Presseschau "Ja, aber"Seite 2/2
In der Tat: Am Donnerstag stürmten Palästinenser das Büro der EU im Gaza-Streifen und heute demonstrierten hunderttausende Muslime weltweit gegen Mohammed-Karikaturen. Wir könnten bald mit einer neuen Rushdie-Affäre konfrontiert werden hoch drei, warnt daher die Financial Times. Einige Parallelen lassen sich ziehen. Zuerst ein bescheidener Protest mit wenig Aufmerksamkeit, dann eine Hetzkampagne, mit Demonstrationen und Initiativen auf internationaler Ebene. Und am Ende entwickelt sich eine Art Wettbewerb, wer in der muslimischen Welt die schärfste Kritik äußert. Der Islamwissenschaftler Gilles Kepel erinnert in Libération an den politischen Kontext, in dem die Anti-Dänemark- und Anti-EU-Kampagne stattfinden: Heute, nach dem Wahlsieg der Hamas, versuchen alle arabischen Staaten zu beweisen, dass sie die Ersten sind, um den Glauben zu verteidigen.
- Datum 08.02.2006 - 12:28 Uhr
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- Quelle ZEIT online, 3.2.2006
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Hier treffen Hilflosigkeit, Wut und Unverständnis zweier Seiten zusammen und bilden einen Mix, der normalen Umgang fast unmöglich macht. Und wer glaubt, es gehe nicht um Grundwerte, erliegt einem gefährlichen Irrtum. Dies kann man an spektakulären Ereignissen in Deutschland, die vom Ehrenmord bis hin zur Abtreibung per Fußtritt reichen genauso ablesen, wie am Alltagsleben in muslimischen Ländern. Abwenden kann sich der Westen wegen seiner Ölabhängigkeit nicht. Es ist trotzdem an der Zeit, auch in Deutschland eine breite und offene Diskussion wie weit wir gehen müssen zu führen, bevor gesundes Volksempfinden, das Überhand gewinnt.
In dem Maße, wie der Islam politische Ziele mit politischen Mitteln oder auch Gewalt verfolgt, ist er derselben kritschen Betrachtung und Debatte wie alle anderen politischen Bewegungen unterworfen. Nur weil seine Ideologie auf religiöser Doktrin beruht, darf er über Kritik nicht erhaben sein, auch wenn sie als anstößig empfunden wird. Die Reaktion diverser arabischer Innenminister zeigt, wie weit ihre Auffassungen von einem modernen, demokratischen Staatsverständnis entfernt sind. Ween jede politische Gruppe, die sich in ihrer Ehre verletzt fühlt, einen kollektiven Wutanfall bekäme und mit heiligem Krieg drohte, würde unsere Zivilisation zum Erliegen kommen.
"NZZ am Sonntag" aus Zürich
"Der entfesselte Mob zeigt seine verletzten religiösen Gefühle, indem er dänische Flaggen verbrennt, und die eingeschüchterten Kommentatoren versichern eilig, die Freiheit der Kunst und der Rede seien nur relative Werte. Das sind sie aber nicht. Es sind Grundwerte, die in jedem demokratischen Staat selbstverständlich sein müssen - und die es nicht nur aus 'würdigem' Anlass zu verteidigen gilt. Die Qualität der Karikaturen steht nicht zur Debatte. Satirische Angriffe auf religiöse Inhalte sind oft geschmacklos; doch die Zeiten, da sie verboten waren und ihre Urheber verfolgt wurden, liegen gottlob hinter uns. Diesen historischen Prozess hat der Islam noch vor sich. (...) Es geht nicht an, dass wir aus Furcht, Kalkül oder einem ominösen Kultur-Relativismus von unseren Grundwerten abrücken."
Dem ist nichts hinzuzufügen.
Nichts fürchten totalitäre Ideologen so sehr wie den politischen Witz. Wer kennt sie nicht, die befreiende Wirkung des Lachens? Wer erst einmal herzlich über etwas gelacht hat, fühlt sich davon auch gleich etwas weniger bedroht. Das ist der Grund, warum diese Zeichnungen radikale Islamisten auf der gesamten Welt zur Weißglut treiben. Die Terrorplaner vom 11.9., von Madrid, London etc. wollen uns in Angst und Schrecken versetzen. Und was tun wir? Wir machen uns über sie lustig.
Die Entrüstung der muslimischen Massen wird von undemokratischen Regimen orchestriert und ist somit im Sinne einer möglichen Beleidigung irrelevant. Kaum einer der Aufgeregten hat die Karrikaturen gesehen, es ist inzwischen eine wahre Massenpsychose, aber ist das unser Problem? Doch wohl eher nicht! Hunderte kommen durch Behördenpannen und Schlampereien bei der Hadsch, der Pilgerfahrt mach Mekka um, kein Grund zum Protest! Vermutlich über Tausend ertrinken beim Untergang eines Seelenverkäufers im Roten Meer, Protest? Nada! Selbstmordattentäter die Muslime töten, Protest? Ach, lassen wir das... Diese "Schweinefleischfressenden Ungläubigen Dänischen Hunde" sind es, die Protest auslösen. Fakt ist: Für Inszenierungen muss man sich wahrhaftig nicht entschuldigen, ausser man ist Claudia Roth. Aber vielleicht ist dies ein mediales Vorspiel auf die USA-Israel-EU / Iran-Konfrontation die ja angeblich im März kulminieren soll.
Diese Krawalle wegen der Karikaturen hat laengst alles Mass verloren.Wenn man bedenkt dass in vielen muslimischen Laendern die Wirtschaft am Boden ist,Arbeitslosigkeit,Armut und fehlen jeder Perspektive den Tag beherrschen dann muss man sich ueber die angewandte Gewalt und Energie doch wundern und fragen warum wird diese Kraft nicht fuer was Produktives benutzt? Oder verlangt das mehr als nur Muskelkraft und was anderes kann man nicht.Ich werde den Verdacht nicht los dass dieses ganze Palaver von anderen Notstaenden ablenken soll.
Wenn jetzt die Regierungen in den Laendern wo die Leute auf die Strassen randalieren und behaupten man haette ihre Religion beleidigt in Zukunft alle Hilfszahlungen aus Europa,wo die 'Schweinefleisch-Fresser'leben und so eine verwerfliche Kultur haben,ablehnen DANN koennen sie mich ueberzeugen dass diese Krawalle nicht politisch motiviert und angestachelt wurden.Aber sie werden auch trotz der Karikaturen weiterhin gerne vom EURO-Tropf Gelder einkassieren.
Was war dumm? Die Karikatueren zu veroeffentlichen?
Stoert das die Boerse??
Es ist laengst an der Zeit, dass die muslimische Welt sich mit ihrer Haltung zur Gewalt, Selbstmordattentaten, Unterdrueckung anderer Meinungen auseinandersetzt!
Alles, was ich von dort vernehme, ist Geschrei, Gejohle, Anklage an den Westen.
Ein Muslim, der an Allah glaubt, kann nichts falsch machen, denn er glaubt ja an den wahren Gott!
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