Pop in der Oper Ohne Hose auf die BühneSeite 2/2
Den politischen Anteil von Erdöl beurteilt Sören Ingwersen in der Hamburger Morgenpost positiver. Das Stück sei eine „linke Gesellschaftsanalyse im Unterhaltungsstil“. In dieser Rezension ist auch mehr als nur ein Halbsatz über die Musik zu lesen: „Unter der Discokugel in der Mitte begleitet die Band die Sänger mit schlichtem Akkordsatz. Die Musik von Pit Przygodda ist subtil verfremdeter Pop, Schlager mit Stolpersteinen, keck posierendes Chanson.“ Im Kontrast dazu stehe „die opernhafte Artikulation der Sänger.“
Zwar findet auch Ingwersen manche Detailschilderung „etwas ermüdend. Doch durch die bewegte Choreografie mit fünf hervorragenden Sängern [...] bleibt die Aufmerksamkeit gespannt“. Die Rezension resümiert fast euphorisch: „Eine vom Staub befreite Ideologiekritik zwischen Porno und Pipeline, die mit einem betäubenden Gesangs-Inferno endet.“
Ein geteiltes Echo war zu erwarten. Auffällig ist, dass sich keine der Rezensionen an der unüblichen Musik abarbeitet. So lässt sich schlicht festhalten: Erdöl ist eine moderne Inszenierung, welche die Kulturgeschichte des Bühnenskandals gelassen fortschreibt – einmal nicht von Dissonanzen begleitet, sondern von schwelgerischen Songs.
Weitere Aufführungen: 21., 22., 24., 25. März, jeweils 20 Uhr, Karten 12 bis 18 €, Tel. 35 68 68
- Datum 22.03.2006 - 12:30 Uhr
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- Quelle ZEIT online 21.3.2006
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