Zuwanderung Schlüsselfaktor Spracherwerb

Stärker als alles andere entscheiden Sprachkenntnisse über die Integration von Migranten. Doch sie werden schlecht gefördert

Über sinnvolle Strategien zur Integration von Zuwanderern kann man viel spekulieren. Eines jedoch liegt auf der Hand: Ohne Sprachkenntnisse ist sie quasi unmöglich. Diese nahe liegende Vermutung hat das Wissenschaftszentrum Berlin nun auch wissenschaftlich belegt. Die Wissenschaftler untersuchten unterschiedliche Forschungen zum Zusammenhang von Migration, Sprache und Integration und kommen zu dem Ergebnis, dass die Kenntnis der Landessprache der entscheidende Schlüssel für gelingende Integration ist.

Dass sich in Einwanderungsländern eine ethnische Schichtung herausbilde, habe zwar auch noch andere Gründe: Diskriminierung durch die Aufnahmegesellschaft, Armut und mangelnde Bildung, auch schlechtere Ausstattung von Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen in Gegenden, in denen besonders viele Zuwanderer leben. „Alle diese Faktoren verstärken sich gegenseitig“, sagt Soziologe Hartmut Esser. Doch die Studien hätten gezeigt, dass fehlende Sprachkenntnisse eine besondere Rolle spielten.

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Die Situation von Zuwanderern lasse sich deutlich verbessern, wenn man nur einen der Faktoren ändere. Da biete sich der Spracherwerb an, sagt Esser. Erstaunt habe ihn allerdings, dass es Zuwanderern bei der Arbeitssuche kaum hilft, wenn sie neben der Landes- auch ihre Herkunftssprache beherrschen. Dies gelte nicht nur für Deutschland, sondern ebenfalls für andere westliche Länder. Anders ist es nur, wenn die Familie des Zugewanderten ursprünglich einmal Englisch sprach.

So kann die Berliner Schule, die unlängst von sich Reden machte, weil dort selbst in den Pausen ausschließlich deutsch gesprochen werden darf, nach Ansicht von Karen Schönwälder von der Arbeitsstelle Interkulturelle Konflikte und gesellschaftliche Integration am Wissenschaftszentrum durchaus als Beispiel für gelungene Integrationsförderung gelten. Allerdings nur, wenn Schüler und Lehrer sich freiwillig für eine solche Regel entscheiden. Wenn die Schüler gezwungen würden, nur noch deutsch zu sprechen, könnte dies dagegen ihre Motivation schwächen.

Entscheidend für einen erfolgreichen Spracherwerb sei der informelle Kontakt mit Einheimischen. Einer Ausländerquote in Schulen oder Wohnbezirken wollen die Wissenschaftler deshalb aber nicht das Wort reden. „So etwas wurde in den USA und Großbritannien ausprobiert und schnell wieder abgeschafft“, sagt Schönwälder.

„Dennoch gibt es durchaus Maßnahmen, die wir empfehlenswert finden, und welche, die wir eher ablehnen“, sagt Schönwälder. So sei es wenig hilfreich, wenn in Nordrhein-Westfalen jetzt die Eltern entscheiden dürften, in welche Grundschule sie ihre Sprösslinge schicken. Deutsche Mittelschichteltern würden dann für ihre Kinder Schulen mit einem möglichst geringen Ausländeranteil aussuchen und so die Segregation verstärken. Andererseits könne man durch die Einteilung von Schulbezirken die Durchmischung an den Schulen fördern.

Die Wissenschaftler fordern außerdem, der Erfolg der obligatorischen Sprachkurse müsse genau überprüft werden. Die Beispiele Schweden und Niederlande hätten gezeigt, dass die Ergebnisse solcher Kurse nicht immer den in sie gesetzten hohen Erwartungen entsprächen.

Letztlich also fördert ein guter Spracherwerb das friedliche Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen. Auch wenn die multikulturelle Gesellschaft als Zielvorgabe heute gerne für gescheitert erklärt wird: eine dauerhafte kulturelle Pluralisierung ist längst eine Tatsache. Ihr wird man sich stellen müssen.

 
Leser-Kommentare
  1. Zu diesem Artikel will und muss ich einfach meinen Kommentar geben.
    Vielleicht sollte ich zuerst mit meiner Biographie anfangen.
    Vor etwa 12 Jahren kam ich als 12 jährige aus der Ukraine nach Deutschland und wurde in einer Gesamtschule angemeldet, Kurt Schumacher Schule in Karben.
    Im ersten Jahr wurde ich mit etwa 15 anderen Kindern in eine "Ausländerklasse" eingeteilt, wo die Kinder zwischen 10 und 20 zusammen Deutsch lernen sollten.
    Das ganze hatte bestimmt tiefen pädagogischen Sinn, der mir bisher nicht aufgegangen ist. Denn heterogener kann man eine Klasse nicht zusammen stellen, Sprachkenntnisse waren unterschiedlich Bildungsniveau und Alter.
    Das war im Wesentlichen eine Gheto Klasse, in die nur die "ungebildete Ausländer" hineingesteckt wurden. Mit ungebildet meine ich dass sie aus Länder kamen, deren Bildungsniveau gerüchteweise nicht zum Abitur oder weitere schulische Bildung ausreicht.
    Kurz: de Klasse war dazu gedacht die Kinder seelisch und moralisch auf ein Leben als Verkäufer, Friseur, Automechaniker oder Putzfrau vorzubereiten.
    Was als Klasse zum "Deutschlernen " deklariert war ist einfach ein grösseres Desaster der deutschen Integrationspolitik in meinen Augen. Wir mussten Deutschlernen mit Liedern wie "10 kleine Negerlein" (was nicht das ausländerfreundlichste Lied ist...), wurden nach Berufsvorstellungen gefragt und wenn die Antwort über das
    Hauptschulniveau hinaus ging, kam gleich der Kommentar "das schaffst DU nicht, das ist zu schwer". Um dem noch eine Krönung zu setzten, wurde das ganze von Lehrern durchgeführt, die sich der Rente eher seelisch verbunden waren, als dem Schulbetrieb und das Wort Förderung als Synonym für "Selektion der Dummen damit sie die deutschen Schüler nicht stören" verstanden, der Mathematiklehrer zum Beispiel hielt es eher pädagogisch für wertvoll sich über die Schreibweise der Variable x auszulassen, anstatt elementare Dinge zu erklären.
    Das ganze kann man wohl immer noch live in der Kurt Schumacher Schule in Karben beobachten, so viel zu den umjubelten Deutschkursen für Ausländerkinder.
    Nach der Ausländerklasse wurden die Kinder "ihrem Potential nach" in die normalen Klassen aufgeteilt. Nur einer der aus USA kam (USA=intelligent,Ukraine=dumm, das war die Logik...) wurde auf das Gymnasium zugewiesen, alle anderen wurden entweder der Haupt- oder Realschule zugeteilt.
    Ich kam damals auf die Realschule und wurde 2 Jahre zurückgestuft. Den Frazösischunterricht (Voraussetzung für Abitur!) durfte ich nicht besuchen, weil der zuständige Lehre es für zu schwer für mich hielt. Nach einem halbjährigen Besuch der Volkshochschle und Selbstdidaktik durfte ich nur deshalb in den Unterricht, weil der Lehrer gewechselt wurde.
    Genauso ging das munter weiter, jedes Mal wenn ich mehr lernen wollte, kam gleich der Kommentar der Lehrer "das ist zu schwer für Dich" und im nächsten Satz, Du kommst ja aus der Ukraine Du hast es dort nicht gelernt.
    An welcher Stufe der Ausbildung bekommen eigentlich die Lehrer erklärt, dass Leute aus einem anderen Ländern prinzipiell dümmer sind und dass man die so schnell wie möglich zum Strasse kehren abkommandiert, damit sie dem Staat nicht auf die Tasche fallen??
    Dem Satz
    "Die Beispiele Schweden und Niederlande hätten gezeigt, dass die Ergebnisse solcher Kurse nicht immer den in sie gesetzten hohen Erwartungen entsprächen."
    sollte man auch Deutschland hinzufügen, weil diese Kurse (und meine Erfahrung ist KEIN Einzelfall!) eine einzige Katastrophe sind und das Versagen der Integration bezeugen.
    Und diesem Satz
    "Diskriminierung durch die Aufnahmegesellschaft, Armut und mangelnde Bildung, auch schlechtere Ausstattung von Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen in Gegenden, in denen besonders viele Zuwanderer leben."
    Die Ausstattung ist nicht das Problem, das Problem ist die Borniertheit und Inkompetenz vieler Lehrer und die vorherschende Meinung, dass die "dummen" Ausländer es ja sowieso nicht schaffen, daher braucht man ja auch nichts zu unternehmen.
    Erst nachdem ich die Schule gewechselt habe (unter lauten Rufen den Lehrern "das schaffst Du nicht, das ist zu schwer"), von Gesamtschule auf ein reines Gymnasium, habe mit einem Schnitt von 1,6 Abitur gemacht und studiere erfolgreich von der Studienstiftung des deutschen Volkes gefördert Physik.
    siehe http://www.spiegel.de/spi...
    Kurz : Diese hochgelobten Integrationskurse sind völlige Zeit- und Geldverschwendung, und dienen in meinen Augen nur der Ausgrenzung. Viel sinnvoller wäre eine normale Eingliederung in die Schulklassen von anfang an, und paralleler zusätzlicher Unterricht in Deutsch.

    Mit freundlichen Grüssen

    Tatjana Tchumatchenko

    • LUP0
    • 15.02.2006 um 9:11 Uhr

    "Ohne Sprachkenntnisse ist [Integration] quasi unmöglich. Diese nahe liegende Vermutung hat das Wissenschaftszentrum Berlin nun auch wissenschaftlich belegt."

    Es ist immer wieder ein gewinnbringendes Spektakel, wenn "die Wissenschaft" der Menschheit deren nur logische oder gar plausible Postulate evidenz-basiert untermauert.

    Ein paar weitere Postulate aus dem Sumpf der schieren Plausibilität, mit der Bitte um Überprüfung:

    - "Ohne Sprachkenntnisse ist [Bildung] quasi unmöglich."
    - "Ohne Sprachkenntnisse ist [Kommunikation] quasi unmöglich."
    - "Ohne Sprachkenntnisse ist [Staumeldungen im Radio verstehen] quasi unmöglich."
    ____________________________________________________________

    Sinnvoll ist die Debatte um die VERMITTLUNG dieser Kenntnisse - also um die GESTALTUNG dieser wissenschaftlich erwiesenen Integrationshilfe "Kommunikationsfähigkeit" - allemal.
    DASS der Spracherwerb stattfinden muß, zum Besten des Einzelnen und letztlich zum Wohl der Allgemeinheit, ist ja jetzt dankenswerterweise keine Frage mehr.

    Der missionarische Eifer aber, mit dem die potentiellen Integranten vor der Zwangsverdeutschung per Kultur und Sprache geschützt werden sollen, ist mir suspekt.

    Liebe Vertreter der sanften integrativen politischen Korrektness:
    Stellen Sie sich vor, SIE persönlich wären plötzlich in einem fremden Land und auf sich alleine gestellt bezüglich Kommunikation, Orientierung, Broterwerb. Was wäre Ihre ERSTE Handlung?
    - Sie würden mit international verständlichen Gesten auf ihre Grundbedürfnisse hinweisen. Und Sie würden sich das landesübliche Wort für "Toilette" innerhalb kürzester Zeit aneignen. Ebenso "Wasser", "Brot" usw.
    Wenn Ihr Gastland Ihnen - ja, IHNEN persönlich! - Hilfestellungen in Form von schlechten Sprachkursen und miesen Integrationshilfen anbieten würde, würden SIE sie nutzen - und dann einen Beschwerdebrief voller grammatikalischer Fehler an die zuständigen Behörden schicken.
    - SIE würden sich also engagieren, so wie sie es aus Ihrer Heimat gewohnt sind. SIE würden "sich einbringen". Nicht wahr?

    Was aber soll eine Gesellschaft wie unsere mit den Kindern von Menschen tun, die nach Monaten und Jahren im Land das deutsch Wort für "Klo" noch nicht beherrschen?
    - Ah ja. Richtig. Wir haben ja den wissenschaftlichen Konsens. "Fördern". Und zwar besser. Aber "sanft". Unter Wahrung der individuellen Kultur und Sprache.

    Liebe sanfte Förderer:
    - Würden IHRE Kinder den Verlust der Muttersprache und heimatlichen kulturellen Anbindung erleiden, wenn sie in der Schule in [USA, Schweden, Österreich... Auswanderungsort der Wahl] "nur noch" mit der Landessprache konfrontiert wären (- und sei es alleine aus dem banalen Grund, daß Ihr Kind dann evtl. DAS EINZIGE DEUTSCHE an dieser Schule wäre und keinen zum Deutsch-Sprechen hätte...)?
    - Würden SIE sich freiwillig aus der sozialen Gemeinschaft des Gastlandes fernhalten?
    Nein?

    Dann messen Sie doch bitte - anhand der Gegebenheiten, die ja von IHRER Haltung abweichen - auch mit zweierlei Maß. Das mag nicht politisch korrekt klingen, ist aber unter pragmatischen Gesichtspunkten sinnvoll.

    "Integrationsschwierigkeiten" ist ein großes Wort. Sein Hintergrund ist nicht, wie so oft postuliert, singulärkausal. Integrationsschwierigkeiten beruhen in unserer aktuellen Gesellschaft auf teilweise mieser Förderung UND dem Unwillen mancher Gruppen, sich zu integrieren.

    Sprachkenntnisse sind vital notwendig, um uns allen aus diesem Dilemma zu helfen. Pflicht-Kurse, Selbstverpflichtung zu "Deutsch auf dem Schulhof": das KLINGT rechtslastig. Es IST aber die letzte Chance der (linken) multikulturellen Idee von Integration.

  2. Die Diskriminierung von Nicht-Deutschen in Deutschland hat meine Familie selbst erleben dürfen. Ich habe in meinem Bekanntenkreis auch eine ganze Reihe von Menschen (vorallem bi-national Familien), die in dieser Richtung negative Erfahrungen mit dem deutschen Schulsystem und dem deutschen Arbeitsmarkt gemacht haben, die so nicht in den USA oder in GB denkbar wären. Diese Bekannten gehören zumeist der gebildeten Schicht an (also keine bildungsfernen Tagelöhner) dennoch haben sie das Gefühl das Deutschland ihnen und ihren Kindern die volle Chancengleichheit verwehrt. Da in Deutschland das entsprechende gesetzliche und gesellschaftliche Regelwerk fehlt ist es schwehr als Betroffener dagegen vorzugehen und diese Menschen haben meisten einen Abstimmung mit ihren Füssen gemacht, d.h. sie haben Deutschland verlassen.

    Ich selbst arbeite in der Biotech-industrie, einer jungen, sehr dynamischen Industrie und habe regelmässigen Kontakt zu vergleicbaren Unternehmen in anderen Ländern. Eine Sache die absolute augenfällig ist, ist die fast gänzliche Abwesenheit von nicht-deutschen Namen und Gesichtern im mittleren und oberen Management von deutschen Unternehmen (das ist völlig anders in GB, US und Australien). Zum Teil mag dies daran liegen das in Deutschland die Immigranten weniger bildungwillig sind als in den anglo-amerkanischen Ländern (Ihr Argument trift zum Teil zu). Allerdings ist die workforce in diesem Bereich ausgesprochen mobil, d.h. viele Mitarbeiter werden aus anderen Ländern rekrutiert – nicht jedoch in Deutschland. Mein persönlicher Eindruck ist das viele gebildete Spezialisten Deutschland meiden, da sie die angesprochene Diskriminierung fürchten. Um eine Beispiel zu nennen: eine unserer Laborleiterinnen stammt aus Malaysia und ist gläubige Muslimin, d.h. sie trägt einen Hijab (Kopftuch) bei der Arbeit und fastet während Ramadan – sie ist trotzdem bei uns in leitender Stellung tätig. Ich glaube, das ein solche Konstellation in einem deutschen Unternehmen nur schwer möglich wäre.

    Ich glaube, Sie haben mich nicht so recht verstanden – Immigranten SIND GEFORDERT an ihrer Integration zu arbeiten. Immigranten haben die Pflicht, müssen Spracherwerb für sich und ihre Kinder anstreben, sich an die Gesetze des Landes halten und sich in den Gesellschaft einfügen. Allerdings ist das nur einen Seite der Integration, aber es scheint die einzige Seite zu sein, die immerwieder in Deutschland von Medien und Politikern gefordert wird – die andere Seite: Abbau von institutionellem Rassismus und Diskrimminierung, geziehlte Förderung von Immigrantenkindern und Kenntnissnahme und Toleranz von anderen Sitten und Religionen wird so gut wie nie thematisiert – ausser vielleicht in einem nichtssagenden wischiwaschi Bekenntniss der deutschen Gutmenschen zum Multikulti.

    Was sie als anglo-chauvinistisch bezeichnen ist einfach eine längere nationale Erfahrung mit dem Thema. Diese Thematik wird in Deutschland (und auch in Frankreich) erst jetzt diskutiert, während hier die Debatte schon vor über 20 Jahren angefangen hat, als in Brixton die Autos brannten und Enoch Powell seinen Flammenreden von den “Rivers of blood” hielt, die im Angesicht der Einwanderung zu erwarten seien. Bereits in den 80er Jahren hat man sich hier mit dem Spracherwerb und dem “Underachievment” der Immigrantenkindern befasst und angefangen geziehle Programme in den innercity Regionen der Städte zu starten (alles übrigens in einer Zeit als der Britische Lebensstandart 30 % unter dem damaligen Deutschen Lebensstandart lag). Vor zehn Jahren wurde ein schwarzer Schüler ermordert, diese furchtbare Tat wurde Katalysator für die Bekämpfung des institutionellen Rassismus innerhalb der Polizei. Jede Stellenauschreibung im öffentlichen und privaten Sektor folgt nach Kriterien des “equal opportunity”, d.h. jeder Bewerber bekommt einen Fragebogen indem er seinen ethnische Zugehörigkeit beschreibt, gegebenfalls muss sich eine Unternehmen rechtfertigen können, warum eine bestimmter Bewerber nicht eingeladen wurde.

    Warum kann Deutschland nicht ein bisschen von diesen Erfahrungen lernen?

    GB hat immernoch Probleme mit seinen Immigranten, die Probleme sind garnicht so anders als die in D. Zwangsehen, Mädchenbeschneidung, sogar ein grausiger Ritualmord innnerhalb der nigerianischen Gemeinschaft ist vorgekommen, Polizei und Medien in GB sind allerdings wesendlich genauer bei der Unterscheidung zwischen ethnischer Bevölkerungsgruppe, Kultur, Religion und krimineller Tat, eine Unterscheidung die in Deutschland nur selten gemacht wird (ich lese regelmässig dt. Medien).

    Ich lebe übrigen nicht in Kensington sondern in Haringey/Hackney. An unseren örtlichen Schulen wurden 184 gesprochen Muttersprachen gezählt. Unsere Nachbarschaft besteht aus Somaliern, Chinesen, Pakistanis, Iren, Afro-caribiern, ausdem ist unser Wohngebiet berühmt/berüchtigt für seine grosse Zypern-Türkische und Zypern-Griechische Gemeinschaft. Ausserdem lebt hier die mehrere Zehntausend starke Gemeinschaft der Lubavitcher Juden, die jiddisch sprechen und in altrussisch anmutender Kleidung herumlaufen.

    Die Schulsituation in unserem Bezirk ist sehr problematisch durch die unterschiedliche Herkunftsituation der Kinder. Wir Eltern tricksen und drängeln um unsere Kinder auf die besten Schulen zu bekommen – garnicht so anders als in Deutschland, wie? Eine Sache ist allerdings fundamental anders – kein Mensch gibt hier den Kindern oder ihren Eltern den Schuld an den schlechten Startvorraussetzungen, alle sehen es als Augabe der Regierung, des Councils, der Schule die benötigten Resourcen zur Verfügung zu stellen damit alle Kinder ihren Begabungen entsprechend sich entfalten können. Und die Grundannahme ist das alle Kinder förderungswert (und moglicherweise begabt) sind und nicht nur die Kinder der “weissen” gebildeten Mittelschicht - so wie in Deutschland. Die Schulen werden übrigens regelmässig getestet und es gibt detailierte freizugängliche Reporte, die diese Beurteilingen auflisten, Aus diesen wird sehr wohl deutlich, das bei geziehlter Förderung, massgeschneiderten Programmen und Massnahmen (z.B. Verbot von andern Sprachen als der Landssprache, vorzeitige Einschulung in bestimmten Immigranten starken Bezirken) bestätigt. In Deutschland gibt es – abgesehen von PISA – keine übergreifenden Test der Lehranstrengungen, daher kann das Ausmass der Diskriminierung durch das deutsche Schulsystem und seine Lehrkräfte nur erahnt werden (Sie verweisen selbst auf “Schweitzer ! Untersuchungen angesichts mangelnder deutscher Daten zu diesem Thema).

    Ich persönlich habe anscheinend andere Erfahrungen als Sie in dieser neuen “multicoloured society” gemacht – ich geniesse es Mitarbeiter und Bekannte zu haben, die Sikh, Juden und Moslem sind , die unterschiedliche Hautfarben haben und aus allen Kontinenten stammen. Natürlich, das Leben ist nicht spannungsfrei in dieser neuen Gesellschaft und auch hier haben viele Menschen Angst um ihre Britische Identität, aber anders als in D habe ich den Eindruck das hier das Thema wesentlich konstruktiver und fairer debattiert wird.

    Eine Bemerkung noch – wir in GB brauchen garnicht die yellow press wie Sie sagen (heisst hier übrigens tabloid) um das eindimenionale Bild vom ewigen Deutschen zu beschwören, Beiträge wie der Ihre reichen völlig um die alten Vorurteile bestätigt zu sehen – man müsste Ihren Beitrag einfach nur im Independent abdrucken - all things said.

  3. It has been discussed in the media already, but I feel it is important to say it again. Let say that everyone in Germany would be able to speak and write in German; does it mean that everyone would FEEL integrated?

    Specifically people in France who manifested their anger quite forcefully, (and may do it again) do communicate well in French, they have even a French passport. They do not FEEL integrated, but rather excluded.

    Does anyone in Germany who speaks German well would necessarily feel included even if they have a different look and different believes?

    Therefore, I would suggest that when people are well respected no matter how they look and what they believes, LANGUAGE is not much of a problem anymore.

    People use language to communicate with other people. Some may think that learning a language to communicate with others is a need, especially if they are viewed as WORTHY people despite their different look and cultural background.

  4. Wegen der schon beschriebenen Tatsachen in den US Schulen schicken alle,die es sich leisten koennen ihre Kinder auf Privat-Schulen.Dort herrscht weniger soziale Unruhe,bessere Disziplin und der Unterricht ist entschieden besser ausgerichtet.Viele Eltern,schwarz und weiss nehmen hohe Kosten in Kauf um ihren Kindern die beste moegliche Ausbildung geben zu koennen.Dazu kommt noch dass die Eltern viel enger mit der Schule,die der Nachwuchs besucht verbunden.Es gibt einmal die Woche Sprechstunde beim Klassenlehrer und monatliche Versammlung aller Eltern um zu erklaeren wie was gemacht wird und warum...es wird auch immer darum gebeten dass sich die Eltern persoenlich engagieren als freiwillige Helfer und man laedt sie auch ein beim Unterricht als Beobachter dabei zu sein.

  5. In USA wird die Schule ausschliesslich von Grundstuecks-Steuern finanziert was mit sich bringt dass in Gegenden wo die Haueser teuer sind,die Schulen auch entsprechend finanziert werden.Schulen in weniger wohlhabendend Gegenden sind oft unterfinanziert,ihnen fehlen moderne Komputer und alles was Schulen in 'reichen' Nachbarschaften als selbstverstaendlich halten.Man chauffiert Kinder stundenlang durch die Stadt um dem Gesetz nach Gleichberechtigung nachzukommen.Dass die Kinder oft schon morgens um 5 Uhr im Bus sitzen weil sie quer durch die Stadt gefahren werden damit sie dann um 8 am Unterricht teilnehmen koennen.Am Nachmittag geschieht es wieder.Dann sperren sich oft african-american Eltern wenn die Schule zu der ihre Kinder gehen nicht genuegend ethnische Lehrer haben und umgekehrt...wer glauben Sie wohl bleibt auf der Strecke?! Auch in Deutschland sollten alle Schule die gleiche Ausstattung haben,den gleichen Unterichts-Plan mit Lehrern,die nach Befaehigung ausgesucht sind nicht nach Herkunft.Zwar sind nicht alle Kinder Kandidaten fuer ein Studium aber man muss ihnen ein mindest Mass an Bildung beibringen damit sie ueberhaupt klar kommen.In USA haben auch viele Schulen ethnische Proble,besonders in Gegenden wo Minorities wohnen und ethnische Minderheiten besteht auch immer die Gefahr von Gewalt unter den Schuelern .Schulen haben Polizisten die die Flure patroullieren, es gibt Metal-Detektoren an den Eingaengen und aehnliches...Die USA hat zwar mehr Erfahrungen mit Immigranten aber so geschmiert wie mancher es hier oft beschreibt geht es laengst nicht zu.

    • Deta
    • 15.02.2006 um 10:26 Uhr

    Hier tummeln sie sich wieder. Alle die mit sich selbst im Innersten nicht zufrienden sind, weil sie von Mama und Papa nicht genug Liebe bekommen haben. Sie lauern nur so darauf, dass mal wieder ein Artikel über Integration und Ausländer veröffentlicht wird und schon sind sie zur Stelle, um auf Kosten der Ausländer Ihr eigenes Minderwertigkeitskomplex zu übertuschen. Ich habe die Nase wirklich voll diesen Gefrusteten. Wenns euch hier nicht passt, dass verlasst doch das Land und sucht euch ein Land, in dem noch die Apartheit herrscht!

    • iceman
    • 21.02.2006 um 10:51 Uhr

    Zwei mal Einspruch:

    1. Es ist sehr schwer, Leute aus ihrer Ghetto-Situation herauszuholen, wenn sie da gar nicht heraus wollen oder können - sei es, weil sie die Sprache nicht sprechen, oder weil sie es nicht nötig haben (komplette türkische Infrastruktur. Das gilt inzwischen für jede Kleinstadt in Deutschland, nicht nur für Berlin-Neukölln, wo 100.000 Migranten mehr oder weniger auf einem Haufen sitzen, und die Grund- und Hauptschulen entsprechend von 90 bis 95% mit Migrantenkindern belegt sind.)

    2. Sie liegen wirklich falsch, wenn Sie glauben, dass die nordeuropäischen Staaten weniger Probleme mit der Integration hätten (Englands Daten sind mir, zugegeben, nicht geläufig, aber mit den skandinavischen Ländern kenne ich mich ganz hervorragend aus). Die haben ähnliche Probleme, und das trotz der weltweit besten Voraussetzungen an Ganztagsschulen und Kinderhorten und Eingliederungsprogrammen!!!

    Angemerkt sei, dass die Regierungsübernahme der Rechtskonservativen in Dänemark im Jahre 2001 eine Folge der erheblichen Belastungen waren, die durch die Migration entstanden sind (Kriminalität, Belastung des Sozialsystems). Eine der ersten Massnahmen der neuen Regierung war denn auch, dass sie die Altersgrenze für den Familiennachzug auf 24 Jahre heraufgesetzt hat.

    Im letzten halben Jahr habe ich mich sehr intensiv mit zwei Problemfeldern beschäftigt:

    1. Erziehungssysteme und Bildungswesen (gerade bezügl. skandinavischer Länder; ich kann ihnen bis in die kleinsten Details die Regelungen für die Kinderförderung runterbeten - für alle 5 skandinavischen Länder).

    2. Migrationsfragen in jeder nur denkbaren Hinsicht.

    Das größte Problem, meiner Meinung nach, war der ständige Familiennachzug (hohe Unbildung gepaart mit hoher Fertilitätsrate, sowie der daraus resultierenden Ghettobildung).

    Mit wachsendem Kostendruck werden die Auseinandersetzungen durch die Folgen der Migration ... größer! Leider!

    Wenn Sie die politischen Massnahmen der letzten Wochen in Deutschland genauer beobachtet haben fällt Ihnen auf, dass da gegengesteuert wird:

    - Arbeitslose Jugendliche sollen künftig bis zum 25. Lebensjahr bei ihren Eltern wohnen bleiben.

    - Die Altersgrenze beim Familiennachzug wird bei uns auf 21 Jahre angehoben (meiner Meinung nach viel zu wenig - aber das wird mit Sicherheit noch erhöht werden).

    - Mindestlohneinführung auf sehr niedrigem Niveau wird diskutiert (ein ZEIT-Redakteur schrieb diese Woche schon von einer Spannbreite von 3,50 Euro bis 7,50 Euro).

    - Verlagerung bei den Ausgaben zur Familienförderung (Aussage Zypries: "Am liebsten würde ich das Kindergeld ganz abschaffen, und dafür in Betreuung investieren").

    Wenn man eins und eins zusammenzählt, dann wird schnell klar, was damit angestrebt wird:
    Geringere Fertilitätsrate bei minderqualifizierten Migranten - gleichzeitige (erhoffte) Steigerung des Nachwuchses bei berufstätigen Alleinerziehern und Doppel-Verdienern.

    Natürlich wird ein Politiker das so nie formulieren, aber ich erlaube mir das, weil ich ein freier Mensch bin (auch wenn man mir dann Fremdenfeindlichkeit unterstellt).

    Den mangelnden Integrationswillen, vor allem bei türkischen Migranten (und den gibt es in sehr vielen Fällen!), wird man nur lösen können durch eine Mischung von einerseits mehr ökonomischem Druck, und (gleichzeitig) besseren Infrastrukturen für die Migrantenkinder.
    BEIDES ist nötig.

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