Musik Der ewige WegbereiterSeite 2/2
Das ist natürlich eine ungehörige Verknappung der abenteuerlichen, randvollen Zeit, die Horst Fascher zu der Begegnung führte, die den Rest seines Lebens bestimmen sollte. Doch der Hamburger sagt selbst, dass nicht einmal die gut 270 Seiten seiner Biografie reichen, um die Geschichten zu fassen.
Schließlich gibt es da schon allein so viel aus den wenigen Monaten zu erzählen, als er mit den später berühmtesten Liverpoolern der Welt um die Häuser zog, ihnen einen Schlafplatz, Mädchen oder auch mal "ne Tabledde beschaffte, seine Mutter den Beatles die Unterhosen wusch und er John Lennon dabei erwischte, wie der sich von einem Transvestiten einen blasen ließ.
In Faschers Erzählungen wirkt das alles heiter, seltsam leicht und unbeschwert, so als sei die Zeit im Star-Club eine einzige große Party gewesen. Selbst die Prügeleien, die ihn später für zwei Jahre in den Knast brachten und seiner Laufbahn als Musikmanager vorerst ein Ende setzten, erscheinen verklärt wie ein harmloser Jungenstreich.
Dabei sagt Horst Fascher auch, dass er im Nachhinein ganz froh sei, eine Zwangspause von der Party verordnet bekommen zu haben. Wer weiß, ob ich heute noch so gesund wäre, wenn ich das noch ein paar Jahre so weitergemacht hätte. So, das heißt: Frauen, Alkohol, 12-Stunden-Tage, 7-Tage-Wochen.
Stattdessen hat er noch bis vor wenigen Jahren Bands gemanagt und sagt auch mit 70 noch, dass er gerne als Musik-Scout arbeiten würde: "Den Instinkt hab ich sicher."
Und dass er immer und immer wieder auf seinen guten Instinkt angesprochen wird, als er als Erster die Original-Beatles nach Deutschland holte? Obwohl er auch Stars wie Ray Charles oder Jerry Lee Lewis in seinem Club hatte, später die Truppenbetreuung in Vietnam mit Bob Hope organisierte? Ach, wissen Sie: Die Beatles sind nun mal die größte Band der Welt, sagt Fascher und lächelt. Scheint so, als habe sich der kleine alte Mann ganz gut mit dem Schicksal arrangiert, auf ewig ihr Wegbereiter zu sein.
Hier der boxende Fascher zum Hören: Ein ZEIT online-Interview auf St. Pauli
- Datum 01.03.2006 - 12:29 Uhr
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- Quelle (c) ZEIT online, 26. 2. 2006
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