"Ich wünsche mir, dass auch mal die Männer aus dem Weg gehen, wenn Frau und Mann sich im schnellen Schritt auf der Straße begegnen." © Hulton Archive/Getty Images

Frauen an die Macht, aber bitte weniger Alice Schwarzer: Vor zehn Jahren schrieben Frauen und Männer der ZEIT-ONLINE-Redaktion zum Frauentag auf, was sie sich für das Jahr 2016 für das Verhältnis von Männern und Frauen wünschen. Flexible Lebensmodelle, mehr weibliche Regierungschefinnen und eine Chefredakteurin für ZEIT ONLINE: Mancher Wunsch ist wahr geworden, andere müssen warten. Hier lesen sie die Wünsche der Frauen. Die Wünsche der Männer finden Sie hier.

Die Frau, die uns regiert
In zehn Jahren werden wir immer noch von einer Frau regiert. Es ist allerdings nicht Frau Merkel. Sie wurde von einer starken Ministerpräsidentin weggeputscht. Vielleicht war es auch eine Fraktionschefin. Über deren Frisur hat übrigens noch nie etwas in der Zeitung gestanden.
Katharina Schuler, Redakteurin

Mehr Respekt
Mann sollte Frau mehr Respekt entgegenbringen.
Wir Frauen sollten ihn auch mutig einfordern!
Da fällt mir ein, eigentlich hatte ich ja mehr Geld ausgehandelt, als dann in meinem Vertrag stand...naja.
Anne Fritsch, Grafikerin

Väter und Söhne
Unsere Söhne bekommen eine Ahnung davon, was es bedeutet, ein guter Vater zu
sein - durch Anschauung.
Wenke Husmann, Redakteurin

Leben in Zyklen
Frauen haben hoffentlich in zehn Jahren aufgehört, von anderen Frauen zu verlangen, dass sie sich benehmen wie Männer. Fleißig, fleißig und geradlinig eine Karrierestufe nach der anderen zu erklimmen, um in den Chefetagen zu landen, die Kinder dabei schnell in die Krippe stecken und nebenbei erziehen, ist nur noch eine Strategie, um ein erfolgreiches Leben zu führen.

Ich gebe ja zu, dass die typische Männerkarriere sehr effizient und ein Erfolgsmodell ist. Aber ich wünsche mir eine Gesellschaft, die sich traut, etwas neues auszuprobieren: nämlich weiblichen Zyklen zu folgen. Die es erlaubt, dass eine Frau mal durchstartet im Beruf und ganz nach oben kommt. Dass sie dann aber immer mal wieder alles wieder hinschmeißen darf, um verliebt ein, zwei oder drei Babys anzugurren oder sich einem völlig anderem Projekt zu verschreiben, bei dem überhaupt kein Geld zu verdienen ist. Bis wieder eine neue Phase ansteht und sie wieder in die Welt hinaus will. Dann ist sie mit vollem Enthusiasmus - mal Teilzeit, mal Vollzeit - dabei. Sie wird nicht nur geduldet sondern ernst genommen. Macht wird ganz neu definiert, weil man sie teilen muss.
Ich wette, viele Männer werden verdammt neidisch sein auf unser Leben in Wellen und sie werden es uns nachmachen.
Parvin Sadigh, Redakteurin