Klonskandal "Sie schaden uns allen"

Die übersetzte Videobotschaft des "Science"-Chefredakteurs Donald Kennedy im Wortlaut

"Die Zeitschrift Science hat eine Zusammenfassung des gestrigen Reports der Seoul National University (SNU) erhalten und bewertet. Der Bericht beschuldigt die Arbeitsgruppe von Herrn Hwang, die in 2004 und 2005 zwei Studien in Science veröffentlicht hat, des Betrugs durch schweres wissenschaftliches Fehlverhalten. Die Autoren des jüngsten Artikels hatten eingewilligt, diesen zurückzuziehen. Da auch für die erste Studie nun Fehlverhalten festgestellt wurde, zieht Science diese ebenfalls, von Seiten der Redaktion, zurück.

Auf der Website von Science haben wir von Beginn an eine fortlaufende Chronologie der Ereignisse bereitgestellt, zusammen mit redaktionellen Updates, um die wissenschaftliche Gemeinschaft über den Stand der Forschung und unsere Unterstützung für die Ermittlungen der SNU und der University of Pittsburgh zu informieren.

Wir unterziehen den redaktionellen Werdegang beider Veröffentlichungen, sowie unsere Bewertungsverfahren einer systematischen Überprüfung, um nach Wegen zu suchen sie zu verbessern. Ich habe schon früher betont, dass sogar ungewöhnlich strenge Gutachten, so wie wir sie auch in diesem Fall veranlasst haben, geschickt konstruierten Forschungsbetrug übersehen können. Wir appellieren an die Experten, auch die Mitglieder der Gutachter-Redaktion und Chefredaktion, unsere Bemühungen diesbezüglich zu bestätigen.

Sie werden gemeinsam mit uns Möglichkeiten erörtern, das Bewertungsverfahren zusätzlich abzusichern. Dazu könnte zum Beispiel gehören, dass alle beteiligten Autoren ihren spezifischen Beitrag zu einer eingereichten Forschungsarbeit genau erläutern, und dass sie schriftlich ihre Übereinstimmung mit den Schlussfolgerungen der Arbeit erklären. Wir implementieren verbesserte Methoden, um nachträglich bearbeitete Bilder zu erkennen - obwohl es in diesem speziellen Fall sehr unwahrscheinlich ist , dass diese Methoden auf Unstimmigkeiten gestoßen wären.

Forschungsbetrug ist ein besonders beunruhigender Vorgang, weil er eine Unternehmung gefährdet, die auf Vertrauen aufbaut. Glücklicherweise sind solche Fälle selten - trotzdem schaden sie uns allen. Betrug wird durch den Prozess der wissenschaftlichen Veröffentlichung kaum vollständig eliminiert werden, und die Wahrheit in der Wissenschaft hängt unmittelbar von der Bestätigung ab. Wir von Science wollen dennoch alles in unserer Macht stehende tun, um unsere eigenen Verfahren für den Nachweis wissenschaftlichen Fehlverhaltens zu bewerten. Und wir werden die Ergebnisse dieser Bemühungen der wissenschaftlichen Gemeinschaft kommunizieren, sobald sie vorliegen."

 
Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

    • Quelle (c) ZEIT online, 11.01.2006
    • Versenden E-Mail verschicken
    • Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
    • Artikel Drucken Druckversion | PDF
    • Schlagworte Wissenschaft | Videobotschaft | Betrug
    • Artikel-Tools präsentiert von:

    Service