USA Rumsfeld bald aus?
Immer mehr hochrangige US-Offiziere fordern den Rücktritt des amerikanischen Verteidigungsministers
Auch der frühere NATO-Oberbefehlshaber Wesley Clark hat sich der Forderung von ehemaligen US-Generälen nach einem Rücktritt vom amerikanischen Verteidigungsminister Donald Rumsfeld angeschlossen. »Er hat schlechte politische Entscheidungen getroffen. Es ist Zeit für eine neue Führung«, sagte Clark dem Nachrichtensender Fox News am Samstag. Rumsfeld habe keine gute Arbeit geleistet. US-Präsident George W. Bush sprach Rumsfeld dagegen sein volles Vertrauen aus. Rumsfeld meinte, unter den tausenden ehemaliger hoher Offiziere gebe es immer einige, die sehr unzufrieden seien.
Clark, der sich 2004 vergeblich um die demokratische Präsidentschaftskandidatur beworben hatte, beschuldigte Rumsfeld und Vizepräsident Dick Cheney, die USA im Irak in einen »überflüssigen« Krieg verwickelt zu haben. Der Krieg habe nichts mit dem Kampf gegen den Terrorismus zu tun gehabt, sagte Clark. Er sei ein »tragischer Fehler« und eine »strategische Fehlleistung gewesen«. Rumsfeld genieße innerhalb der US-Streitkräfte kein Vertrauen mehr. »Er sollte gehen«, sagte Clark.
Der ehemalige amerikanische Generalstabschef Richard Myers stellte die Kritik der pensionierten Militärs in Frage und bezeichnete sie als »unangebracht«. Es sei nicht die Aufgabe von hohen Offizieren - ob aktiv oder im Ruhestand - die politische Führung offen zu beurteilen, sagte Myers Fox News. George W. Bush stellte sich angesichts der öffentlichen Debatte um Rumsfeld vor seinen Minister. »Rumsfelds energische und standhafte Führung ist genau das, was in dieser kritischen Zeit gebraucht wird. Er hat meine volle Unterstützung und meine tiefe Anerkennung«, sagte Bush in einer Stellungnahme am Karfreitag.
Rumsfeld selbst wehrte sich Medienberichten zufolge in einem Interview des arabischen TV-Senders Al-Dschasira. Würde der Verteidigungsminister immer gewechselt, wenn zwei oder drei unter »tausenden und tausenden von Admirälen und Generälen« anderer Meinung seien, drohe eine Art »Karussell«.
Vergangene Woche hatten Ex-General John Batiste und weitere hochrangige Ex-Militärs Rumsfeld zum Rücktritt aufgefordert. Im Pentagon sei ein neuer Anfang notwendig, sagte Batiste dem Nachrichtensender CNN. Gebraucht werde ein Chef, der Team-Arbeit verstehe und Mitarbeiter nicht einschüchtere. Die Militärführung müsse die Prinzipien des Krieges verstehen und diese auch rücksichtslos umsetzen.
Batiste hatte bis 2005 die 1. Infanterie-Division der US-Armee im Irak kommandiert. Der General schlug nach einem Bericht der Washington Post eine Beförderung und Rückkehr in den Irak als zweitranghöchster US-Militär aus, weil er nicht länger unter Rumsfeld dienen wollte.
Rumsfeld hatte im Zusammenhang mit dem Folter- und Misshandlungsskandal im Militärgefängnis von Abu Ghoreib zwei Mal seinen Rücktritt angeboten. Bush lehnte dies jedoch ab.
- Datum 19.04.2006 - 13:31 Uhr
- Quelle ZEIT online, dpa, 16.04.2006
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Psst, Georgie kann u. darf nicht abgewaehlt werden; er darf nicht wieder kandidieren. Was Rummy angeht, so sind die Toene aus DC und anderswo die gleichen wie anno 2004 und 2005. Meinetwegen sollte er gehen, aber W muss seinen Ruecktritt ernster nehmen. Immerhin hat er so was schon zweimal angeboten. Bush ist seinen Ministern zu loyal.
-eigentlich auch mal Zeit. Fraglich nur, ob das bald, oder erst mit der Abwahl von Bush passiert.
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