Stücke mit expliziten Inhalten finden sich auf Jacket Full Of Danger, Adams soeben erschienener vierter CD. Sie erreicht uns als weiterer Auszug aus Adam Greens »Gesammeltem Staunen«. Musikalisch gesehen, fasst sie sein ganzes bisheriges Schaffen zusammen, Geigen schmeicheln, Gitarren dröhnen, nur die Stimme scheint sich um eine halbe Oktave gesenkt zu haben und klingt wie aus Jim Morrisons Gruft: Adam Green jetzt mit 30 Prozent mehr Rock.



© Fotos: Christian Bartsch, Text: Thomas Gross (Auszüge aus seinem Artikel: "Das fliegende Jugendzimmer"

Egal welches Heft man in der letzten Zeit zur Hand nahm, immer war er drin, immer sah man ihn einen Preis entgegennehmen oder in kunstvollen Second-Hand-Lumpen Modestrecken durchwandern.

Nicht einer der rockenden kleinen Engländer, Adam Green ist in Deutschland das Maskottchen der Stunde: ein New Yorker Prinz und Publikumsdarling auf Daueraudienz.

Aufs Ganze gesehen aber bleibt er seinen Grundthemen Sex, Drogen und Adoleszenz treu. Er selbst nennt es »Adam Music«. Adam Music ist ein Versuch über die Dauerpubertät mit Adam Green in der Hauptrolle.

Adam wälzt sich bei Songeinlagen auf dem Boden. Bloß manchmal, wenn sein Mienenspiel leicht verrutscht, sieht es für Bruchteile von Sekunden aus, als sei er in Wahrheit doch ein Außerirdischer. Dann zieht er sich hinter eine Maske zurück, die kein Maskenbildner so perfekt erfinden könnte: sein Gesicht.

Viele schon hat es erwischt, seit Adam Green das Musikgeschäft durch ein New Yorker Gullyloch namens Sidewalk Café betrat, wo er in Hasen- respektive Robin-Hood-Kostümen durchtrieben naive Lieder aus dem Leben der Teenager vortrug. Inzwischen kriegt er sie alle: die Independent-Mädchen, die höheren Tussis, selbst Menschen in ihren Vierzigern und große Kinder beiderlei Geschlechts.