Indien Bush reist nach Indien
Vor dem Hintergrund der wachsenden politischen und wirtschaftlichen Bedeutung Indiens besucht US-Präsident George W. Bush von diesem Mittwoch an erstmals das südasiatische Land
Im Zentrum der dreitägigen Visite wird die geplante Unterstützung der USA für Indien im zivilen nuklearen Bereich sein. Lieferungen von Atomtechnologie und -material nach Indien sind seit den indischen Atomwaffentests im Jahr 1998 international ausgesetzt. Der indische Außenstaatssekretär Shyam Saran sagte am Dienstag in Neu Delhi, kurz vor dem Besuch Bushs seien die Verhandlungen über die geplante Nuklear-Kooperation noch nicht abgeschlossen gewesen.
Prinzipiell ist die Zusammenarbeit im zivilen atomaren Bereich seit dem Washington-Besuch des indischen Premierministers Manmohan Singh im Juli vergangenen Jahres vereinbart. Allerdings will Indien nicht so viele Atomanlagen unter internationale Kontrolle stellen, wie von den USA gewünscht. Besonders die indischen Schnellen Brüter, die noch in der Entwicklungsphase sind, aber in den kommenden Jahren große Mengen atomwaffenfähiges Plutonium produzieren werden, sollen nach dem Willen Neu Delhis von ausländischer Aufsicht ausgenommen werden. Indien hat den Atomwaffen-Sperrvertrag nicht unterschrieben.
Bush trifft am Donnerstag in Neu Delhi Premierminister Singh und den indischen Präsidenten A.P.J. Abdul Kalam. Der US-Präsident reist am Freitag in die südindische Hightech-Metropole Hyderabad. Am Abend kehrt er nach Neu Delhi zurück und hält dort an einem historischen Fort die zentrale Rede seiner Reise. Am Samstag fliegt Bush ins benachbarte Pakistan und trifft dort den pakistanischen Präsidenten Pervez Musharraf. Pakistan ist einer der engsten Verbündeten der USA im Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Samstagabend reist Bush in die USA zurück.
Bushs Besuch ist der erste eines US-Präsidenten, seit sein Vorgänger Bill Clinton vor sechs Jahren auf den Subkontinent reiste. Indien verzeichnet seit Jahren ein rasantes Wirtschaftswachstum, was immer mehr ausländische Investoren anzieht. Das Wachstum - nach China das stärkste der Welt - wird allerdings vor allem durch Energieknappheit gebremst. Die USA wollen Indien dabei unterstützen, ein Gegengewicht zu China in der Region zu werden.
- Datum 01.03.2006 - 12:29 Uhr
- Quelle ZEIT online, dpa, 1.3.2006
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