Musikpresseschau Unter Schornsteinfegern
Schwarz, schwarz, schwarz sind alle ihre Kleider… Depeche-Mode-Fans bevölkern die Zeitungsspalten von FAZ bis taz. Und sonst? Wilson Pickett ist nicht mehr da. – Unsere wöchentliche Musikpresseschau
Das Konzert gerät da fast in den Hintergrund. Susanne Messmer ist im Gegensatz zu den Kollegen von FAZ und SZ enttäuscht: "Außer auf den Leinwänden war so gut wie nichts zu sehen, die Akustik war schlecht, die Halle zu lang und zu breit." Es sei kein einziger Song zu hören gewesen, mit dem man nicht gerechnet habe. Was Besucher von Großkonzerten eigentlich nicht verwundern dürfte. Oder doch?
Alexander Gorkow stört sich in der SZ an solchen Formalien wenig. Er ist hellauf begeistert von der englischen Formation aus Basildon, obgleich er sich im schwarzgekleideten Publikum "vorkommt wie auf einer Großdemo sächsischer Schornsteinfeger". Die Gründung der Band vor 26 Jahren falle noch in die Großrock-Ära. Depeche Mode hätten die Szene mit minimalistischen Synthiepop belebt. Mittlerweile seien sie erfolgreicher denn je, "allerdings nur, indem sie uns um einen der schönsten Treppenwitze der Popgeschichte bereicherten: durch gedankenschwere Stadionmusik".
- Datum 25.01.2006 - 12:28 Uhr
- Quelle (c) ZEIT online, 23.1.2006
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