Wahlen Viele Unentschiedene
Bei den anstehenden drei Landtagswahlen zeichnet sich nur ein Regierungswechsel ab. Allerdings sind viele Wähler noch unentschlossen
Gut eine Woche vor den Landtagswahlen in drei Bundesländern zeichnet sich allein in Sachsen-Anhalt ein Regierungswechsel ab. In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz liegen die regierenden Koalitionen eindeutig vorne. Allerdings hat ein Großteil der Wähler nach dem am Freitag veröffentlichten ZDF- Politbarometer der Forschungsgruppe Wahlen noch keine endgültige Wahlentscheidung getroffen. Im Südwesten gab knapp die Hälfte der Befragten an, sich noch nicht festgelegt zu haben oder unsicher zu sein. In Sachsen-Anhalt sind es 39 Prozent, in Rheinland-Pfalz 33.
Der Umfrage zufolge reicht es in Sachsen-Anhalt nicht für die christlich-liberale Koalition von CDU-Ministerpräsident Wolfgang Böhmer. CDU und FDP kommen auf 37 beziehungsweise 6 Prozent. SPD und Linkspartei erreichen jeweils 23 Prozent. Grüne und rechtsextreme DVU scheitern mit je 4 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde.
Bei einem solchen Wahlausgang bevorzugt eine große Mehrheit (77 Prozent) eine große Koalition statt einem rot-roten Bündnis (17 Prozent). Die FDP verliert deutlich im Vergleich zur Wahl 2002: Vor fünf Jahren waren es noch 13,3 Prozent. SPD (+3) und Linkspartei (+2,6) verbessern sich jeweils leicht. Die CDU schnitt mit 37,3 Prozent damals ähnlich ab.
In Mainz hat der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) gute Aussichten auf einen Machterhalt der bundesweit einzigen rot-gelben Koalition. Die Regierungsparteien SPD und FDP liegen bei 43 beziehungsweise 8 Prozent. Die CDU erreicht 36 Prozent, die Grünen 6 Prozent. Die Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) kommt auf 3 Prozent.
In Baden-Württemberg kann sich Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) auf eine zweite Amtszeit einstellen. Die bisherigen Koalitionspartner CDU (45 Prozent) und FDP (8 Prozent) liegen deutlich vorne. Die SPD kommt auf 30 Prozent, Grüne auf 10, die WASG wie die rechtsextremen Republikaner auf 3 Prozent.
Alle Ministerpräsidenten würden eine Direktwahl gewinnen. Am deutlichsten ist der Vorsprung Becks in Rheinland-Pfalz mit 63 Prozent vor Christoph Böhr (CDU) mit nur 20 Prozent. In Sachsen- Anhalt liegt Böhmer mit 48 Prozent vor Jens Bullerjahn (SPD) mit 20 Prozent. Vergleichsweise knapp führt der baden-württembergische Regierungschef Oettinger mit 44 Prozent vor Ute Vogt (SPD) mit 37 Prozent.
(Die Forschungsgruppe Wahlen befragte für das ZDF telefonisch vom 13. bis 16. März jeweils gut 1000 zufällig ausgewählten Wahlberechtigte.)
- Datum 22.03.2006 - 12:30 Uhr
- Quelle ZEIT online, dpa 17.3.2006
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