Viren Da kommt noch mehr
Die Vogelgrippe ist erst der Anfang. Und unsere Sicherheit wird weniger auf Rügen als in Afrika verteidigt. Vom Wissenschaftlertreffen in St. Louis berichtet
"Nein, ich habe keine Idee, wie lange es dauern wird", sagt Nina Marano und zuckt etwas hilflos mit den Schultern. Die Centers for Disease Control hätten gerade ein Expertenteam nach Nigeria geschickt. Man müsse sich einen Überblick über die Lage verschaffen. Aufklärung sei natürlich sehr wichtig. Die Leute dort wüssten ja nicht einmal, warum man sich die Hände waschen soll. Dennoch: "Wann wir Maßnahmen ergreifen, und wann sie wirken, das ist jetzt schwer zu sagen", fährt die Gesundheitsexpertin vom National Center for Infectious Diseases in Atlanta fort. "Aber wissen Sie", sagt die zierliche blonde Frau dann mit schiefem Lächeln, "Ich bin grundsätzlich Optimistin."
Optimismus als Waffe - gegen eine weltweite Bedrohung? Es ist nicht ermutigend, was die Seuchenexperten dieser Tage auf dem Jahrestreffen der amerikanischen Wissenschaftsvereinigung AAAS in St. Louis zum Thema Vogelgrippe von sich gaben. Während H5N1 mittlerweile das deutsche Festland erreicht hat und täglich neue Schreckensmeldungen über infizierte Federtiere in Europa, Afrika und Asien durch die Presse rauschen, kündigen Fachleute sogar Schlimmeres an - H5N1 sei ein Beispiel, sagt der britische Epidemiologe Mark Woolhouse, doch gemeinsam mit dem Aidserreger, Ebola, West-Nil-Virus und anderen letztlich nur Symptom einer "interessanten neuen Entwicklung", wie er sagt. "Tierische Pathogene haben damit begonnen, uns Menschen regelrecht zu kolonisieren."
Der ehemalige Seuchenberater der britischen Regierung malt nicht ohne Grund ein solch düsteres Bild. Unter den mindestens 1400 verschiedenen Arten menschlicher Krankheitserreger stammen seiner Analyse zufolge mehr als die Hälfte aus dem Tierreich. Jedes Jahr springe mindestens eine neue Art dieser so genannten Zoonosen vom tierischen Wirt auf den Menschen über, in den vergangenen 25 Jahren waren es Woolhouses Angaben zufolge insgesamt 38. "Wir sehen, dass sich dieser Prozess beschleunigt", sagt der Brite. Und man sehe auch, dass die überwiegende Zahl infektiöser Übergriffe von so genannten RNA-Viren verursacht werde - von Viren also, die ihre Erbinformation nicht über genetisch stabile DNA weiterreichen, sondern sie in kleinen Einheiten höchst mutationsfreudiger RNA mobilisieren. Das wiederum bietet ideale Bedingungen für eine schnelle Anpassung an den Menschen. Auch der Vogelgrippeerreger H5N1 zählt zu dieser Gruppe von Keimen.
Doch die Voraussetzungen für den Übergriff aus dem Tierreich schafft der Mensch selbst: Massentierhaltung, exotische Haustiere, intensiver Reiseverkehr - sie verursachen "ausreichend Kontaktfläche zwischen dem ursprünglichen Wirt und uns Menschen", sagt Woolhouse. Wie man diese Angriffsfläche beseitigen könne? "Sie ist eine Funktion jener Lebensweise, die wir uns ausgesucht haben", sagt der Brite. Der Mensch müsse das Risiko akzeptieren und das Unerwartete erwarten - sprich: sich auf die Invasion der Zoonosen vorbereiten.
Diese Vorbereitung allerdings steckt noch in den Kinderschuhen. An keinem Beispiel ist das derzeit besser erkennbar als an der Vogelgrippe. Stichwort Überwachung: "Die beginnt nicht im eigenen Land", sagt der amerikanische Virologe Alan Barrett. Doch wie sollen Ausbrüche von H5N1 überwacht werden, wenn betroffene Staaten wie China sie ganz offensichtlich verschweigen? "Ein ernsthaftes Problem", darin sind sich Nina Marano und ihre Kollegen einig. Eine Lösung kennt Marano nicht. Und Woolhouse kommentiert trocken: "No Politics".
Da ist auch wenig tröstlich, dass die Experten den jetzt von der Vogelgrippe heimgesuchten Ländern - auch Deutschland - eine hohe Chance einräumen, das Virus schnell in den Griff zu bekommen. "Diese Länder sind fortschrittlich", lobt Marano, die im Kampf gegen die Bedrohung besonders für eine enge Zusammenarbeit zwischen Veterinärmedizinern und Ärzten wirbt. Doch die Gesundheitsexpertin muss zugeben, dass fortschrittliche Länder ohnehin nicht die Brutstätte eines Pandemievirus sein werden, sondern die betroffenen Gebiete in Südostasien und in Afrika.
Wollte man sich angesichts dieser Tatsache vor überspringenden Tierseuchen wie der Vogelgrippe schützen, hieße es natürlich, diesen Ländern im Kampf gegen die Erreger zu helfen, räumt Marano ein. "Wir arbeiten daran". Doch was die Erwartung betrifft, der Mensch könne sich eines Tages sicher vor der Bedrohung aus dem Reich der Tiere fühlen, macht sich Alan Barrett keine Illusionen: "You're never prepared" - man ist nie vorbereitet.
Das Beste, was wir tun können, ist dies: die Vogelgrippe dort bekämpfen, von wo sie einen massenhaften Angriff auf den Menschen beginnen könnte. Und das ist aller Wahrscheinlichkeit nach nicht Rügen.
- Datum 22.02.2006 - 12:29 Uhr
- Quelle ZEIT online, 20.2.2006
- Kommentare 8
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Das Plädoyer des Vorredners ist aller Ehren wert, aber geht am Thema vorbei und erweckt ein wenig den Eindruck, die derzeitige Hysterie instrumentalisieren zu wollen. Es mag sein, daß wir unsere Tierbestände durch weniger Massentierhaltung besser vor Tierseuchen schützen können. Aber die Gefahr einer Pandemie beim Menschen würde dadurch um keinen Deut vermindert.
Offenbar ist das schwer zu vermitteln. Wenn ein Tiervirus auf den Menschen überspringt und mutiert, dann in den Ländern, wo mangelnde hygienische Standards herrschen und Menschen und Geflügel aufgrund vorindustrieller Lebensumstände auf engstem Raum zusammenleben. Eine vermutlich weit "tierfreundlichere" Haltung als in der Käfigbatterie. Die Einführung "unserer" Viehzuchtmethoden in diesen Ländern würde das Pandemierierisiko nicht etwa erhöhen, sondern drastisch verringern.
Zu uns getragen wird die Krankheit nicht durch Tiertransporte, sondern durch Menschen - Reisende aus Afrika oder Südostasien. Im Pandemiefall werden wir erleben, daß die Grenzen nicht für Tiere, sondern für Menschen dichtgemacht werden.
Exotenhandel, Massentierhaltung etc. wurden von Woolhouse richtig als Seuchenverstärker benannt. Man könnte auch den internationalen Handel mit Versuchstieren noch hinzusetzen. Was aber folgt daraus? Ein "Immer so weiter" ohne Alternative? Es gibt mächtige Akteure, die daran interessiert sind, dass sich an den oben genannten Tatsachen nichts ändert. Wer in extrem großem Ausmaß nicht nur unter der Seuchengefahr und den immer wiederkehrenden, oft nur prophylaktisch erfolgenden Keulungen, sondern auch unter den benannten Handelszweigen selbst ein Leben lang zu leiden hat, sind die Tiere.
Durch Zucht zu Höchstleistungen und zu Leiden spätestens in der Endmastphase gezwungen - Puten und Masthähnchen können dann kaum noch laufen und leiden zu einem erheblichen Prozentsatz an Herz- Kreislaufbeschwerden bis hin zu Aortenrissen, während die Elterntiere zu dauerhaftem Hungern gezwungen sind, um sich überhaupt noch fortpflanzen zu können, in der Mast als bewegungsfreudige Jungtiere auf engstem Raum zusammengepfercht (normal sind weniger als ein m2 für ein 100-kg-Mastschwein (0,65 m2), bzw. für ca. 23 Masthühner, die auch "Hähnchen" genannt werden, obgleich die Hähne der Legerassen schon nach dem Schlupf zerhäckselt oder vergast werden...) und schließlich mit gebrochenen Knochen durch Osteoporose (ca. ein Drittel bei Käfighennen, wie eine Studie zeigte), geschädigten Lungen durch Ammoniakgase (50 - 100% der konventionell gehaltenen Schweinen), Fußentzündungen, Verletzungen und kaum verheilten Schnäbeln sowie Brustblasen (Puten) nach oft qualvollem Transport auf dem Schlachthof angeliefert zu werden, wo ihnen die besonders bei Schweinen und Geflügel noch oft verwandte CO2-"Betäubung" Krämpfe und Erstickungszustände beschert (Studie Fleischforschungsinstitut Kulmbach). Über Versuchstiere schweige ich mich aus, denn es reicht, es reicht wirklich.
Wir essen, wir keulen, ansonsten schauen wir weg oder sagen: "Man kann ja nichts machen." Wirklich? Ich habe noch Hoffnung, dass sich zumindest bei dem einen oder anderen endlich das Entsetzen meldet, die Frage: "Was tun wir da eigentlich?"
Ein Großteil des produzierten Fleisches ist überflüssig, ja unsere derzeitige Ernährungsweise ist ungesund, wie DGE und Verbraucherzentralen bestätigen. Wenn man weniger Fleisch isst, kann man sich auch die teureren Bio-Preise leisten. Zwar müssen auch hier momentan Geflügeltiere eingesperrt werden, doch Fleisch- und Tiertourismus, der zur Verbreitung der Seuchen beiträgt, ist hier eher die Ausnahme. Und uns Verbrauchern bleibt neben einem wesentlich weniger einlaufenden Schnitzel die Gewissheit, einen Beitrag gegen eben dieses Elend geleistet zu haben.
Wenn man allerdings so viel davon gesehen hat wie wir, dann isst man meist kein Fleisch mehr. Nie wieder!
Na, EPetras, das war ja wohl völlig am Thema vorbei. Es fehlt nur noch G.W.Bush.
@ titopoli:
Nur dissen, ohne selbst Argumente zu liefern, ist aber auch nicht so toll :-) Ohne die Argumente des anderen zu entkräften bzw. Gegenargumente zu präsentieren, läuft so ein Blog nämlich Gefahr, zur Pöbelei zu verkommen.
Zitat ..... Doch die Voraussetzungen für den Übergriff aus dem Tierreich schafft der Mensch selbst: Massentierhaltung, .... Ende Zitat
Wie erfreulich das dies einmal gesagt wurde, nur wird dies nicht sehr publik gemacht,
dafür das solche Aussagen nicht das breite Publikum erreichen sorgt die CMA mit Sicherheit.
Aber es ist erfreulich das sich Menschen darüber Gedanken machen, nun heißt es den richtigen Ansatzpunkt zufinden,.....
Der englische Experte hat allen Grund, die Vermehrung von Virenauftreten zu prognostizieren. Ist der doch an der weltweiten Bearbeitung im Hinblick auf die Seuchenverbreitung als Nationalität federführend mitbeteiligt.
Es besteht hinreichend der Verdacht, das durch Verbreitung von Partikeln in der Luft durch Millitärmaschinen unerforschte Nanobakterien zur Erdoberfläche gelangen. Das Millitärprojekte zur gegenwärtigen Zeit geheim durchgeführt werden, ist nahezu glasklar. Um das zu erkennen, braucht man nur die Vielzahl der Millitärmaschinen am Himmel zu berücksichtigen, die durch ihre lange sichtbaren und hernach sich verbreitend zur Erde herabsinkenden Kondensstreifen auffallen. Donnerwetter de ermittelt zur Zeit in dieser Richtung und hat sogar Strafanzeige erhoben, als sie diese Partikel unbekannter, wahrscheinlich hochgiftiger Zusammensaetzung auf ihren Wetterradarechos ausmachte und als Regenwolken werteten. Die Irritation wurde von dem Oberstaatsanwalt abgetan mit der Begründung, Wetterfrösche könnten veräppelt werden. Eine vollkommen brisante Rechtsauffassung, die der Herr dort vertritt, da Wetterfrösche, wie gerade das jüngste Beispiel Hamburg zeigte, immens hohe Verantwortung tragen.
Auf der Seite von Donnerwetter sind hierzu sehr interssante Neuigkeiten zu erforschen. Auf meiner de.vu Domäne tkks wird hier auch explizit darauf eingegangen und einige Artikel, die ich in meiner regionalen Zeitung über diese unidentifizierten fliegenden Objekte von mir angesprichen wurden, sind dort ebenfalls wieder zu finden.
Ich habe vorgestern eine Millitärflugformation fotografiert und ans mittlerweile ermittelnde Luftwaffenamt gesandt.
Bisher leugnet das Millitär, etwas mit den Wolken zu tun zu haben. Donnerwetter hat nachgehakt und es scheint unbequemer für einige Herrschaften zu werden...
In jedem Fall ist schon alleine für die erfolgte Wetterveränderung mit einer sprunghaften Vermehrung der in Erscheinung tretenden unbekannten Nanobakterien aus höheren Luftschichten zu rechnen. Das scheint der Engländer genau zu wissen.
Wo ist sie hin, die Pandemie? Warum ist das Thema nicht mehr auf der ersten Seite? Tiere von Biolandwirten werden weiterhin eingesperrt.
Wo ist unser erster Verbraucherschützer Bundesminister Horst Seehofer? Lange nichts mehr von Ihm gehört, ist plötzlich so still.
Nachdem unsere Regierung unserer Geld in großen Bestellungen an die Pharmaindustrie ausgegeben hat, ist plötzlich alles still. Milliarden in die Kassen von ... und dann still halten.
Oder hat sie etwa storniert?
Wer kann genaueres sagen?
.
vorweg, sorry für doppelpost!
nachfolgend ein Interview mit Dr. STEFAN LANKA, MOLEKULARBIOLOGE!
http://www.faktuell.de/Hi...
*Keine Panik - Die Wahrheit über * Vogelgrippe, H5N1, Impfen und AIDS*
*//Vogelgrippe und H5N1, Impfen und AIDS. Dr. Stefan Lanka (c)
FAKTuell
"*Herr Dr. Lanka, *sind wir in Deutschland durch die Vogelgrippe bedroht?
Nur indirekt.
Im nächsten Jahr wird es in Deutschland viel weniger Babys geben.
Folgt man den Medien, werden alle Störche durch die Vogelgrippe
dahingerafft werden. Darauf sollten wir uns jetzt einstellen.
Meinen Sie das ernst?
Genauso ernst, wie irgendeine Gefahr für uns durch das behauptete
Vogelgrippevirus H5N1 besteht. Die Gefahr oder die Katastrophe liegt
ganz woanders.
*Wo liegt nach Ihrer Auffassung* die Gefahr oder die Katastrophe?
Wir haben uns abgewöhnen lassen, unseren Verstand zu benutzen.
Das ist die tatsächliche Gefahr oder die Katastrophe. Die Politik und
die Medien nehmen sich heraus, uns alles vorzugaukeln, z.B.
vorzugaukeln, dass sich Zugvögel in Asien mit einem ganz gefährlichen,
tödlichen Virus infiziert haben.
Diese todkranken Vögel fliegen dann wochenlang. Sie fliegen Tausende
von Kilometern, infizieren dann in Rumänien, der Türkei, Griechenland
und sonst wo Hühner, Gänse und sonstiges Federvieh, mit dem sie keinen
Kontakt hatten, die innerhalb kürzester Zeit erkranken und verenden.
Aber die Zugvögel erkranken nicht und verenden nicht, sondern fliegen
weiter, wochenlang, Tausende von Kilometern. Wer das glaubt, der
glaubt auch, dass die Babys vom Storch gebracht werden. Tatsächlich
glaubt der überwiegende Teil der Menschen in Deutschland ja an eine
Gefährdung durch die Vogelgrippe.
*Gibt es demnach* überhaupt keine Vogelgrippe?"
...weiter siehe link
armes Deutschland :(
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