten (!) haben es geschafft an ehemalige Geheimdienstler herzukommen und sie zu Aussagen zu bewegen.
Sie haben neues Material beschafft, welches tatsächlich eine neue Perspektive schafft.
Zu meiner Kritik an der Kritik:
"Die kubanische Revolution sei erstens nicht blöd und zweitens hochmoralisch.".
Escalante beweist nur eins: das ein ein aalglater Lügner und Profi ist. Natürlich sind sie nicht blöd. Escalante wird doch nicht die Ermordung Kennedys durch Kuba zugeben! Vor eine Kamera. Oder irgendwo anders. Aber die Dokumentation macht was sie mit Escalante machen kann: sie zeigt ihn!
Sie zeigt uns Zuschauern wer und wie solche Menschen sind!
Er sagt frech: "Wir sind hochmoralisch". Und das wird in der Kritik gerne abgekauft. Denn er sagt ja auch, das Papier sei gefälscht. Wir praktisch ihm zu glauben.
Ich habe leider das Gefühl, bei allem nötigem Respekt, der Verfasser hat sich erstens nicht genug mit der, allseits so beliebten, "Dem-Oliver-Stone-sein-schlechter-Film"-Theorie (JFK) ausseinander gesetzt um im Vorraus wenigstens schonmal zu wissen: ihre "Beweise" sind blanker Unsinn und beruhen auf schlechten Ermittlungen. Genau wie die Mondlandungsverschwörung. Die ja z.B. Escalante merhmals bemüht. Er will sagen: Die USA lügen. Echt. Andauernd. Nicht wir. Die Lügen sogar mit dem Mond. Das wissen sie doch, oder? Die fälschen doch alles.
Wenn man also weiss, daß die alte Verschwörungstheorie schon Unsinn ist, dann eröffnet die Dokumentation einfach wunderbare, tolle, bombastische, neue Perspektiven:
die Regierung der USA hat tatsächlich verheimlichen wollen wer Kennedys Mörder waren. Sie haben tatsächlich mit absicht schlecht ermittelt. Sie haben tatsächlich Fakten verschwiegen und die Öffentlichkeit belogen.
Nun, genau hier liegt der Fehler der Kritik, denn das greift der Verfasser nicht auf: es wird eingeräumt man habe vermeiden wollen das Kuba als Täter bekannt wird, weil das ein erstarken der Rechtsextremisten in den USA bewirkt hätte und eine Krieg mit Kuba hätte erzwingen können, was dann zum Krieg mit Russland hätte führen können ... und all seinen Folgen! Es wird Zitiert: "Die Bomben werden fliegen".
Ausserdem möchte man eigentlich nicht zugeben, daß man gegen Kuba einen Geheimdienstkrieg verloren hat.
Das alles wird in der Kritik verschwiegen.
Nocheinmal muß ich mit, allem Respekt, doch diesen Vorwurf machen: ich glaube dem Author ist der Gedanke unangenehm den USA diese Vernunpft eingestehen zu müssen: sie haben erstens was gegen den Atomkrieg und dann auch noch gegen Rechtsextreme. Deswegen nimmt man diese Niederlage hin. Das möchte man nicht glauben. Kritik an der Dokumentation ist an manchen Stellen gerechtfertigt und richtig, aber in der Form in der sie hier passiert wohl leider doch aus Überzeugung motiviert.
Die Dokumentation kann keine "Aufklärung" bringen. Wer weiß ob jemals bekannt wird was im Wirrwarr dieser Zeit alles passiert ist und welche Parteien ihre Finger im Spiel hatten. Aber eines kann sie und macht sie: sie nimmt der Verschwörungstheorie den Wind aus den Segeln und zeigt wer Oswald wirklich war. Wie gefährlich und irregeleitet. Kein sympathischer Sündenbock. Sie zeigt "Arbeitsweisen" der Geheimdienste und ihre Sprache. Sie liefert Einblicke in ideologisierte Köpfe.
Und sie zeigt eine neue Perspektive auf: einen anderen Blick auf den amerikanischen Geheimdienst und die Regierung der USA. Eine - mögliche - Vernunpft und Bedachtheit, die einigen Menschen - offensichtlich - sehr, sehr unangenehm ist.
Huismanns Theorie stimmt: Der Mordauftrag kam von seiten Castros, und zwar völlig zurecht!
Kennedy´s endlose Aggressionen gegen Kuba waren irgendwann nicht mehr zu ertragen.
Kennedy war eine existentielle Bedrohung für Kuba, noch mehr sogar für die persönliche Sicherheit Castros.
Für Castro und Kennedy war schlicht nicht genug Platz unter der Sonne. Ein klassischer Showdown.
Castro war schneller, sonst wäre er schon lange tot.
Schade nur, daß Huismann der Theorie vom Einzeltäter Oswald anhängt. Oswald hat geschossen und getroffen, klar, aber er war kein Einzeltäter. Jedenfalls unwahrscheinlich, aber auch unwesentlich.
Die zweit-dümmste Theorie (nach der Alien-Theorie) stammt von Norman Mailer: In seiner Biographie "Oswald" geht er davon aus, daß Oswald als Einzeltäter geschossen hat, und zwar ohne jede Fremdbeeinflussung.
Weiter geht Mailer davon aus, daß es, wenn es mehrere Täter gewesen seien, dieses ein zufälliges Zusammentreffen gewesen sei.
Mailer ist nicht blöd, der hat genau gewußt, warum er ähnlich wie Oliver Stone von der Kuba-Frage ablenkt. Trotzdem war Norman Mailer intellektuell redlich genug, dem Leser (zwischen den Zeilen) die wahren Zusammenhänge zu benennen:
Er hat nachgewiesen, daß es sehr intensive Kontakte zwischen Oswald und der kubanischen Botschaft gegeben hat. Auch hat Mailer aufgeräumt mit dem Bild des geistig verwirrten Oswald. Oswald war sehr politisch.
Das Ablenken von der Kuba-Frage hat seinen Grund. Die liberalen Intellektuellen der USA wissen, daß es letztlich um die ungerechten Wirtschaftssanktionen der USA gegenüber Kuba geht. Auch Bill Clinton hat es nicht geschafft, diese abzuschaffen, obwohl er es versucht hat.
Die Amerikaner, die ihre eigenen Sünden der Vergangenheit gerne vergessen, sind sehr nachtragend. Und der Mythos Kennedy lebt noch immer - genau wie Castro!
Deshalb wäre es nicht gut für Kuba, wenn die Wahrheit an´s Licht käme. Man mag das bedauern, denn wenn die Amerikaner die Hintergründe für den Kennedy-Mord richtig reflektieren würden, dann könnten sie einmal mehr lernen, daß sich aggressive Außenpolitik selten lohnt.
Tja, und dann bleibt noch die Frage nach Jack Ruby, dem viertklassigen Mafia-Mann.
Kein Akteur hat die wahren Zusammenhänge so sehr vernebelt wie Jack Ruby, weil die meisten Menschen nur sehr direkte und lineare Zusammenhänge in Erwägung ziehen.
Es gibt zwei mögliche Erklärungen:
1. Mafia-Bosse haben Ruby angewiesen, Oswald zu erledigen, weil sie irrtümlich angenommen haben, daß Oswald ein Mafia-Killer war, den sie persönlich nicht kannten, der aber durch untere Chargen den Auftrag zur Liquidierung Kennedys erhalten hat (etwas abstrus, aber möglich).
2. Wahrscheinlicher: Ruby wurde von der Mafia unter Druck gesetzt, weil deren Bosse vorher durch die Regierung bzw. die amerikanischen Geheimdienste unter Druck gesetzt wurden.
Norman Mailer hat unter anderem auch nachgewiesen, welch starken Verbindungen es zwischen der Mafia und führenden Polizeikräften in Dallas gegeben hat. Alles nachweisbar, auch anhand von mehreren Telefonkontakten, die Jack Ruby mit verschiedenen Leuten gehabt hat - unmittelbar vor dem Mord an Oswald.
Es ist ja bekannt, mit welcher Vehemenz (und warum) die Regierung Johnson so stark auf die Einzeltäter-These beharrten. Oswald mußte aus dem Weg geräumt werden, damit die Verbindungen zu Kuba nicht an´s Licht kommen. Und für "nasse Jobs" werden gerne Leute benutzt, die nicht unmittelbar mit der Regierung in Verbindung stehen.
Das man heute für jede Behauptung auch Zeugen aus den Diensten findet heißt doch noch lange nicht das diese Behauptungen auch stimmen.
Kennedy wurde einer anderen Legende nach vom Clan ermordet. Wie wenn er ermordet wurde, weil er geraden Schritts die Welt in einen Nuklearkrieg geführt hätte und weder CIA KGB noch sonst wer einen Sinn in diesem Krieg sah.
Kennedy konnte oft nur unter Drogen regieren, wegen der Schmerzen. Vielleicht war es der US Wirtschaft zu gefährlich einen Junkie als Präsident zu haben, der über den Zugriff auf Atomwaffen verfügte?
Man erinnere sich nur mal an die Kubakrise, das Säbelgerassel der beiden führenden Militärmächte. Dann war es ja Kennedy der den Viet Nam Krieg eskalieren lies. Schon vergessen das dieser ewig lächelnde Mickey Mouse Barbar als erster Napalm als Speise für die Kinder des Vietcong vom Himmel regnen lies?
Meiner Meinung nach hat die US Wirtschaftsadministration und das politische Washington gesehen das dieser Präsident unwägbare Risiken im Kampf gegen den Kommunismus eingeht. Darum musste er weg. Wie aber wird man einen beliebten Präsidenten los? Durch einen Kugelhagel und die Schuldzuweisung an die politischen Gegner. Darum musste Oswald auch sterben er war zur falschen Zeit am falschen Ort und ein toter macht keine dummen bemerkungen mehr.
Es ist erstaunlich, wie viele Informationen noch in den Archiven der Geheimdienste schlummern. Und nach wie vor ist es unerheblich, ob ein Staat demokratisch oder diktatorisch geführt wird, die Archive werden vor Interessenten geschützt wie die Zündschnur vor der Flamme. Allerdings ist auch auf die Fehler der Geheimdienste Verlaß. Ich denke, der Mord an John F. Kennedy wird nie restlos ausgeleuchtet werden können. Wahrscheinlich hat Oswald selbst die letzten Geheimnisse mit ins Grab genommen. Und wahrscheinlich waren die Geheimdienste froh, dass Oswald niedergeschossen wurde. Aber auch nur die These zu vertreten, die damalige Regierung Kubas hätte den Exekutionsbefehl erteilt, halte ich für völlig neben der Spur. Gerade zu jenem Zeitpunkt hatte Kuba ein Interesse daran, das Verhältnis zu den USA zu verbessern. Klar fühlten sich die USA durch die kubanische Revolution provoziert, klar ließen die UDSSR die Muskeln spielen, aber beiden Seiten waren sich einig, es wird wegen Deutschland und Kuba keinen Dritten Weltkrieg geben. Viel größer wurde die Gefahr einer rev. Spannung innerhalb der westlichen Gesellschaften gesehen. Und sie war ja auch wirklich vorhanden, die Gefahr für die Regime des unbegrenzten Kaptals von innen begrenzt zu werden. Und ich bin froh in einer Zeit leben zu dürfen, wo die Gefahr für die Unverschämten wieder anwächst. Die Armen werden die westlichen Gesellschaften verändern, nicht die Reichen.
Solange zumindest, wie F. Castro lebt, ist von kubanischer Seite hier wohl nichts Eindeutiges zu erwarten - einen konkreten Informanten könnte und dürfte dies sicher in einige Schwierigkeiten bringen.
Bleibt also - immerhin - die USA, die dieses ja doch auch genauestens untersucht hat. Warum sollte man da bis bzw. auch heute noch etwas geheimhalten? Wegen einer letzten Ungewissheit, wegen einer bzw. der Schmach? Vielleicht auch, weil man das Thema Kommunismus dort immer noch nicht so recht verarbeitet hat?
Allein schon dass ein einfacher US-Amerikaner sich aus dieser kommunistischen Motivlage heraus freiwillig für soetwas hergegeben hat, ist ja doch schon ärgerlich - das ist doch "das" Land der Demokraten...! Und wie konnten diese großen Sicherheitsdienste von so einem kleinen Land - evtl. - so ausgespielt werden?
Ich kann mir schon vorstellen, dass es hier direkt - oder eben nur indirekt - doch bedeutsame Einflüsse gegeben hat. Aber selbst dann ist bzw. bliebe die Schuldfrage, wegen der Attentatsversuche der CIA auf F. Castro vor allem auch, insgesamt besehen sicher eine sehr komplexe. Auch beim Kalten Krieg kann man ja letztlich nicht sagen, wer hieran nun Schuld war.
wie schade dass hugo chavez nicht zu der zeit aktiv war [zu jung], sonst haette man doch einen glaenzenden grund gehabt ihm und der ganzen sued-amerika linken mal wieder was anzuhaengen!
"Was bleibt? Ein neues Puzzlestück in Kennedy-Mord. Und eine Gewissheit. Die nämlich, dass Oswald mit all seinen Verbindungen zu den Kubanern ein geradezu idealer Sündenbock gewesen wäre. Für möglicherweise ganz andere Verschwörer."
Das fasst wohl zusammen, sehen wir mal von den Rechtschreibfehlern ab, worum es in diesem Artikel leider geht: man möchte der Dokumentation, der Recherche, den Wind aus den Segeln zu nehmen. Denn die Theorie der CIA, Militär und deswegen auch das Kapital, habe den eigenen Präsidenten umgebracht möchte man wohl nicht so gerne aufgeben. Zeigt es doch wie schlecht Amerika .. und das CIA ... und das Militär ... und das alles nur wegem dem Kaptial .. sind.
Einge gute Kritik muß auch zugeben was gut gemacht wurde:
Journalisten - nicht Geheimdienstler (!) - haben es tatsächlich geschafft an Dokumente des KGB und des mexikanischen Geheimdienstes zu kommen und an Tonbänder, welche noch nie zuvor der Öffentlichkeit vorgeführt wurden. Eine Bombe!
Journalisten (!) haben es geschafft an ehemalige Geheimdienstler herzukommen und sie zu Aussagen zu bewegen.
Sie haben neues Material beschafft, welches tatsächlich eine neue Perspektive schafft.
Zu meiner Kritik an der Kritik:
"Die kubanische Revolution sei erstens nicht blöd und zweitens hochmoralisch.".
Escalante beweist nur eins: das ein ein aalglater Lügner und Profi ist. Natürlich sind sie nicht blöd. Escalante wird doch nicht die Ermordung Kennedys durch Kuba zugeben! Vor eine Kamera. Oder irgendwo anders. Aber die Dokumentation macht was sie mit Escalante machen kann: sie zeigt ihn!
Sie zeigt uns Zuschauern wer und wie solche Menschen sind!
Er sagt frech: "Wir sind hochmoralisch". Und das wird in der Kritik gerne abgekauft. Denn er sagt ja auch, das Papier sei gefälscht. Wir praktisch ihm zu glauben.
Ich habe leider das Gefühl, bei allem nötigem Respekt, der Verfasser hat sich erstens nicht genug mit der, allseits so beliebten, "Dem-Oliver-Stone-sein-schlechter-Film"-Theorie (JFK) ausseinander gesetzt um im Vorraus wenigstens schonmal zu wissen: ihre "Beweise" sind blanker Unsinn und beruhen auf schlechten Ermittlungen. Genau wie die Mondlandungsverschwörung. Die ja z.B. Escalante merhmals bemüht. Er will sagen: Die USA lügen. Echt. Andauernd. Nicht wir. Die Lügen sogar mit dem Mond. Das wissen sie doch, oder? Die fälschen doch alles.
Wenn man also weiss, daß die alte Verschwörungstheorie schon Unsinn ist, dann eröffnet die Dokumentation einfach wunderbare, tolle, bombastische, neue Perspektiven:
die Regierung der USA hat tatsächlich verheimlichen wollen wer Kennedys Mörder waren. Sie haben tatsächlich mit absicht schlecht ermittelt. Sie haben tatsächlich Fakten verschwiegen und die Öffentlichkeit belogen.
Nun, genau hier liegt der Fehler der Kritik, denn das greift der Verfasser nicht auf: es wird eingeräumt man habe vermeiden wollen das Kuba als Täter bekannt wird, weil das ein erstarken der Rechtsextremisten in den USA bewirkt hätte und eine Krieg mit Kuba hätte erzwingen können, was dann zum Krieg mit Russland hätte führen können ... und all seinen Folgen! Es wird Zitiert: "Die Bomben werden fliegen".
Ausserdem möchte man eigentlich nicht zugeben, daß man gegen Kuba einen Geheimdienstkrieg verloren hat.
Das alles wird in der Kritik verschwiegen.
Nocheinmal muß ich mit, allem Respekt, doch diesen Vorwurf machen: ich glaube dem Author ist der Gedanke unangenehm den USA diese Vernunpft eingestehen zu müssen: sie haben erstens was gegen den Atomkrieg und dann auch noch gegen Rechtsextreme. Deswegen nimmt man diese Niederlage hin. Das möchte man nicht glauben. Kritik an der Dokumentation ist an manchen Stellen gerechtfertigt und richtig, aber in der Form in der sie hier passiert wohl leider doch aus Überzeugung motiviert.
Die Dokumentation kann keine "Aufklärung" bringen. Wer weiß ob jemals bekannt wird was im Wirrwarr dieser Zeit alles passiert ist und welche Parteien ihre Finger im Spiel hatten. Aber eines kann sie und macht sie: sie nimmt der Verschwörungstheorie den Wind aus den Segeln und zeigt wer Oswald wirklich war. Wie gefährlich und irregeleitet. Kein sympathischer Sündenbock. Sie zeigt "Arbeitsweisen" der Geheimdienste und ihre Sprache. Sie liefert Einblicke in ideologisierte Köpfe.
Und sie zeigt eine neue Perspektive auf: einen anderen Blick auf den amerikanischen Geheimdienst und die Regierung der USA. Eine - mögliche - Vernunpft und Bedachtheit, die einigen Menschen - offensichtlich - sehr, sehr unangenehm ist.
Den zahlreichen Unwägbarkeiten und unbeweisbaren Theorien um
den Mord an Kennedy, fügte also der WDR weitere Details und Thesen hinzu. Gut, dass Herr Bittner wohltuend sachlich in die
Ferne sieht.
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