Überfall Schwarzes Opfer
Zehn Tage nach der Gewalttat gegen einen Deutsch-Äthiopier in Potsdam ist erneut ein Afrikaner in Ostdeutschland zusammengeschlagen worden
Der Überfall auf den Mann aus Togo ereignete sich in Wismar. Nach den bisherigen Ermittlungen umstellten mehrere Betrunkene den 39-jährigen Asylbewerber in der Wismarer Innenstadt, stießen ihn zu Boden und traten auf ihn ein. Das Opfer wurde mit Schädel-Hirn-Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht, konnte es inzwischen aber wieder verlassen.
Drei Verdächtige wurden festgenommen. Motive des Übergriffes seien nach den ersten Befragungen nicht zu erkennen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Ausländerfeindliche Beweggründe könnten aber nicht ausgeschlossen werden. Es gebe jedoch auch keine Erkenntnisse, dass die Beschuldigten der rechtsextremistischen Szene angehören.
Gegen zwei Verdächtige, zwei 23 und 24 Jahre alte Männer, erließ das Amtsgericht Wismar am Mittwochabend Haftbefehle. Ein 19-Jähriger soll an diesem Donnerstag dem Haftrichter vorgeführt werden. Den drei Männern wird gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.
Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) erklärte unterdessen seinen
Streit mit Generalbundesanwalt Kay Nehm über die Ermittlungen zu dem Mordversuch an einem dunkelhäutigen Deutschen in Potsdam am Ostersonntag
für beendet. Er habe am Mittwoch mit Nehm telefoniert, sagte Schönbohm. »Das Thema ist durch.«
Der CDU-Politiker hatte Nehm vorgeworfen, den Fall übereilt an sich gezogen und dadurch dem Land geschadet zu haben. Und während die Bundesanwaltschaft nach wie vor von einem
fremdenfeindlichen Hintergrund
der Tat ausgeht, hatte Schönbohm dies wiederholt in Zweifel gezogen. Das Opfer schwebt noch immer in Lebensgefahr.
- Datum 03.05.2006 - 13:32 Uhr
- Quelle ZEIT online, dpa, fg, 27. 4. 2006
- Kommentare 3
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Gibt es einen Tag, an dem kein Mitbürger von einem anderen Mitbürger fremdländischer Herkunft niedergeschlagen und ausgeraubt wird?
Falls dies nicht der Fall ist, müssen wir deshalb von einer Invasion ausländischer Krimineller sprechen??
Oder andersgefragt:
Wieviele Menschen wurden im April in Potsdam, Wißmar oder anderen Städten niedergeschlagen, ausgeraubt, verletzt?
Wieviele Opfer waren Ausländer? Wieviele Täter waren Ausländer? Werden alle Straftaten wirklich registriert?
Inzwischen scheinen die Medien einen Wettbewerb auszutragen, wer die Bundesrepublik noch rechtsradikaler darstellen kann.
Da kann der Leser den Journalisten nur zurufen: "Kommt wieder zur Besinnung und berichtet objektiv!!!"
Die mediale Hysterie hilft weder bei der Verbrechensbekämpfung noch den Opfern.
korfstroem
korfstroem
Dass Nehm den Fall an sich gezogen hatte hat Symbolwert. Für mich bedeutet es, dass einer der wichtigste Vertreter des deutschen Rechtssystems es ernst nimmt, wenn irgendwelcher radikaler Abschaum wehrlose Menschen zusammenschlägt, nur weil sie zufällig schwarz sind. Und er zeigt auch, dass er rigoros gegen diesen oben genannten radikalen Abschaum vorgehen wird. Und das halte ich für sehr sehr wichtig und gut.
Wenn Schönbohm das nicht verstanden hat und querschießt, ist es besser wenn er zurücktritt und zwar schnell. Er ist es, der dem Land Brandenburg großen Schaden anrichtet indem er diese schweren Delikte gegen die grundlegenden Menschenrechte zu bagatellisieren versucht. Und er schadet nicht nur Brandenburg sondern ganz Deutschland! Und zwar erheblich.
Viele Artikel erwecken den Eindruck, als würden die Verfasser nur allzu willig ein scheinbar öffentlichkeitsrelevantes Thema aufgreifen. Die Medien seien an dieser Stelle zur notwendigen Selbstkritik aufgerufen, nicht leichtfertig mit dem Feuer zu spielen.
Wer vorlaut "Panik" schreit, kann schnell die Panik auslösen, die verhindert werden sollte. Kurz nachgefragt: Soll die Panik wirklich verhindert werden?
Es ist einfacher auf jeden Medienhype aufzuspringen, als selbstbewußt neue Themen zu setzen, alte Themen neu zu betrachten.
Weshalb ist bei so vielen Berichten, auch der sogenannten seriösen Zeitungen, zunehmend die Distanz zu vermissen??
Ist der Konkurrenzkampf so groß, daß bereitwillig auf jeden Zug aufgesprungen wird, gleich wohin er fährt?
Oder ist die gedankliche Bequemlichkeit so weit verbreitet, daß in der Hoffnung auf schnelles Zeilengeld schnell ein Artikel geschrieben wird, bevor die Karawane weiterzieht?
Der Automatismus "Ausländisches Opfer" = "rechtsradikaler Täter" führt in die Irre, kann nur in die Irre führen.
Denn dieser Satz entfaltet in unserem Umfeld gegenwärtig eine selbstverstärkende Wirkung.
Oder wie sollte sich ein nicht rechtsradikaler Täter verteidigen? Sollte er/sie sagen: "Nein, ich bin nicht rechtsradikal, Herr Generalbundesanwalt, ich bin bloß allgemein menschenverachtend brutal und asozial?
korfstroem
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